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Corona-Regeln an Weihnachten: Was erlaubt ist und was nicht | BR24

© Johanna Schlüter / BR

Eine junge Frau in ihrem weihnachtlich dekorierten Wohnzimmer, im Vordergrund eine FFP2 Maske.

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Corona-Regeln an Weihnachten: Was erlaubt ist und was nicht

Wegen der zu hohen Corona-Infektionszahlen wird Weihnachten dieses Jahr anders sein als sonst. Die Lockdown-Regeln gelten, auch wenn sie vom 24. bis 26. Dezember leicht gelockert werden. Wer in Bayern mit wem, wo und wie lange feiern darf.

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Von
  • Julia Kammler

Für Markus Söder ist "Corona außer Kontrolle". Daher gelten weiterhin die Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte mit maximal fünf Personen über 14 Jahren. Für die Weihnachtsfeiertage hat das bayerische Kabinett Lockerungen beschlossen.

Wie viele Personen dürfen gemeinsam feiern?

Jeder Haushalt darf vom 24. Dezember bis einschließlich 26. Dezember bis zu vier weitere erwachsene Personen einladen, plus deren Kinder, sofern sie unter 14 Jahre alt sind. Allerdings müssen alle Gäste aus dem "engsten Familienkreis" stammen, müssen also Verwandte in gerader Linie sein, wie Eltern, Kinder oder Enkelkinder. Auch Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft zählen zum engsten Umfeld. Geschwister, deren Kinder und Haushaltsangehörige gehören auch dazu.

Damit sind an Weihnachten grundsätzlich mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen über 14 Jahre möglich. Einige Beispiele:

  • Beispiel 1: Ehepaar Müller hat drei erwachsene Kinder, die alle drei in eigenen Hausständen leben. Alle drei haben einen Partner, mit denen sie aber nicht zusammenleben. Weihnachten gemeinsam feiern bei Müllers ist in diesem Fall nicht erlaubt. Die Eltern Müller dürfen ihre drei Kinder einladen, aber nur ein Kind könnte seinen Partner mitbringen. Denn insgesamt dürfen die Müllers nur vier erwachsene Personen aus dem engsten Kreis einladen.
  • Beispiel 2: Ehepaar Maier möchte bei sich Weihnachten feiern. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Tochter Ella ist verheiratet. Ella und ihr Mann haben aus beruflichen Gründen zwei Wohnsitze. Sohn Max ist ledig, hat aber ein dreijähriges Kind, das bei ihm lebt. Hier dürfen sich alle bei Ehepaar Maier unterm Christbaum treffen. Zwar sind das fünf Erwachsene aus vier Hausständen, aber eben nur drei Erwachsene aus dem engsten Familienkreis.
  • Beispiel 3: Ehepaar Huber wohnt mit Oma und Opa zusammen. Weihnachten feiern die Hubers immer mit ihren drei erwachsenen Kindern plus deren Familien. Dieses Jahr dürfen sie aber insgesamt nur vier weitere erwachsene Personen einladen. Das heißt: Nur zwei der drei Kinder plus Partner dürfte kommen, sofern deren Kinder noch unter vierzehn sind. Insgesamt wären das dann acht Erwachsene aus drei Hausständen.

Politiker appellieren trotz der gelockerten Kontaktbeschränkungen über Weihnachten an die Eigenverantwortung, angesichts des Infektionsgeschehens an den Feiertagen nicht von sämtlichen Möglichkeiten zur Begegnung Gebrauch zu machen.

Darf ich nur Familienmitglieder oder auch Freunde und Nachbarn einladen?

Nicht alle Menschen haben Weihnachten bisher mit ihren Familien verbracht. Viele haben mit Freunden oder Nachbarn gefeiert. Außerhalb des engsten Familienkreises gilt über Weihnachten die allgemeine Kontaktbeschränkung von fünf Personen und zwei Haushalten.

Das ist Söders Angebot für den Single: "Es gibt viele Menschen, die sind ganz alleine, haben keine Verwandtschaft oder wollen sie nicht sehen." Diese Personen könnten sich dann an einen anderen Haushalt "andocken" und sich mit diesem treffen.

Wenn also beispielsweise Single Oliver Weihnachten die letzten Jahre immer bei einem befreundeten Ehepaar gefeiert hat, kann er das heuer auch. Das Ehepaar darf dann aber zusätzlich keine nahen Verwandten mehr einladen. Und auch die alleinstehende Nachbarin kann man als einzelner Haushalt zum Punsch bitten, wenn weitere Hausstände außen vor bleiben.

Ausgangssperre über die Feiertage – was bedeutet das konkret?

Die ab Mittwoch in ganz Bayern geltende nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr gilt auch über die Weihnachtsfeiertage. Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung ist dann nur in Ausnahmefällen erlaubt - unter anderem wegen medizinischer Notfälle oder aus beruflichen Gründen.

Bei BR24-Nutzern ruft diese Regelung Unverständnis hervor. Ottski73 schreibt:

"Weihnachten Ausgangssperre, geht's noch! Darf ich praktisch nicht nach 21.00 von den Eltern nach Hause fahren? Da wundern sich unsere Politiker, wenn normale Menschen aufständig werden. Das ist eine Sauerei, sowas von unüberlegt und unzumutbar! Schrecklich wo unsere Steuergelder hinfliesen." BR24-User Ottski73

Wer es an den Weihnachtsfeiertagen nicht pünktlich bis 21 Uhr wieder nach Hause schafft, müsste bei den Verwandten übernachten, um die Ausgangssperre einzuhalten, "wenn die Räumlichkeiten da sind", sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Das sorgt für Kritik:

"Der Aufruf, Gäste an Weihnachten 'wenn die Räumlichkeiten da sind' übernachten zu lassen, ist infektionstechnisch doch ein größeres Risiko, als die Leute einfach in der Nacht wieder heimfahren zu lassen. Wenn Leute übernachten kann Alkohol getrunken werden, werden die Regeln weniger eingehalten und vermutlich am nächsten Tag auch noch miteinander gefrühstückt. Die Sinnhaftigkeit solcher "harter Hund"-Verordnungen spielt anscheinend nur noch eine untergeordnete Rolle." BR24-User Simon1204

Eine andere Möglichkeit, die Ausgangssperre an Weihnachten ohne Probleme einhalten zu können, sieht Ministerpräsident Markus Söder darin, mit den Feierlichkeiten dieses Jahr einfach früher zu beginnen und nicht erst abends. Dann könnte man auch wieder rechtzeitig zu Hause sein.

"Wo ist das Problem, z.B. schon um 15 oder 16 Uhr mit dem Weihnachtsfest zu beginnen und um 21 Uhr wieder zu Hause zu sein, selbst wenn man ein Stück weit fahren muss? Und wenn das nicht geht, dann geht es eben nicht! Es scheint als hätten so manche Menschen noch nicht begriffen, was eine Pandemie ist." BR24-User Blonddino

Darf ich zu Weihnachten in andere Bundesländer reisen?

Eine Fahrt in andere Bundesländer über die Feiertage ist erlaubt. Allerdings rät die bayerische Staatsregierung ausdrücklich bis 10. Januar von allen nicht notwendigen Reisen im Inland und ins Ausland ab.

In den Gottesdienst trotz Ausgangssperre?

Der Besuch der Christmette an Weihnachten wird nach 21 Uhr wegen der geltenden Ausgangssperre nicht mehr möglich sein. Das hat das Kabinett beschlossen. Die bayerische Staatsregierung hat bereits mit den Kirchen darüber gesprochen, die Gottesdienste an Weihnachten so zu planen, dass auch Kirchgänger pünktlich zur Ausgangssperre wieder zu Hause sein können.

Wer an den Weihnachtstagen einen Gottesdienst besuchen will, muss sich generell auf strenge Regeln einstellen. Neben durchgehender Maskenpflicht, Einhaltung des Mindestabstands und Gesangsverbot ist in einigen Kirchengemeinden zudem eine Anmeldung nötig.

© BR

Ausgangssperre ab 21 Uhr - die Staatsregierung will, dass sich auch die Kirchen danach richten und die Christmetten vorverlegen, so dass alle um 21 Uhr zuhause sein können.

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