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Corona nach Senioren-Busreise: Vorwürfe gegen Organisatoren | BR24

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Der Bruder einer schwer erkrankten Corona-Patientin glaubt, dass sich seine Schwester auf einer Busreise der AWO angesteckt hat.

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    Corona nach Senioren-Busreise: Vorwürfe gegen Organisatoren

    Nach einer von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) organisierten Busreise ist eine Teilnehmerin an Covid-19 erkrankt. Ob sich die Augsburgerin wirklich bei der Fahrt angesteckt hat, ist unklar. Der Kreisverband hält die Reise rückblickend für unvernünftig.

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    Es sind schwere Vorwürfe, die der Bruder einer an Covid-19 erkrankten Seniorin erhebt: Er ist davon überzeugt, dass sich seine Schwester bei einer Busreise der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit dem Virus angesteckt hat – und zwar bei einer Mitreisenden, die die Fahrt mit Erkältungssymptomen angetreten haben soll. Den mehrtägigen Ausflug in den Bayerischen Wald im Oktober hatten mehrere Ortsverbände der AWO Augsburg organisiert.

    Corona-Patientin auf Intensivstation

    Seine Schwester liege auf der Intensivstation, sagte der Mann der "Augsburger Allgemeinen". Auch er selbst, seine Frau und sein Vater seien infiziert. Für all diese Fälle hält der Mann die Arbeiterwohlfahrt für verantwortlich: Er wirft der AWO vor, die Reise nicht abgesagt zu haben, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Augsburg damals bei 151 lag.

    AWO-Kreisverband: Seniorenfahrt rechtlich erlaubt

    Der AWO-Kreisverband Augsburg Stadt sieht die Reise kritisch. AWO-Geschäftsführer Werner Weishaupt sagte im Gespräch mit dem BR, sie sei überflüssig und unvernünftig gewesen. Er betonte aber auch, dass die Fahrt rechtlich erlaubt gewesen sei. Zudem sei völlig unklar, ob sich die Seniorin wirklich im Rahmen der Reise mit dem Coronavirus angesteckt habe. Allen anderen Teilnehmern gehe es gut, so Weishaupt. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Hygienekonzepte eingehalten wurden.

    Weishaupt räumte aber auch ein, dass man sich fragen müsse, wie sinnvoll diese Reise war. "Ich wäre nicht in den Bus gestiegen", sagte er. Auf der Vorstandssitzung der Arbeiterwohlfahrt im September habe man die eindeutige Empfehlung abgegeben, auf derartige Aktivitäten zu verzichten. Aufgrund des Falls würden die Ortsverbände nochmal angeschrieben, um sicherzustellen, dass solche Aktivitäten unterbleiben.

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