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Eine Verlagerung von Patienten aus dem Klinikum Bayreuth kommt laut Bayreuth Oberbürgermeister Thomas Ebersberger nicht infrage.

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Corona-Mutation: Bayreuths Klinik-Stationen werden nicht geräumt

Am Klinikum Bayreuth besteht weiterhin der Verdacht, dass die britische Corona-Mutation aufgetreten ist. Die Lage im Klinikum sei angespannt, das Personal arbeite am Anschlag. Eine Auslagerung verschiedener Stationen sei dennoch unwahrscheinlich.

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Von
  • Lisa Hofmann

Bei mittlerweile 20 Personen am Klinikum Bayreuth und im Krankenhaus Hohe Warte wird eine Infektion mit der britischen Mutation des Coronavirus vermutet. Ob die Personen tatsächlich damit infiziert sind, wird sich erst im Verlauf der nächsten Woche herausstellen, da die wissenschaftliche Untersuchung vom Tag der Entdeckung bis zum Ergebnis bis zu zwölf Tage in Anspruch nimmt.

Britische Mutation schneller, aber nicht gefährlicher

Nach bisherigen Erkenntnissen verbreite sich die britische Mutante schneller als das ursprüngliche Virus. Es gebe jedoch keine Erkenntnisse dazu, ob die Mutante gefährlicher sei, also einen schwereren Krankheitsverlauf mit sich bringe, erklärt Anne Kleinknecht aus der BR Wissenschaftsredaktion.

"Jeder Fall ist ein Fall zu viel"

Von Seiten des Klinikums sowie der Stadt Bayreuth versuche man weiterhin die Infektion so gering wie möglich zu halten - zum Beispiel durch eine Pendelquarantäne der Klinikum-Mitarbeiter, erklärte Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) am Freitagmorgen in einem Interview mit dem BR. Kraft Amtes ist Ebersberger derzeit der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Klinikum Bayreuth GmbH.

"Wir müssen davon ausgehen, jeden Corona-Fall zurückdrängen zu wollen. Jeder Fall ist ein Fall zu viel." Thomas Ebersberger, Oberbürgermeister Bayreuth

Inzidenz innerhalb von zwei Wochen halbiert

Zwar habe sich die Inzidenz mit einem aktuellen Wert von 137 innerhalb der vergangenen beiden Wochen bereits halbiert, dennoch müsse man das Virus in Zaum halten. "Wir sind darauf angewiesen, dass sowohl die Mitarbeiter des Klinikums als auch die Bevölkerung sämtliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus einhalten und akzeptieren", so Ebersberger weiter.

Ebersberger: "Von Auslagerung der Stationen halte ich nicht viel"

Das Klinikum Bayreuth befindet sich weiterhin in einem Ausnahmezustand. Der Betrieb ist eingefroren und nur Notfall-Patienten werden noch aufgenommen. Von einer Auslagerung verschiedener Abteilungen nach Kulmbach hält Oberbürgermeister Ebersberger nicht viel. "Sollten Patienten oder Mitarbeiter ausgelagert werden, die im Nachhinein doch positiv auf das Coronavirus getestet werden, so kommt es zu einem zusätzlichen Ausbruch in einem weiteren Krankenhaus."

Hilfe durch Bundeswehr in Bayreuth beantragt

Um der Belastung im Klinikum Bayreuth standhalten zu können, hat die Stadt bereits Anträge zur Hilfe durch die Bundeswehr gestellt. "Die Bundeswehr wird nach Bayreuth kommen und uns helfen", so Ebersberger.

Zahlreiche Mutationen in Franken gemeldet

Innerhalb weniger Tage sind in Franken an mehreren Orten Mutationen des Coronavirus aufgetaucht. Während in Ansbach die dänische Variante, in Bamberg die Garmisch-Mutation und in Nürnberg und Fürth die Südafrika-Variante des Coronavirus verifiziert wurde, wird in anderen Teilen Frankens weiter über die Art der festgestellten Corona-Mutationen gerätselt. Mit welcher Variante des Virus sich zwei Personen im Landkreis Hof infiziert haben, noch genauso. Ebenso unsicher ist noch, mit welcher Variante sich die fünf Bewohner eines Altenheimes in Selb infiziert haben. In Bayreuth stehen unterdessen 20 Krankenhaus-Mitarbeiter in Verdacht, sich mit der britischen Mutante angesteckt zu haben.

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