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Corona: Ostbayerische Touristiker enttäuscht über vage Aussagen | BR24

© BR/Sylvia Bentele

Überwiegend enttäuscht reagierten heute ostbayerische Touristiker auf den für Bayern verkündeten "Corona-Fahrplan" von Ministerpräsident Söder.

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    Corona: Ostbayerische Touristiker enttäuscht über vage Aussagen

    Nach der Pressekonferenz mit Ministerpäsident Söder reagieren die ostbayerischen Touristiker enttäuscht. Ein Öffnen der Betriebe erst Ende August würde bedeuten, "dass es dann sowieso nichts mehr aufzusperren gibt, weil die meisten pleite sind."

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    Überwiegend enttäuscht reagierten heute ostbayerische Touristiker auf den für Bayern verkündeten "Corona-Fahrplan" von Ministerpräsident Markus Söder. Die Aussagen seien nichts, mit dem die Branche arbeiten könne, so die Touristiker.

    Tourismus-Chefin: Seit Ostern werden Touristen vertröstet

    "Den Tränen nahe" ist zum Beispiel die Viechtacher Tourismus-Chefin Monika Häuslmeier, denn es gebe wieder keinen konkreten Termin, wann Tourismusbetriebe und Gastronomie anfangen können. Die vage Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten Söder, es gebe "eine leise Hoffnung für Pfingsten", sei nichts, mit dem die Branche arbeiten könne. Seit Ostern müsse man Gäste, die in den Tourist-Infos für Mai oder Juni buchen wollen, vertrösten und müsse dies nun weiterhin tun. Man brauche endlich einen festen Termin, wann Hotels, Pensionen, Campingplätze, Ferienwohnungen und die Gastronomie wieder öffnen dürfen, ähnlich wie es Österreich gemacht habe, wo Mitte Mai der Tourismus wieder starten soll.

    Hotels bräuchten längere Vorlaufzeit, um wieder hochzufahren

    Auch der Bodenmaiser Tourismuschef Marco Felgenhauer findet, die bayerischen Tourismusbetriebe "hängen jetzt wieder in der Luft". Die Politik erkenne nicht, dass Urlaubsbuchungen eine stärkere Vorlaufzeit brauchen als andere Bereiche. Gäste müssen einen Urlaub zumindest ein bis zwei Wochen im Voraus planen können. Ebenso bräuchten Hotels eine längere Vorlaufzeit, um wieder hochzufahren, gerade wenn es für sie Auflagen geben soll, von denen man aber momentan noch nichts wisse.

    Tourismusbetriebe seien bereit, zur Normalität zurückzukehren

    Herbert Unnasch, Chef der Arberland-Regio GmbH, kritisierte, dass die Staatsregierung für alle Branchen eine Exit-Strategie suche, aber nicht für Gastronomie und Tourismus. Dabei seien die Tourismusbetriebe bereit, auch schrittweise und mit Auflagen zur Normalität zurückzukehren, etwa mit Hygieneregeln, weiter auseinander gerückten Tischen oder weniger stark belegten Hotels. Vor allem die vielen Familienbetriebe, die den Tourismus in Bayern ausmachen, könnten eine zu lange Pause wirtschaftlich überhaupt nicht durchhalten.

    Tourismusverband: Bis Ende August seien die meisten Betriebe pleite

    Ein Öffnen der Betriebe zum Beispiel erst Ende August, also nach der Sommersaison, so Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayern, würde bedeuten, "dass es dann sowieso nichts mehr aufzusperren gibt, weil die meisten pleite sind." Er hofft, dass die Betriebe mit den Pfingstferien wieder öffnen dürfen. Braun kann sich vorstellen, dass man staffeln könnte, dass zum Beispiel Ferienhäuser und Ferienwohnungen eher aufmachen dürfen, weil die Gäste dort für sich sind, oder dass Hotels vorerst keine Frühstücksbuffets mehr haben dürfen oder aber Einschränkungen für ihre Saunen und Hallenbäder erhalten.

    Hoffnung für Tourismus im ländlichen Raum

    Hoffnung hat Braun vor allem für den Tourismus in ländlichen Regionen, für den Wander- und Bergurlaub. Beim Städtetourismus, der viel auf ausländische Gäste angewiesen sei, werde es wahrscheinlich länger dauern. Schwierig werde es auch für den Bädertourismus in Ostbayern, zum einen weil dort viele Gäste im Risikopatientenalter sind, zum anderen weil man sich kreative Lösungen für die Nutzung der Thermen überlegen müsse. Michael Braun glaubt aber, dass sich Bayern am Ende doch an Österreich orientieren wird, wo der Tourismus ebenfalls eine wichtige Branche sei. "Wenn es dort ab Mitte Mai gut anläuft", so Braun, "wird wohl auch Bayern schrittweise nachziehen". Voraussetzung sei aber, dass sich die Lage bei der Corona-Pandemie dauerhaft entspannt.

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