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Corona-Maßnahmen: Oberpfälzer Kinos und Sportvereine enttäuscht | BR24

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Doris Lerchl-Goldermann vom Regina-Filmtheater im Interview

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Corona-Maßnahmen: Oberpfälzer Kinos und Sportvereine enttäuscht

In Bayern bleibt es noch mindestens in den kommenden drei Wochen bei dem teilweisen Lockdown. Oberpfälzer Unternehmer sehen das eher kritisch. Vor allem die Kultur- und Sportbranche bringt das in Schwierigkeiten.

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Von
  • Meike Föckersperger
  • Zara Kroiß

Bund und Länder haben eine Verlängerung des Lockdown-Light beschlossen. Bis mindestens 20. Dezember bleiben Kneipen, Restaurants, Freizeit- und Kultureinrichtungen geschlossen. Vor allem die Kultur- und Sportbranche in der Oberpfalz bringt das in Schwierigkeiten.

Kinobetreiberin: Es geht wirtschaftlich und mental an die Substanz

Aufgrund der Maßnahmen müssen auch Kinos weiterhin geschlossen bleiben. Kinobetreiber, wie Doris Lerchl-Goldermann vom Regina Filmtheater in Regensburg, empfinden die Verlängerung als sehr schwierig. Sowohl wirtschaftlich als auch mental gehe es jetzt langsam an die Substanz, erklärte Lerchl-Goldermann dem BR. Es herrsche immer noch Unverständnis, warum bei einem Lockdown ausgerechnet die Kultureinrichtungen schließen müssen. Dies würde den Besuchern implizieren, dass in den Kinos Ansteckungsgefahr herrsche, so die Kinobetreiberin. Das Gegenteil sei der Fall, so Lerchl-Goldermann. Sie habe noch von keinem einzigen Fall gehört, bei dem sich Besucher im Kino mit dem Corona-Virus angesteckt hätten.

Dankbar für Überbrückungshilfen

Dass der Lockdown light ab dem 20. Dezember endet und damit Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen, bezweifelt die Kinobetreiberin. Aufgrund der hohen Infektionszahlen und der verschobenen Kinostarts größerer Produktionen auf Frühjahr 2021, befürchtet sie, dass Kinos und Theater noch bis nächstes Jahr geschlossen bleiben müssen. Für die Überbrückungshilfen, die sie bekommt, sei sie dankbar. Ohne die, wäre ein Fortbestehen der Kinos überhaupt nicht möglich, so Lerchl-Goldermann.

Sportvereine befürchten Einbruch der Mitgliederzahlen

Auch Sportstätten müssen im Teil-Lockdown weiterhin geschlossen bleiben. Der Präsident des TSV-Schwandorf, Karl-Heinz Saur, befürchtet deshalb einen Einbruch der Mitgliederzahlen zum Ende des Jahres: "Ich bin überzeugt, dass es auch möglich wäre Vereinssport zu machen, mit entsprechenden Hygienemaßnahmen. Sport wäre meiner Meinung nach, in abgespeckter Form möglich, wie Schichtbetrieb oder ähnliches. Ein kompletter Lockdown ist für mich übertrieben.“ Weiterhin befürchtet Saur, dass gerade die jugendlichen Vereinsmitglieder "wegbrechen“. Laut Saur würden sie sich dann andere Hobbys suchen, wie zum Beispiel Computerspiele. Womöglich würden sie auch an Kondition einbüßen, deshalb würde der Mannschaftssport in den nächsten Jahren erheblichen Schaden erleiden, prophezeit Saur. Auch wirtschaftlich sei es schwer tragbar, wenn der komplette Verein lahmgelegt wird, aber dennoch Miete und Beitragskosten weiterbezahlt werden müssten.

Geplante Fitnessstudioeröffnung musste abgesagt werden

Auch Fitnessstudios müssen weiterhin geschlossen bleiben. Maria Feuerer, Besitzerin eines neugegründeten Fitnessstudios in Nittendorf (Lkr. Regensburg), konnte die geplante Eröffnung Mitte November wegen Corona nicht durchführen. "Wir verstehen nicht, warum wir trotz guter Vorbereitung nicht eröffnen dürfen und zugesperrt bleiben müssen. Wir sind wütend auf die Regierung.“ Feuerer habe alle künftigen Mitarbeiter über die Corona-Hygienemaßnahmen aufgeklärt. Zudem bekomme die Fitnessstudio-Besitzerin keine Unterstützung, da sie als Neugründerin noch kein Einkommen der letzten Jahre vorweisen kann.

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Tatjana (l.) und Maria Feuerer (r.), Besitzerinnen eines neugegründeten Fitnessstudios in Nittendorf im Interview

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