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Corona-Maßnahmen in Augsburg bereits seit Freitagabend | BR24

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Augsburg setzt den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig um. BR-Reporter Rene Kirsch im Gespräch.

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Corona-Maßnahmen in Augsburg bereits seit Freitagabend

In Augsburg gilt der Teil-Lockdown schon seit Freitagabend, 21 Uhr. Das hatte Oberbürgermeisterin Eva Weber zuvor bekannt gegeben. Die Stadt reagiert auch auf einen dramatischen Appell von Ärzten des Uniklinikums Augsburg.

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Von
  • Veronika Scheidl
  • Angelika Nörr

Aufgrund sehr hoher Infektionszahlen in der Stadt hat sich Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in Rücksprache mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür entschieden, dass die schärferen Corona-Maßnahmen in Augsburg am 30. Oktober, ab 21 Uhr in Kraft treten werden. Damit gelten die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Beschränkungen zwei Tage früher als im restlichen Freistaat. Auch die Stadt Rosenheim hat sich zu diesem Schritt entschieden.

7-Tage-Inzidenz in Augsburg von 256,7

In der Stadt Augsburg sind seit Mittwoch weitere 174 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Das hat am Donnerstagvormittag die Stadt auf ihrer Internetseite bekannt gemacht. Demnach liegt der derzeitige Inzidenzwert jetzt bei 256,7.

Uniklinik Augsburg warnt vor Corona

Oberstes Ziel ist es laut Eva Weber, das Gesundheitssystem zu stabilisieren. Die Krankenhäuser müssten in jeder Situation die Menschen behandeln können, das sei derzeit in Gefahr. Denn ohne Maßnahmen würde es bis Ende November 90.000 Neuinfektionen geben.

Der stellvertretende Ärztliche Direktor des Uniklinikums, Helmut Messmann sagte auf der Pressekonferenz: "Wir befinden uns auf einer Abschussfahrt!" Am Klinikum würden derzeit 107 Covid-Patienten inklusive Verdachtsfälle behandelt, davon 25 auf Intensivstation. 19 Patienten müssen beatmet werden. Das seien deutlich mehr als im Frühjahr. Die Patienten kämen vor allem aus dem Stadtgebiet. Es müssten bereits andere Krankenhäuser Fälle übernehmen.

Augsburg erlässt drei weitere Regelungen

Neben den bayernweit geltenden scharfen Corona-Maßnahmen hat Augsburg noch drei zusätzliche Regeln aufgestellt:

  • So gilt in Bereichen hoher Frequenz, etwa an Hauptverkehrsachsen, an den Uferbereichen von Lech und Wertach, wo Menschen vermehrt ihre Freizeit verbringen, und auch auf öffentlichen Spielplätzen, eine ausgeweitete Maskenpflicht.
  • Des Weiteren besteht in öffentlichen Einrichtungen und in Geschäften die Pflicht, Desinfektionsmittelspender aufzustellen.
  • Ab heute gilt zudem ein Alkoholverbot in allen öffentlichen Bereichen in der Stadt zwischen 21 Uhr und 6 Uhr.
© Stadt Augsburg

Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber hat angekündigt, die von den Ministerpräsidenten beschlossenen Maßnahmen in Augsburg bereits am Freitag einzuführen.

Oberbürgermeisterin bittet um Verständnis und Solidarität

Auf der Pressekonferenz warb Oberbürgermeisterin Eva Weber um Verständnis für die Maßnahmen. Man habe keine andere Wahl gehabt angesichts der steigenden Infektionszahlen. Die Situation fordere "uns allen" etwas ab. "Machen Sie mit!", war Webers eindringlicher Appell an die Menschen in Augsburg. Es gehe nun um den Schutz von Gesundheit und Leben, darum müssten die Maßnahmen sein.

"Ich bitte um Ihre Solidarität mit denen, die sich infiziert haben oder noch infizieren werden und ärztliche Hilfe brauchen. Um Solidarität mit denen, die im Krankenhaus arbeiten, damit Kranke wieder gesund entlassen werden können", erklärte Weber. Sie bat auch um die Solidarität mit Menschen mit Vorerkrankungen und mit denen, die von den Maßnahmen besonders hart betroffen seien, wie Dienstleister, Gastronomie und Kultur.

Kitas und Schulen bleiben geöffnet

Kitas und Schulen im Stadtgebiet sollen offen bleiben, weil diese Bereiche nicht die Infektionstreiber seien. Für die Schulen gilt nach den Ferien die Verordnungen nach Warnstufe 3. Das heißt, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, findet ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht statt.

Weber: Bis zur Herdenimmunität vergehen Jahre

Eva Weber erklärte auf der Pressekonferenz zudem, dass man nicht drauf warten könne, dass sich eine Herdenimmunität einstellt. Denn das würde Jahre dauern und bis dahin würden viele Menschen aufgrund der Überlastung des Gesundheitssystems sterben.

Zwischenbilanz nach zwei Wochen

Die Stadt will laut Weber in zwei Wochen ein "hoffentlich positives Zwischenfazit" ziehen. "Damit wir die Chance auf eine zwar nicht normale Adventszeit, wie wir sie kennen, haben, aber zumindest auf ein Weihnachtsfest, das nicht so sehr unter Coronavorzeichen gefeiert werden muss", sagte Weber.

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