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Bildrechte: BR/Thomas Pösl

Jugendarbeit findet in der Pandemie nur sehr eingeschränkt statt. Das habe Auswirkungen, befürchtet der Bund der deutschen katholischen Jugend, kurz BDKJ, in Augsburg.

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Corona-Pandemie: Augsburger Jugendtreff gibts nun auch virtuell

Schule am Laptop, nachmittags maximal einen Freund treffen. Das Leben von Kindern und Jugendlichen ist derzeit voller Einschränkungen. Jugendtreffs, wie das Kosmos in Augsburg, sind verwaist. Die Mitarbeiter versuchen virtuell Kontakt zu halten.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Christine Kellermann
  • BR24 Redaktion

Das Jugendhaus Kosmos gibt es gleich zwei Mal. Das Original steht im Augsburger Univiertel - im Netz entsteht eine virtuelle Kopie. Auf dieser Onlineplattform will der Stadtjugendring die Kinder und Jugendlichen aus dem Univiertel versammeln. Auf dem Bildschirm sieht es aus wie bei "Super Mario Land". Die Besucher des virtuellen Jugendhauses können sich eigene Figuren gestalten und sich online treffen.

Kontakt mit bis zu 300 Jugendlichen pro Woche

Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, für den Stadtjugendring Kontakt zu den Jugendlichen aus dem Univiertel rund ums Jugendhaus Kosmos zu halten. Der Treffpunkt ist normalerweise Dienstag bis Samstag geöffnet. In der Regel erreichen die Mitarbeiter dort an die 300 Jugendlichen pro Woche. In der Pandemie sind die Türen aber geschlossen. Hilfe für Bewerbungsschreiben, oder die Abschlussprüfung gibt es aktuell nur in der Einzelberatung.

Keine Anlaufstelle für familiäre Probleme

Und nicht nur die Bildung bleibt auf der Strecke, sagt Robert Mailer, der das Jugendhaus Kosmos leitet: "Familiär gibt es oftmals Probleme wegen des engen Wohnraums. Wenn eine vierköpfige Familie auf 60 bis 70 Quadratmeter beisammen ist, da staut sich einiges an."

Auseinandersetzung mit Polizei im Augsburger Sheridan Park

Dass sich bei Jugendlichen Frust anstaut, wurde vergangene Woche im Augsburger Sheridan-Park deutlich. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei. Die wollte eine Versammlung von 60 Jugendlichen auflösen. Die Stimmung in der Gruppe war aufgeheizt. Ein 15-Jähriger widersetze sich einem Platzverweis durch die Polizei. Es folgten Beleidigungen und Faustschläge durch die Jugendlichen. Vier von ihnen mussten deswegen in Gewahrsam genommen werden.

Fehlende Angebote für Jugendliche sorgen für Stress

"Dass sich Jugendliche im öffentlichen Raum treffen, war schon vor der Pandemie so. Dass jetzt nahezu alle Angebote anderer Art wegfallen, verschärft natürlich die Situation", sagt Polizeisprecher Roland Wengert. Kinder und Jugendliche können sich nur unerlaubt treffen. Auf ihren Problemen bleiben die jungen Menschen vielfach alleine sitzen. Konflikte mit der Polizei sind vorprogrammiert.

Stadtjugendring fordert Perspektive

Es werde für Kinder und Jugendliche immer schwieriger, sich an die strengen Corona-Regeln zu halten, sagt Helmut Jesske, Geschäftsführer des Stadtjugendrings Augsburg. Der Stadtjugendring stehe hinter den geltenden Hygieneregeln, das betont Jesske. Allerdings brauche es eine Perspektive für die Jugendlichen. Sie müssten sich irgendwo, irgendwie treffen können.

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