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Corona-Mutation: Aufnahmestopp in zwei Bayreuther Kliniken | BR24

© BR/Lisa Hofmann

Weil die hochansteckende britische Variante des Coronavirus dort nachgewiesen wurde, gilt am Bayreuther Klinikum ein Aufnahmestopp.

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Corona-Mutation: Aufnahmestopp in zwei Bayreuther Kliniken

Zwei Bayreuther Krankenhäuser schließen vorsorglich: Bei 13 Mitarbeitern wird vermutet, dass sie mit der hochansteckenden Coronavirus-Mutation aus Großbritannien infiziert sind. Mehr als 3.000 Mitarbeiter sind daher in sogenannter "Pendelquarantäne".

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Von
  • Thorsten Gütling
  • Kristina Kreutzer

Am Klinikum Bayreuth stehen 13 Mitarbeiter in Verdacht, mit der hochansteckenden britischen Variante des Coronavirus infiziert zu sein. In elf Fällen sei der Verdacht konkret, zwei weitere seien fraglich, heißt es aus dem Klinikum Bayreuth. Eine Klärung werde bis zu 14 Tage dauern.

Die beiden Krankenhäuser der Klinikum Bayreuth GmbH, zu der neben dem Klinikum auch das Krankenhaus Hohe Warte gehört, werden daher vorsorglich geschlossen. Aufgenommen werden nur noch absolute Notfälle.

3.300 Mitarbeiter dürfen sich nur noch zuhause und im Krankenhaus aufhalten

Konkret heißt es, für beide Betriebsstätten gelte ein Aufnahmestopp. Geburten würden je nach Dringlichkeit versorgt. Patienten müssten innerhalb von 48 Stunden zweimal negativ getestet worden sein bevor sie entlassen werden. Für alle Mitarbeiter gelte bis zur endgültigen Klärung der Verdachtsfälle eine sogenannte "Pendelquarantäne". Das heißt, sie dürfen nur zwischen Arbeitsstätte und Wohnort wechseln und dabei keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Zuhause müssen sich die 3.300 Mitarbeiter in Quarantäne begeben.

Britische Variante des Coronavirus in Bayreuth nachgewiesen

Am 20. Januar wurde bekannt, dass die hochansteckende Corona-Variante aus Großbritannien in Bayreuth angekommen ist. Sie wurde bei einer Frau nachgewiesen, die sich noch vor den Weihnachtsfeiertagen in Großbritannien aufgehalten hatte. Sie habe sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben und sei auch nicht zur Behandlung im Klinikum Bayreuth gewesen.

Dass die Frau nicht mit dem üblichen Coronavirus sondern der mutierten britischen Variante infiziert war, habe man erst am 16. Januar bemerkt, heißt es aus dem Gesundheitsamt Bayreuth. Da allerdings sei die Frau bereits von der Isolation befreit und auch nicht mehr ansteckend gewesen.

Lastwagenfahrer aus Großbritannien zur Behandlung im Klinikum

Am 21. Januar wurde bekannt, dass am Klinikum Bayreuth ein Corona-Patient behandelt wurde, der zuvor als Kraftfahrer in Großbritannien war. Er sei auf zwei unterschiedlichen Stationen behandelt worden, hieß es. Ob er mit einer Mutation des Coronavirus infiziert war, war noch nicht bekannt.

Tausende Mitarbeiter an Klinikum und Hoher Warte werden getestet

Dennoch vermutete man im Klinikum einen Zusammenhang zwischen diesen Fällen und den zuletzt stark angestiegenen Coronavirus-Infektionen in den beiden Krankenhäusern der GmbH. 2.800 Mitarbeiter wurden daher innerhalb von vier Tagen auf das Coronavirus und die hochansteckende Mutation getestet. "Ich gehe davon aus, dass aufgrund der veränderten Verläufe die Mutation bereits hier ist", sagte der Ärztliche Direktor, Thomas Rupprecht, vergangenen Donnerstag im BR-Gespräch.

Derzeit seien 99 Mitarbeiter der Klinikum Bayreuth GmbH positiv auf das Coronavirus getestet worden, heißt es. Alle seien in Quarantäne und nicht im Dienst. Die Reihentestung habe bis dato 18 positive Fälle gezeigt.

Klinikum Bayreuth will Bundeswehr um Unterstützung bitten

Am Klinikum Bayreuth werden derzeit rund 80 Patienten betreut, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Dazu befinden sich 150 Mitarbeiter im Krankenstand oder in Quarantäne. Für den Fall, dass noch mehr Mitarbeiter ausfallen, hat das Klinikum bereits die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München hätten dem Klinikum zugesagt weitere Sequenzierungen zur genauen Klärung der Situation zeitnah zu ermöglichen. Die Lage sei angespannt, aber unter Kontrolle.

© BR

Das Klinikum Bayreuth nimmt nur noch Notfallpatienten auf. Grund ist ein Corona-Ausbruch, der wohl zumindest zum Teil auf die mutmaßlich deutlich ansteckendere britische Variante zurückgeht. 3.300 Mitarbeiter unterzogen sich einer Reihentestung.

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