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Corona-Personalkarussell: Holetschek soll Huml unterstützen | BR24

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Der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek.

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    Corona-Personalkarussell: Holetschek soll Huml unterstützen

    Nach der Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen ist der Gesundheitsministerin Huml der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Holetschek zur Seite gestellt worden. Ministerpräsident Söder hat noch weitere Personalia vorgenommen.

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    Von
    • Peter Kveton
    • BR24 Redaktion

    Das war nun doch eine Überraschung: Der erst Anfang des Jahres zum Staatsekretär im Bau- und Verkehrsministerium berufene schwäbische CSU-Abgeordnete, Klaus Holetschek, wechselt ins Gesundheitsministerium. Der Jurist soll die wegen der Kommunikationspanne bei den Corona-Tests in die Kritik geratene Gesundheitsministerin Melanie Huml unterstützen.

    Holetschek: "Unterstützung ist wichtig"

    44.000 Corona-Getestete hatten ihr Ergebnis erst mit großer Verspätung erhalten, darunter 900 Positive. Laut Holetschek unterstreicht Ministerpräsident Markus Söder damit die Bedeutung des Hauses: "Natürlich ist in diesen Zeiten in diesen großen Herausforderungen der Corona-Pandemie, in dem viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ministerium arbeiten, aber auch Ehrenamtliche unterwegs sind, jede Unterstützung wichtig."

    Zapf, Herrmann, Da Gloria Martins: Corona treibt Personalkarussell an

    Zuvor war bereits der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, seines Postens enthoben worden, Staatskanzleichef Florian Herrmann wurde zum Corona-Koordinator, Gesundheitsministerin Melanie Huml wurde außerdem vorübergehend der Pressechef des Münchner Polizeipräsidiums, Marcus Da Gloria Martins, zur Seite gestellt – zuständig für die Corona-Kommunikation. Und die geplanten kommunalen Corona-Test-Stationen wurden gleich dem Innenministerium unterstellt.

    Im Zuge der Pandemie war zwischenzeitlich auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) dem Gesundheitsministerium zugeordnet worden. Nachdem die erste Infektionswelle und die Infektionszahlen in Bayern vor Wochen aber zunächst wieder nach unten gingen, war dieser wieder in das Innenministerium zurückgekehrt.

    Experte kritisiert übereilte Einrichtung der Corona-Test-Zentren

    Für den Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter ist das nicht gerade ein Vertrauensbeweis Söders in die Ministerin: "Eigentlich ist das alles andere als eine Rückenstärkung – sondern es ist der organisatorische Ausdruck eines mangelhaften Vertrauens in die Kompetenz und in die Problemlösungsfähigkeit." Die Ursache für die Kommunikationspanne bei den Corona-Tests sieht Oberreuter in der übereilten Einrichtung der Corona-Test-Zentren an Autobahnen und Bahnhöfen.

    "Zur Kompetenz gehört auch, zu sehen, wo die Kompetenzbeschränkungen sind. Und hätte man zwei, drei Tage gewartet, mit dieser Angelegenheit, dann hätte man dieses Problem nicht gehabt. Aber auf der anderen Seite hätte man eben auch zum Beispiel diese 900 nicht identifiziert. Das ist eine vertrackte Lage. Aber ich glaube, es ist immer sinnvoll, geplant, strukturiert und vor allem im Diskurs zu handeln." Heinrich Oberreuter, Politikwissenschaftler

    Holetschek: "Gesundheit und Pflege wird in Zukunft noch wichtiger"

    Vor allem angesichts steigender Infektionszahlen und keinem absehbaren Ende der Pandemie. Für den neuen Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek steigt die Bedeutung seines neuen Hauses auch ohne Corona: "Ich glaube, neben den aktuellen Herausforderungen wird der Bereich Gesundheit und Pflege in Zukunft noch wichtiger." Damit erhält Holetscheks Karriere ein neues Kapitel: Denn zuvor war er schon Bürgermeister, stellvertretender Landrat und Bundestagsabgeordneter.

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