BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona: Söder will stärkere Einschränkungen für private Feiern | BR24

© BR

Nach stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Bayern, vor allem in München, denkt die Staatsregierung über neue Einschränkungen für Hotspots nach. Dazu gehört auch eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und ein Alkoholverbot.

54
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona: Söder will stärkere Einschränkungen für private Feiern

CSU-Chef Söder macht private Feiern für den Anstieg der Corona-Zahlen in München verantwortlich - und will Beschränkungen: Alkoholverbote, Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, niedrigere Teilnehmerzahlen. Zudem warnt er vor einem "Fußball-Ischgl".

54
Per Mail sharen

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Söder zeigt sich "sehr besorgt" über die hohen Corona-Zahlen in München. "Es kann die Gefahr bestehen, dass das Infektionsgeschehen nicht mehr nachverfolgbar ist", warnte Söder vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Deswegen wollten Stadt München und Freistaat Bayern "engstens abgestimmt" auf den Anstieg reagieren. "Wir können das nicht einfach so laufen lassen", betonte er.

Bundeswehr soll um Unterstützung gebeten werden

Um das Gesundheitsamt München zu stärken und Infektionsketten besser nachvollziehen zu können, soll laut Söder die Bundeswehr um Unterstützung gebeten werden. Zudem müsse bei privaten Veranstaltungen und privaten Treffen auf öffentlichen Plätzen nachgesteuert werden. Sie seien gegenwärtig das Hauptproblem.

Für Städte und Landkreise, in denen der Alarmwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Teilnehmer in den vergangenen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) überschritten wird, solle das Regelwerk daher "vertieft" werden, kündigte der Ministerpräsident an. Das bayerische Kabinett werde sich am Dienstag damit befassen. "Dort, wo Vernunft und Einsicht sich schwertun, brauchen wir entsprechende Regeln, und die werden wir jetzt auch dann auf den Weg bringen."

Maskenpflicht und Alkoholverbote möglich

Ein Instrument soll laut Söder eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sein, wenn kein Mindestabstand zwischen den Menschen eingehalten werden könne. Das sei dringend notwendig. Die entsprechenden Plätze sollen die Kommunen festlegen, in denen der Inzidenzwert 50 oder höher ist. Zudem solle dort der Alkoholkonsum eingeschränkt werden. Laut Söder soll auch über das Thema Sperrzeiten gesprochen werden. "Man kann nicht für die Freude Einiger das Leben von Wenigen gefährden", mahnte der CSU-Vorsitzende.

Wichtigstes Ziel sei es, dass Schulen, Krippen und Kindergärten offen bleiben und auch die Wirtschaft nicht eingeschränkt wird, betonte Söder. In München galt an den vergangenen Wochenenden bereits ein nächtliches Alkoholverbot auf bestimmten Plätzen. Auch in anderen bayerische Städten gab es temporäre Konsum- oder Verkaufsverbote für Alkohol.

Ausnahmen von diesen Regelungen soll es auch bei hohen Corona-Zahlen dann geben, wenn das Infektionsgeschehen sehr klar zuzuordnen ist, wie beispielsweise im Fall Mamming.

Strengere Obergrenzen für private Treffen

Die Nachsteuerung bei Inzindenz-Werten ab 50 kann laut Söder auch die Größe privater Veranstaltungen betreffen. Diese müssten "dann wieder kleiner werden".

Laut der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelten in Bayern nach wie vor Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum: Dort dürfen sich maximal zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten treffen. Im privaten Raum sollen möglichst Mindestabstände eingehalten werden.

Private Feiern - zum Beispiel Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstage, Schulabschlussfeiern und Vereins- und Parteisitzungen - dürfen in geschlossenen Räumen bis zu 100 Teilnehmer und unter freiem Himmel 200 Teilnehmer haben, wenn der Veranstalter ein Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet hat.

Markus Söder: Kein "Fußball-Ischgl riskieren"

Ein "außerordentlich ungutes Gefühl" habe er auch mit Blick auf das anstehende Supercup-Spiel des FC Bayern München im Corona-Risikogebiet Budapest, sagte Söder weiter. Es mache ihm Sorgen, "wenn 2.000, 3.000 Leute aus München und der Region nach Budapest fliegen sollten". Es gelte daher, sehr aufzupassen, "dass wir da nicht eine zusätzliche Gefahr haben, eine Art Fußball-Ischgl riskieren".

Deswegen werde er am Dienstag im Kabinett vorschlagen, die Quarantäne-Verordnung zu ergänzen, die bisher für Rückkehrer aus Risikogebieten keine Quarantäne-Pflicht vorsieht, wenn sie kürzer als 48 Stunden im Ausland waren. Besucher von Sport- und Kulturveranstaltungen sollen künftig auch bei sehr kurzen Aufenthalten in Risikogebieten in Quarantäne müssen oder einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Für Geschäftsreisende und Berufspendler soll die Ausnahme von der Quarantäne-Pflicht bestehen bleiben.

Mit Blick auf das Supercup-Spiel betonte Söder: "Mein Appell wäre noch mal an alle, sich das grundlegend zu überlegen, ob das jetzt wirklich notwendig ist."

Weihnachtsmärkte: Abhängig von Corona-Zahlen

Auch die Frage, ob Weihnachtsmärkte öffnen können, wird laut Söder von den Corona-Zahlen in den jeweiligen Kommunen abhängen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 gebe es Möglichkeiten, wie man mit strengen Regeln Märkte erlauben könne. Bei höheren Werten werde es wahrscheinlich in betroffenen Kommune keine Weihnachtsmärkte geben. Das gelte auch für Karneval-Veranstaltungen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!