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Corona lässt Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern steigen | BR24

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Die Corona-Pandemie hat für neue Höchstzahlen bei Hartz-IV-Empfängern in Bayern gesorgt. Grund dafür ist vor allem, dass sich die Zugangsvoraussetzungen vereinfacht haben. Gerade Künstler und Solo-Selbstständige beantragten staatliche Hilfen.

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Corona lässt Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern steigen

Die Corona-Pandemie hat für neue Höchstzahlen bei Hartz-IV-Empfängern in Bayern gesorgt. Grund dafür ist vor allem, dass sich die Zugangsvoraussetzungen vereinfacht haben. Gerade Künstler und Solo-Selbstständige beantragten staatliche Hilfen.

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Von
  • Michael Reiner

Seit Beginn der Corona-Pandemie steigt die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern. Das geht aus Zahlen der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit hervor, die dem Bayerischen Rundfunk vorliegen.

Im August 2020 erhielten demnach in ganz Bayern rund 23.400 Personen mehr als noch vor einem Jahr Hilfen zum Lebensunterhalt. Das entspricht einer Steigerung von 8,6 Prozent. Insgesamt bezogen in Bayern im August gut 295.000 Menschen Hartz IV.

Viele Solo-Selbstständige und Künstler beantragten Hartz IV

Eine Sprecherin der Regionaldirektion begründete die Steigerung damit, dass sich die Zugangsvoraussetzungen für den Bezug von Hilfen zum Lebensunterhalt vereinfacht hätten. Dies habe dafür gesorgt, dass viele Solo-Selbstständige und Künstler, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr arbeiten konnten, einen Antrag auf staatliche Hilfen gestellt hätten.

München besonders stark betroffen

Das wirkt sich auch auf München aus. In der Landeshauptstadt beziehen derzeit rund 54.000 Menschen Hartz IV-Leistungen - das sind rund 20 Prozent mehr als im Februar. Annette Farrenkopf vom Jobcenter München nennt dafür zwei Gründe: Zum einen sei München von einem "Super-Niveau" aus gestartet. Dann wirke sich das auch deutlicher aus.

Der zweite große Grund ist laut Farrenkopf, dass München eine Dienstleistungsstadt sei und deshalb von der Corona-Pandemie besonders betroffen sei - vor allem im Kultur- und Messebereich sowie in Tourismus und Gastronomie.

Auswirkungen des zweiten Lockdowns noch nicht absehbar

Nach den Hochrechnungen der Statistik werden auch in den Monaten September, Oktober und November dieses Jahres erhöhte Zahlen erreicht. Seit dem Höchststand im Juni (300.944) fallen diese jedoch jeweils im Vergleich zu den Vormonaten leicht. Welche Auswirkungen der zweite Lockdown auf die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern habe, ist nach den Worten der Sprecherin noch völlig offen.

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