BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Wegen der Verdachtsfälle der britischen Corona-Variante am Klinikum Bayreuth gelten für mindestens eine Woche verschärfte Maßnahmen.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona-Mutation in Bayreuth: Klinik-Mitarbeiter vor Problemen

Die sogenannte "Pendelquarantäne" stellt viele der über 3.000 Mitarbeiter der Bayreuther Krankenhäuser vor Probleme. Sie sollen zur Arbeit kommen, aber auf keinen Fall die hochansteckende britische Variante des Coronavirus in der Stadt verteilen.

1
Per Mail sharen
Von
  • Kristina Kreutzer
  • Thorsten Gütling

Elf Mitarbeiter der beiden Bayreuther Krankenhäuser sind möglicherweise mit der aus Großbritannien stammenden und hochansteckenden Coronavirus-Mutation infiziert. Mehr als 3.000 Mitarbeiter der beiden Kliniken befinden sich deshalb in einer sogenannten "Pendelquarantäne".

Das bedeutet: Sie dürfen zunächst sieben Tage lang nur zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pendeln und sollen dabei nach Möglichkeit keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Viele Beschäftigte stellt das vor Probleme, sowohl was die Kinderbetreuung als auch den Einkauf von Lebensmitteln betrifft.

Bayreuth hat Hilfe bei Kinderbetreuung angekündigt

Die Stadt hat bereits Hilfe signalisiert. Man wolle dafür sorgen, dass die Kinder der Betroffenen in die Notbetreuung der städtischen Kindergärten aufgenommen werden könnten. Auch mit anderen Trägern wolle man Gespräche führen, so Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) im Gespräch mit dem BR. "Wir werden auf jeden Fall dazu beitragen, dass die Kinderbetreuung gewährleistet wird", so Ebersberger.

Auszubildende suchen nach Einkaufshilfen

Dass auch das Einkaufen in der Pendelquarantäne nicht erlaubt ist, stellt vor allem Auszubildende vor große Problem. Viele sind neu in der Stadt und haben außer Kollegen und Mitschülern, die ebenfalls in Quarantäne sind, nur wenige Bekannte. Auf Facebook suchen viele von ihnen bereits nach Einkaufshilfen.

Bayreuths Oberbürgermeister Ebersberger hofft auf Hilfe von Nachbarn. Für die Stadt sei das, aufgrund der hohen Anzahl von Betroffenen nicht zu leisten. Wer helfen wolle, könne sich an die gemeinnützige Organisation "Vereint Leben und Pflegen" (VerLePe) wenden.

Inzidenzwert sinkt, Oberbürgermeister optimistisch

Die Stadt Bayreuth wolle nun alles unternehmen um die Ausbreitung der hochansteckenden Virus-Mutation zu unterbinden. Abgesehen von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln habe die Stadt darüber hinaus aber keine Werkzeuge an der Hand, so Oberbürgermeister Ebersberger. Angesichts sinkender Inzidenzwerte in der Stadt sei man aber optimistisch, die Lage in den Griff zu bekommen.

Lastwagenfahrer negativ auf britische Mutation getestet

Ein wichtiger Schritt dazu sei es, das Infektionsgeschehen am Klinikum Bayreuth wieder nachverfolgen zu können. Auch wenn zunächst völlig unklar gewesen sei, auf welchen Stationen die britische Mutation um sich gegriffen habe, stehe nun fest, dass sie zuerst in der Station für Nephrologie sowie der Schlaganfalleinheit aufgetreten sei.

Wie die Mutation dorthin gelangen konnte ist aber weiter ein Rätsel. Der Lastwagenfahrer, der beruflich in Großbritannien war und sich anschließend wegen einer Corona-Infektion im Klinikum behandeln ließ, kommt als "Infektionsherd" jedenfalls nicht mehr infrage. Wie Thomas Bollinger, Oberarzt und Pandemiebeauftragte des Klinikums dem BR bestätigte, sei die britische Mutante bei dem Lastwagenfahrer nicht nachgewiesen worden. Die Nachforschungen gingen daher mit Hochdruck weiter.

© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Nicolas Armer

Die BR-Korrespondentin aus Bayreuth, Kristina Kreutzer, berichtet von den Corona-Mutations-Verdachtsfällen im Klinikum Bayreuth.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!