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Archivbild: Grundschulkinder

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So geht es weiter an den Kitas und Schulen in Bayern

Nach den Pfingstferien soll an vielen Schulen und Kitas im Freistaat wieder mehr Normalität einkehren. Neben Schülern sollen aber verstärkt auch Kita-Kinder getestet werden, beschloss das Kabinett. Wie es bis zu den Sommerferien weitergeht.

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Von
  • Petr Jerabek

Lange setzte Bayern bei Schulen und Kitas auf einen im Bundesvergleich eher vorsichtigen Kurs, nach den Pfingstferien soll aber deutlich mehr Normalität möglich werden. Das bayerische Kabinett verständigte sich auf das weitere Vorgehen bis zum Sommer. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann dürfen Schulen öffnen, wann müssen sie schließen?

Entscheidend für Schulöffnungen und -schließungen in Bayern bleibt die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt, aber die Regeln ändern sich. Schließen müssen ab 7. Juni alle Schulen erst ab einem örtlichen Wert von 165 - wie es die Bundes-Notbremse vorsieht. Bayern hatte zunächst alle Schüler schon bei einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht geschickt, später wurde der Grenzwert zumindest für Grundschulen auf 165 angehoben. Künftig gilt er auch für die weiterführenden Schulen.

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 165 haben die Schüler Wechselunterricht. Sinkt der Wert mehrere Tage unter 50, kehren ab 7. Juni alle Schulklassen in voller Stärke in die Schule zurück - auch ohne Mindestabstand. Bisher war voller Präsenzunterricht nur in Grundschulen möglich.

Laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird somit nach den Pfingstferien der "ganz ganz überwiegende Teil der Schülerinnen und Schüler" bis zum Sommer in der Schule sein - entweder im Wechsel- oder im Präsenzunterricht. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sprach von einem "richtungsweisenden Beschluss", mit dem Schüler, Eltern und Schulen "einen klaren Fahrplan für mehr Präsenzunterricht bis zum Schuljahresende" hätten.

Bleibt die Test- und Maskenpflicht an Schulen?

Die Maskenpflicht für bayerische Schüler bliebt - auch im Unterricht. Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe müssen ab 7. Juni auf dem gesamten Schulgelände eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Maske) tragen.

Während beispielsweise im Handel und der Außengastronomie bei einer Inzidenz unter 50 kein negativer Corona-Test vorgelegt werden muss, bleibt die Testpflicht an Schulen laut Ministerpräsident Söder unabhängig von der Inzidenz. "Weil wir die Stabilität der Schule auf jeden Fall gewährleisten wollen", sagte er dazu. Gerade bei Schülern, insbesondere den Zehn- bis 19-Jährigen, seien die Inzidenzwerte höher als in anderen Altersgruppen.

Regel- oder Notbetrieb in der Kita?

Bei Kitas gelten ab 7. Juni die gleichen Schwellenwerte wie an Schulen. In Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von mehr als 165 wird in Krippen, Kindergärten und Horten nur eine Notbetreuung angeboten. Zwischen 50 und 165 gibt es einen eingeschränkten Regelbetrieb. Das bedeutet unter anderem, dass alle Kinder in festen Gruppen betreut werden. Liegt der Inzidenzwert unter 50, ist der normale Regelbetrieb erlaubt.

Für Vorschulkinder gibt es schon in den Pfingstferien ein Angebot: Die rund 118.000 Kinder, die diesen Herbst in die Schule kommen, können ab Dienstag bis zu einer Inzidenz von 165 im (eingeschränkten) Regelbetrieb betreut werden. "Für die Vorschulkinder endet ein wichtiger Lebensabschnitt", sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU). Sie sollten in den nächsten Wochen gemeinsam mit ihren Gruppen an den wichtigen Bildungsangeboten und Übergangsritualen im Kindergarten teilnehmen können. "Das stärkt den erfolgreichen Übergang in die Schule und unterstützt die Kinder bei ihrem Rollenwechsel vom Kindergartenkind zum Schulkind."

Wie werden Kita-Kinder getestet?

Da kürzlich Selbsttests auch für jüngere Kinder zugelassen wurden, wird die bayerische Test-Strategie jetzt auch auf Kita-Kinder ausgeweitet. Anders als an den Schulen seien die Tests für die Kleineren aber freiwillig, erläuterte Söder. Die Träger der Einrichtungen müssten den Eltern zwei Tests pro Woche anbieten. Rund zehn Millionen Tests stelle der Freistaat für die ersten Wochen zur Verfügung. "Die Eltern können diesen Test dann zu Hause mit ihren Kindern machen." Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek erhalten die Eltern eine "Art Gutschein" und können die Testkits dann in der Apotheke abholen.

Familienministerin Trautner sprach von einem weiteren wichtigen Schritt für eine sichere Kinderbetreuung und appellierte an die Eltern: "Bitte nutzen Sie das Angebot. Eine Rückkehr zur Normalität ist nur möglich, wenn wir Infektionen schnell erkennen und eindämmen."

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Die Corona-Zahlen sinken und Bayern lockert. Bei einer Inzidenz unter 100 sind beim Sport, im Tourismus und in der Kultur bald vorsichtige Öffnungen erlaubt. Das hat das bayerische Kabinett heute angekündigt.

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