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Corona-Pandemie stoppt Box-Weltmeisterin Tina Rupprecht | BR24

© BR/ René Kirsch

Mitte Januar würde die Augsburger Boxerin Tina Rupprecht eigentlich um einen Weltmeistertitel kämpfen - doch der Kampf fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Ein harter Schlag, aber aufgeben kommt für Rupprecht nicht in Frage.

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Corona-Pandemie stoppt Box-Weltmeisterin Tina Rupprecht

Mitte Januar würde die Augsburger Boxerin Tina Rupprecht eigentlich um einen wichtigen Weltmeistertitel kämpfen - doch der Kampf fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Für die Boxerin ein harter Schlag, aber aufgeben kommt für Rupprecht nicht in Frage.

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Von
  • René Kirsch
  • Veronika Scheidl

Eigentlich sollte Tina Rupprecht gerade im sonnigen Costa Rica schwitzen und sich dort unter Palmen auf ihren großen Kampf vorbereiten. Denn die Augsburger Boxweltmeisterin sollte Mitte Januar zum größten Kampf ihrer bisherigen Karriere antreten. Doch wegen Corona kam alles anders: Der Kampf um die Weltmeisterschaft ist abgesagt.

Weltmeister-Kampf in Costa Rica fällt aus

Rupprecht ist Weltmeisterin im "Minimum-Gewicht", der Box-Klasse bis maximal 46 Kilogramm Körpergewicht. Leicht und 1,53 Meter klein ist "Tiny Tina", Rupprechts Kampfname. In Costa Rica wollte sie gegen eine andere Weltmeisterin antreten und um insgesamt vier Weltmeister-Gürtel verschiedener Verbände boxen. Es sollte das Highlight ihrer bisherigen Box-Karriere werden.

Doch daraus wird erst mal nichts: Der Kampf fällt aus, mit einer für Rupprecht fadenscheinigen Begründung: "Ich vermute es liegt am mangelnden Geld für die Veranstaltung in Costa Rica. Dementsprechend bin ich enttäuscht, ich war in der Form meines Lebens." So bleibt es vorerst bei dem einen Weltmeister-Titel des Verbandes WBC.

Rupprecht liebt den direkten Kampf

Für Tina Rupprecht heißt das jetzt: Zusammen mit Coach Alexander Haan im leeren Boxstudio daheim in Augsburg-Lechhausen trainieren. Statt einer Gegnerin muss sie den Boxsack bearbeiten. Gerade tänzelt Rupprecht leichtfüßig und elegant durch den Ring. Immer wieder schießen blitzschnell ihre Fäuste nach vorne. Der direkte Kampf, Frau gegen Frau, das ist genau ihr Ding. "Boxen ist schon hart und man muss einstecken können, aber das gehört auch dazu", sagt Rupprecht. "Ich bin klein, deswegen muss ich immer nah rankommen. Deswegen ist das meine Stärke, auf der kurzen Distanz."

Corona schlägt gerade den Boxsport k.o.

Eine Stärke, die die 28-Jährige derzeit nicht ausspielen kann und darf. In Deutschland herrscht bekanntlich Corona-Lockdown, und das macht professionelle Boxkämpfe aktuell unmöglich. Boxer wie Tina Rupprecht trifft das hart: "Das Problem im Boxen ist, dass es ohne Zuschauer nicht finanziert werden kann. Das können nur sehr große Veranstalter. Es gab dieses Jahr fast keine Kämpfe, das betrifft alle Boxer. Man verliert ein Jahr seiner aktiven Karriere."

Klassenzimmer statt Boxring

Immerhin hat Tina Rupprecht ein zweites Standbein: Sie hat neben der bisher so erfolgreichen Box-Karriere auch ihr Studium abgeschlossen und arbeitet an der Realschule in Zusmarshausen als Sportlehrerin - wenn nicht grade Lockdown ist: "Das hat schon sehr eingeschränkt. Wir hatten jetzt Sportunterricht mit Maske, da kann man nicht viel machen. Zuletzt hatten wir nur noch Theorie. Und wie es jetzt weitergeht, das weiß niemand", sagt Rupprecht.

So bleibt der Weltmeisterin nichts anderes übrig, als abzuwarten, was da noch kommt. Im Boxring wie im Klassenzimmer.

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