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Corona-Pandemie: Schwere Zeiten für Autozulieferer | BR24

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Die Deutsche Automobilbranche hat wegen der Corona-Krise mit Absatzrückgängen zu kämpfen. Arbeitnehmer fürchten den Verlust ihrer Jobs. Unternehmen fordern finanzielle Unterstützung bei der Investition in zukunftsfähige Geschäftsbereiche.

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Corona-Pandemie: Schwere Zeiten für Autozulieferer

Die Corona-Pandemie trifft die Autobranche in einem schwierigen Prozess. Es gibt einen generellen Absatzrückgang, gleichzeitig müssen die Zulieferer sich mit hohen Investitionen auf alternative Antriebe umstellen.

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Mit 7.000 Beschäftigten ist das Bosch-Werk in Bamberg der größte Arbeitgeber in der Region. Die meisten Arbeitsplätze hängen am Verbrennungsmotor. Zuletzt demonstrierten die Beschäftigten im Oktober gegen Stellenabbau in der Autoindustrie. Mario Gutmann ist Betriebsratsvorsitzender bei Bosch in Bamberg und im Bundesvorstand der IG-Metall. Er kritisiert immer wieder eine seiner Meinung nach einseitige Förderung der Elektromobilität.

Brennstoffzelle statt Verbrenner

Auch beim Bosch-Werk in Bamberg hat die Transformation hin zu alternativen Antrieben mit der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle längst begonnen. Doch Veränderungen brauchen Zeit. Noch sind es nur knapp 200 Beschäftigte, die in dem Bereich arbeiten. Mit Blick auf den Autogipfel in Berlin fordert Mario Gutmann eine technologieoffene Förderung, die auch die Brennstoffzelle, Biokraftstoffe und sogenannte E-Fuels im Blick hat.

Transformation bedeutet teure Investitionen

In der Produktionshalle der Firma Waasner in Oberfranken laufen die Maschinen. Die Nachfrage hat wieder angezogen. Seit vergangenem Jahr hat der oberfränkische Zulieferer eine neue Produktionsanlage in Betrieb. Hier werden Teile für Elektroantriebe in Autos hergestellt, sagt der Geschäftsführer Michael Waasner. Die Investitionssumme: drei Millionen Euro. Zehn Jahre wird es dauern, bis das Unternehmen die Kosten wieder drinnen hat. Bereits vor zehn Jahren ist das Unternehmen mit 360 Beschäftigten in die Elektromobilität eingestiegen. Inzwischen machen die Teile für E-Antriebe immerhin 18 Prozent des gesamten Umsatzes aus.

"Man braucht natürlich einen langen Atem und es gibt immer viele Zweifler, die sagen: 'Es wird nie was mit Elektromobilität.'" Michael Waasner, Geschäftsführer

Bamberg und Forchheim von Transformationsprozess betroffen

Der Transformationsprozess hat die gesamte Autobranche erfasst. Die Regionen Bamberg und Forchheim sind mit ihren vielen Zulieferbetrieben besonders betroffen. Die Wirtschaftsförderung der Städte und Landkreise Bamberg und Forchheim hat eine Studie auf den Weg gebracht. Rund 20 Zulieferbetriebe sollen befragt werden. Ziel ist es, die verschiedenen Kompetenzen zu ermitteln und zu schauen, wo Unternehmen von einander profitieren können. Im Frühjahr nächsten Jahres könnten Ergebnisse vorliegen.

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