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Zwei bayerische Landkreise reißen Corona-Obergrenze | BR24

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Die Obergrenze bei den Corona-Neuinfektionen wird aktuell von zwei Landkreisen überschritten: Dingolfing-Landau und Rhön-Grabfeld haben deshalb bereits Auflagen erlassen. Bundesweit fordert der Landkreistag einen "Besucher-Deckel" für Privatfeiern.

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Zwei bayerische Landkreise reißen Corona-Obergrenze

Die Obergrenze bei den Corona-Neuinfektionen wird aktuell von zwei Landkreisen überschritten: Dingolfing-Landau und Rhön-Grabfeld haben deshalb bereits Auflagen erlassen. Bundesweit fordert der Landkreistag einen "Besucher-Deckel" für Privatfeiern.

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Zwei bayerische Landkreise überschreiten momentan den Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen: Im Landkreis Dingolfing-Landau liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,52. Im Landkreis Rhön-Grabfeld beträgt der Wert 53,96.

Den Corona-Frühwarnwert von 35 übersteigen die Stadt München mit knapp 38 - und der Landkreis Wunsiedel mit 35,5.

Rhön-Grabfeld verhängt Kontaktbeschränkungen

Im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld werden die Corona-Auflagen nun verschärft. Ab Sonntag dürfen sich laut Mitteilung des Landratsamts vom Samstag nur noch Gruppen von maximal fünf Menschen im Freien aufhalten. Entsprechende Grenzen gelten auch für die Gastronomie. Private Feiern werden in geschlossenen Räumen auf 25 Teilnehmende und im Freien auf 50 Personen beschränkt, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser dürfen je Bewohner pro Tag nur einen Besucher zulassen. Bei Verstößen gegen die Allgemeinverfügung droht die Behörde mit empfindlichen Geldbußen bis zu 25.000 Euro.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Landkreis Maßnahmen gegen die hohen Fallzahlen ergriffen. So hatte das Landratsamt etwa alle geplanten Sportveranstaltungen im Gebiet des Altlandkreises Bad Königshofen, die an diesem Wochenende statt finden sollten verboten. Vereine wurden gebeten, auf Auswärtsspiele zu verzichten.

Bad Königshofen war die erste Stadt in Bayern, die in der vergangenen Woche wegen Corona alle Schulen geschlossen hatte. Geplant war, dass ab dem kommenden Montag der Unterricht weiterlaufen sollte. Auch die Kitas sollten dann wieder öffnen. Allerdings gilt in allen Schulen im Landkreis bis auf weiteres eine Maskenpflicht und es gibt in einzelnen Klassen weiter Quarantänemaßnahmen.

Drastische Maßnahmen im Landkreis Dingolfing-Landau

Im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau gehen viele der neuen Fälle auf einen Logistikdienstleister bei BMW zurück. Bei einer Reihentestung wurden knapp 40 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.

Bereits am Donnerstag wurde deshalb wegen der Überschreitung des Warnwerts vom Landratsamt eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Corona-Maßnahmen gelten seit Freitag, voraussichtlich bis zum 2. Oktober. Sei beinhalten wie im Landkreis Rhön-Grabfeld strenge Kontaktregeln sowie Auflagen für Altenheime, Schulen, Gastronomie und private Feiern. Für Reiserückkehrer endet die Pflicht zur häuslichen Quarantäne erst, wenn dem Landratsamt Dingolfing-Landau ein zweiter negativer Covid-19-Testbefund vorliegt, der zwischen dem fünften und siebten Tag nach der Einreise erfolgt ist.

Über 300 Neuinfektionen in Bayern

Die bayerischen Gesundheitsämter melden von Freitag auf Samstag 380 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Veröffentlicht werden die Zahlen durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen (Stand: 26.9.20; 8 Uhr).

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Bayern 67.015 Menschen mit dem Sars-Cov2-Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle hat sich im Freistaat seit gestern nicht erhöht und liegt bei 2.655. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner weist Bayern einen Wert von 17,41 auf. Am höchsten ist dieser Wert in Oberbayern mit 22,88, am niedrigsten in Oberfranken mit 11,05.

Landkreise fordern bundesweiten "Besucher-Deckel"

Deutschlandweit fordern die Landkreise derweil die Festlegung einer Obergrenze für Privatfeiern von weniger als 50 Teilnehmern. Die Forderung steht insbesondere am kommenden Dienstag beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern zur Debatte.

Der gegenwärtige Flickenteppich irritiere die Menschen, sagte Landkreistags-Präsident Reinhard Sager (CDU) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Deshalb brauche es zumindest einige einheitliche Regeln. Sager erklärte, allen voran halte er "eine klare Obergrenze für private Feiern für dringend notwendig, ob sie nun in München oder Flensburg stattfinden". Ab 50 Teilnehmern werde es logistisch extrem schwierig, Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-19-Positiver unter der Gesellschaft gewesen sei.

💡 Was bedeutet Sieben-Tage-Inzidenz?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt.

In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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Wegen hoher Corona-Infektionszahlen hat der Landkreis Rhön-Grabfeld zusätzliche Einschränkungen erlassen. Seit Mitternacht dürfen sich nur noch maximal fünf Menschen treffen. In Krankenhäusern und Pflegeheimen wurden die Besuchszeiten eingeschränkt.