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"Night Of Light": Hilferuf der Veranstaltungsbranche | BR24

© Eberhard Schellenberger BR

Aktion "Night Of Light" auch am Würzburger Rathaus

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    "Night Of Light": Hilferuf der Veranstaltungsbranche

    Mit einem Lichtspektakel hat die unterfränkische Kulturszene in der vergangenen Nacht auf ihre Probleme in Zeiten der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Würzburger Kultureinrichtungen baten die Stadt um Hilfe - doch die sagte, sie dürfe nicht helfen.

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    Einrichtungen in ganz Unterfranken beteiligten sich an der bundesweiten Aktion "Night of Light", die laut Homepage ein "leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der Veranstaltungs-Wirtschaft" sein soll. Unter dem Hashtag #nightoflight2020 verbreiteten sich die Bilder im Internet. Die Problematik: Für die Kulturszene, "deren Kerngeschäft nicht unwesentlich in der menschlichen Interaktion besteht, sind entsprechende Lockerungen noch nicht absehbar", heißt es weiter. Unter anderem die Posthalle und das Theater Chambinzky in Würzburg wurden rot beleuchtet, teilte die Posthalle mit.

    Wunsch nach finanzieller Unterstützung von der Stadt

    Der Förderverein zur Unterstützung der kulturellen Vielfalt der Posthalle organisierte die Aktion in Würzburg zusammen mit dem Förderverein Chambinzky und dem Dachverband freier Kulturträger. Die Kulturschaffenden in Würzburg wünschen sich finanzielle Unterstützung, auch von der Stadt Würzburg.

    "Wir haben es bislang ohne Hilfe geschafft, in den vergangenen zwölf Jahren, ein breites und für die Stadt wertvolles Kulturprogramm anzubieten. In dieser Notsituation braucht es auch kommunale Unterstützung. Sonst ist es so, als würde einem bei den ersten Regentropfen der Regenschirm weggenommen werden." Jojo Schulz, Betreiber der Posthalle

    Eine Möglichkeit sei es zum Beispiel, dass die Stadt die Mieten der Kultureinrichtungen übernehmen könnte. "In Zeiten, in denen kleine Bühnen auf Grund der Abstandsregel nicht ansatzweise wirtschaftlich arbeiten können, könnte die Stadt die Posthalle wochenweise mieten und der Kulturszene zur kostenlosen Nutzung überlassen. Das wäre eine Win-Win-Situation, für die Posthalle und für die lokalen Bühnen und Veranstalter", heißt es vom Dachverband freier Kulturträger.

    Stadt: Eigener Rettungsschirm für Kultur vom Freistaat verboten

    „Mit ihrem flammenden Appell rennt die Veranstaltungswirtschaft bei uns offene Türen ein“, betonte der Würzburger Kulturreferent Achim Könneke in einer Reaktion am Montagnachmittag. Er habe sich seit Beginn der Corona-Pandemie für die Unterstützung der Kulturwirtschaft einsetzt. Deshalb werde auch das Würzburger Rathaus rot angestrahlt. Allerdings dürfe die Stadt Würzburg keinen eigenen Rettungsschirm Kulturwirtschaft einführen. Denn dieser sei Würzburg derzeit durch den Freistaat untersagt, so Könnecke. Er fordere die Einführung des Rettungsschirm, und zwar "schnellstmöglich".

    Versuche der Stadt, zu helfen

    Trotzdem versuche die Stadt Würzburg mit den ihr zur Verfügung stehenden begrenzten Mitteln den Veranstaltern zu helfen, beispielsweise mit der digitalen Plattform und der dazugehörigen finanziellen Unterstützung bei der Produktion digitaler „Auftritte“ oder dem angedachten Kulturprogramm statt des abgesagten Hafensommers. Weitere Maßnahmen sollen am Donnerstag in den Stadtrat eingebracht werden.

    Weitere beleuchtete Kulturstätten in Mainfranken

    Ebenfalls rot beleuchtet wurden in der vergangenen Nacht unter anderem der Dom und das Käppele in Würzburg, das Maschinenhaus im Bürgerbräu, die Mainfrankensäle Veitshöchheim, das Trainingszentrum der s.Oliver Baskets, das Burkardushaus sowie der Keller Z87 in Würzburg. In Unterfranken wurden aber noch viele andere Gebäude erleuchtet, wie zum Beispiel die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten in Volkach, der Rockbunker Ebern, die Scherenburg in Gemünden, die Ruine Karlburg, die Stiftsbasilika Aschaffenburg oder die Kirche und das kleine Stadttheater in Gerolzhofen.

    Theater wegen Corona-Pandemie in Existenz bedroht

    Csaba Béke, der Leiter des privaten Theaters Chambinzky, hatte bereits Anfang Juni schnelle Unterstützung von der Stadt Würzburg gefordert. Das Chambinzyk sei wegen der Corona-Pandemie in seiner Existenz bedroht, so Béke. Die Stadt Würzburg hatte einen Kulturinfrastrukturfonds in Aussicht gestellt, um die Theater, Konzerthallen und Veranstaltungsräume zu unterstützen.

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    © Achim Winkelmann BR

    "Night Of Light" am Theaterhaus in der Centgasse in Gerolzhofen