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Corona-Maßnahmen: Söder will schärfere Quarantäne-Regeln | BR24

© dpa-Bildfunk

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung am 8.9.20.

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    Corona-Maßnahmen: Söder will schärfere Quarantäne-Regeln

    Bayerns Ministerpräsident Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels des FC Bayern im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher galt: In Quarantäne muss nur, wer länger als 48 Stunden in einem Risikogebiet war.

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    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will mit Blick auf das Fußball-UEFA-Supercup-Spiel schärfere Quarantäne-Regeln einführen. Am Donnerstag trifft der FC Bayern in Budapest auf den FC Sevilla. Söder sagte im Interview mit B5: "Ich habe wirklich Bauchschmerzen was den Supercup betrifft. Budapest ist ein Risikogebiet mit 100 Inzidenzien. Das ist sehr unvernünftig, deswegen werden wir auch die Quarantäne-Verordnung noch mal ändern".

    Markus Söder rät von Fan-Reisen nach Budapest ab

    Über die bisherigen Regeln sagte Söder: "Wir werden das ändern – und ändern müssen." Bisher gilt bei Aufenthalten in ausländischen Risikogebieten: Wer sich weniger als 48 Stunden dort aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

    Er könne nur dringend raten, sich genau zu überlegen, ob man als Fan zum Supercup nach Budapest fahren müsse, sagte Söder. Er halte das nicht für notwendig, so schön der Supercup auch sei. "Wir können das nicht mit 2.000, 3.000 Leuten riskieren, die sich dann möglicherweise verständlicherweise im großen Feiern in den Armen liegen und dann haben wir eine riesen Infektionswelle." Budapest gilt seit Mittwoch vergangener Woche als Corona-Risikogebiet.

    UEFA hält an Plänen mit Zuschauern fest

    Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag in der Puskás Arena vor Zuschauern stattfinden zu lassen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Klubs stehen jeweils rund 3.000 Tickets zur Verfügung. Rund 2.100 Fußballfans wollen den FC Bayern München letzten Angaben zufolge nach Budapest begleiten.

    Söder bringt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München ins Spiel

    Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Bayern plädiert Söder auch für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München. Vor dem Hintergrund der Wiesn-Partys am Wochenende in München werde die Staatsregierung mit der Stadt über entsprechende Maßnahmen beraten.

    "Ich bin sehr dafür, dass wir auch auf öffentlichen Plätzen, wo kein Abstand halten möglich oder gewollt ist, eine Maskenpflicht einführen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf B5 aktuell

    Dann könnten auch die Ordnungskräfte entsprechend reagieren, denn dort sei die Gefahr größer.

    Sorgen wegen privater Veranstaltungen

    Söders Sorge angesichts der hohen Zahlen in Städten wie München oder Würzburg seien nicht in erster Linie die professionell organisierten Termine, sondern die privaten Veranstaltungen.

    "Wenn die Vernunft nichts hilft, dann muss gesteuert werden. Freude und Vernunft sollten besser zusammenkommen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf B5 aktuell

    Ein zweiter Lockdown müsse verhindert werden. Klare Priorität hätten für ihn der Vollbetrieb in Schulen und Kitas und das Wirtschaftsleben.

    "Wuchtiger Aufschlag" habe Schlimmeres verhindert

    Auf die Frage, ob er im Rückblick anders reagiert hätte, sagte Söder, er glaube, dass nur "der wuchtige, gesellschaftliche Aufschlag, das Unterhaken aller Beteiligten" Schlimmeres verhindern konnte. Jetzt versuche man aus dem, was man erlebt habe und jetzt wisse, die besseren Schlüsse zu ziehen.

    Im momentanen Hotspot München sei geplant, das Gesundheitsamt zu verstärken und außerdem werde die Staatsregierung die Bundeswehr um Unterstützung bitten, damit die Infektionsketten besser nachverfolgt werden könnten.

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