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Corona-Patient aus Göppingen war in Neu-Ulmer Kino | BR24

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Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm sind die bayerischen Behörden alarmiert. Der Mann aus Baden-Württemberg hatte sich am vergangenen Samstagabend den Krimi-Thriller "Bad Boys for Life" angeschaut.

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Corona-Patient aus Göppingen war in Neu-Ulmer Kino

Das Coronavirus rückt wieder näher an Bayern heran: Der Patient aus dem baden-württembergischen Göppingen war vor Kurzem in einem Neu-Ulmer Kino. Die Behörden rufen andere Besucher der Vorstellung auf, mögliche Symptome im Blick zu behalten.

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Der erste von vier bestätigten Corona-Fällen in Baden-Württemberg sorgt auch in Schwaben für Aufregung. Der Patient aus dem Landkreis Göppingen war in den vergangenen Tagen in einem Kino in Neu-Ulm. Dr. Martin Küfer, Leiter des Neu-Ulmer Gesundheitsamtes, betonte, dass nicht alle Kinobesucher befürchten müssten, sich bei dem Patienten angesteckt zu haben.

Corona-Patient am Samstag in Neu-Ulmer Kino

Nach Angaben der Neu-Ulmer Kreisbehörde war der 25-Jährige am Samstagabend im Kino "Dietrich-Theater". Dort habe er sich den Film "Bad Boys" angeschaut, der um 20 Uhr gezeigt wurde. Der Saal sei mit 138 Personen besetzt gewesen. Die Corona-Patient saß den Angaben zufolge in Sitzreihe zwei auf Platz 13.

Nur wer 15 Minuten lang Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt hatte, könnte betroffen sein, erklärte Dr. Küfer vom Gesundheitsamt. Das wären im Kinosaal wohl eher diejenigen, die direkt neben dem Mann oder vor ihm saßen.

Kino-Besucher sollten auf mögliche Symptome achten

Besucher, die die oben genannte Vorstellung besucht haben, sollten laut Gesundheitsamt in den nächsten zehn Tagen auf Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen achten. Sollten diese auftreten, müssten die Betroffenen alle nicht notwendigen Kontakte zu anderen Personen minimieren.

Außerdem sollten sie telefonisch ihren Hausarzt und das für ihren Wohnort zuständige Gesundheitsamt kontaktieren und auf den Filmbesuch hinweisen. Sollte sich der Verdacht auf den Coronavirus erhärten, müsste die betroffenen Person zunächst in häusliche Quarantäne.

Landkreis gut vorbereitet

Der Landkreis Neu-Ulm sei insgesamt gut vorbereitet – sowohl die drei Kreiskliniken, als auch die beiden größeren Kliniken im angrenzenden Ulm könnten einen möglichen Corona-Virus diagnostizieren und dann entsprechende Maßnahmen zur Betreuung von Patienten einleiten.

Bisher hätten sich zwar schon Kinobesucher beim Landratsamt gemeldet, jedoch gäbe es darunter bisher noch keine Verdachtsfälle auf den Corona-Virus. Das Kino könne jetzt aber ohne Bedenken besucht werden, da sich der Virus eben nur direkt bei Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen würde.

© BR/Joseph Weidl

Der Leiter des Gesundheitsamts von Neu-Ulm, Dr. Martin Küfer, hat am Abend über den Coronavirus-Fall in der Stadt informiert. Er sieht die Behörden gut gerüstet, doch das neuartige Virus könnte gefährlich werden, sagte er.

Bayerisches Gesundheitsministerium reagiert

Wie das Gesundheitsministerium in München am späten Nachmittag mitteilte, wird Hinweisen auf mögliche bayerische Kontaktpersonen des ersten bestätigten Coronavirus-Falles in Baden-Württemberg nachgegangen. Das Ministerium verweist in diesem Zusammenhang auf die Mitteilung des Landkreises Neu-Ulm.

Der Göppinger Patient war von einem fünftägigen Mailand-Urlaub mit seiner Freundin zurückgekehrt. Nach ersten Symptomen wie Husten und Fieber hatte er sich dann im Gesundheitsamt Göppingen untersuchen lassen.

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Der Patient aus dem baden-württembergischen Göppingen war vergangenen Samstag im Kino "Dietrich-Theater" in Neu-Ulm. Weitere Informationen von unserem Reporter Joseph Weidl vor Ort.

Patient aus Göppingen hatte 13 Kontaktpersonen

Die Untersuchungsergebnisse ergaben, dass der Mann mit dem Coronavirus infiziert ist. Wie der SWR berichtet, hatte der Mann insgesamt 13 Kontaktpersonen aus dem Kreis Tübingen und dem Alb-Donau-Kreis.

Inzwischen vier bestätigte Corona-Fälle in Baden-Württemberg

Der 25-Jährige wird aktuell isoliert in einer Klinik in Göppingen behandelt. Bei weiteren zwei Infizierten in Baden-Württemberg handelt es sich nach Angaben der Stuttgarter Landesregierung um die Reisebegleiterin des Mannes und deren Vater. Beide werden in der Uniklinik Tübingen versorgt.

Am Abend meldeten die baden-württembergischen Behörden einen vierten Fall. Es handle sich um einen 32-Jährigen aus dem Landkreis Rottweil, der am 23. Februar mit seiner Familie aus Italien eingereist sei.

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