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Aufbruchsstimmung in Freizeitparks: Bayern hat als letztes Bundesland in Deutschland die Wiedereröffnung von Freizeitparks erlaubt. Seit dieser Woche können Besucher wieder Achterbahn fahren. Eine Übersicht über die geöffneten Parks und Regeln.

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Corona-Lockerungen: Endlich wieder in den Freizeitpark!

Aufbruchsstimmung in Freizeitparks: Bayern hat als letztes Bundesland in Deutschland die Wiedereröffnung von Freizeitparks erlaubt. Seit dieser Woche können Besucher wieder Achterbahn fahren. Eine Übersicht über die geöffneten Parks und Regeln.

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Von
  • Sarah Beham

Kindergeschrei, lautes Lachen, strahlende Gesichter: Im Churpfalzpark Loifling im Landkreis Cham ist der Freizeitpark wieder mit Leben gefüllt.

"Gott sei Dank geht es los! Es ist eine sehr große Erleichterung, dass wir wieder aufmachen dürfen. Vor allem auch für unsere Angestellten", so Joachim Muth, Inhaber des Churpfalzparks. Seit Anfang der Woche können Besucher hier wieder Achterbahn oder Kinderkarussell fahren.

Übersicht über Bayerns größte Freizeitparks

Viele andere Freizeitparks in Bayern öffnen dieses Wochenende ihre Pforten. Eine Übersicht über Bayerns größte Freizeitparks:

  • Skyline Park: Der Freizeitpark bei Bad Wörishofen im Unterallgäu startet am Freitag, 11. Juni, in die neue Saison. Die Tickets können vorab online gebucht oder an der Kasse gekauft werden.
  • Bayern-Park: Auch der Bayern-Park im niederbayerischen Reisbach öffnet am Freitag,11. Juni, wieder seine Tore. Tickets können online gebucht oder am Eingang gekauft werden.
  • Playmobil Funpark: Am kommenden Montag, 14. Juni, feiert der Playmobil Funpark in Zirndorf seinen Saisonstart. Eintrittskarten müssen vorher online gebucht werden.
  • Churpfalzpark Loifling: Der Freizeitpark in der Oberpfalz hat bereits geöffnet. Tickets können an der Kasse vor Ort gekauft werden.
  • Erlebnispark Schloss Thurn: Der Freizeitpark beim mittelfränkischen Heroldsbach eröffnet am 12. Juni wieder.
  • Freizeitpark Ruhpolding: Der Freizeitpark im Chiemgau ist bereits geöffnet.
  • Freizeit-Land: Noch keinen Eröffnungstermin kann das Freizeit-Land Geiselwind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen nennen. Derzeit werde das Hygienekonzept mit den Behörden abgesprochen, heißt es vom Team des Freizeitparks. Man rechne Anfang Juli mit der Eröffnung, sagte eine Sprecherin.

Bayern hart getroffen: Freizeitparks als Saisongeschäfte

Monatelang war es nicht nur im Churpfalzpark in der Oberpfalz leer. Vom Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e.V. (VDFU) heißt es, man habe kein Verständnis dafür, dass Bayern als letztes Bundesland die Eröffnung von Freizeitparks erlaubt habe. "Das war nicht nachvollziehbar, da war die Frustration hoch – man hat sich im Stich gelassen gefühlt von der Politik", so ein Sprecher. Es handle sich bei Freizeitparks um eine Saison-Branche, die ohnehin nur sieben Monate im Jahr geöffnet sei.

"Wenn die Hälfte der Saison wegbricht, ist es schlimm, wenn es zwei Jahre hintereinander passiert, ist es tragisch. Gerade Bayern ist besonders betroffen – denn hier gibt es Pfingstferien." Jürgen Gevers, Sprecher Verband Deutscher Freizeitparks

In Bayern musste auf das Oster- und Pfingstgeschäft wegen der Pandemie verzichten werden.

Corona und Freizeitparks: Stete Ausgaben, keine Einnahmen

Gleichzeitig mussten während der Schließung die Attraktionen gewartet oder Investitionen zurückbezahlt werden. Das bedeutete: stete Ausgaben, keine Einnahmen. "Durch die längeren Standzeiten haben wir jetzt viel mehr Probleme als üblich. Das Riesenrad zum Beispiel, da war die Computersteuerung kaputt. Da hat über 30 Jahre nichts gefehlt. Aber dieses Jahr hat sie sich wohl gedacht: Das mit Corona dauert zu lange, da gebe ich den Geist auf", so Joachim Muth vom Churpfalzpark.

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Während der Schließungen mussten die Geräte in Freizeitparks weiterhin gewartet werden.

Corona: Freizeitspaß mit Regeln

Jetzt zur Öffnung laufen alle 80 Attraktionen auf der zehn Hektar großen Fläche im Churpfalzpark, auch die Restaurants haben geöffnet. Neben den bekannten Hygienekonzepten mit Abstandsregeln gelten noch einige weitere Regeln für alle Freizeitparks:

Testpflicht, inzidenzabhängig:

Liegt die lokale Inzidenz stabil unter 50, brauchen Besucher keinen negativen Test für einen Besuch im Freizeitpark. An Orten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 müssen Besucher ab sechs Jahren vor dem Eintritt in Freizeitparks einen negativen Schnelltest vorweisen - es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen.

Beschränkte Besucheranzahl:

In den Freizeitparks gilt eine Besucherbegrenzung. Meist sind 50 Prozent der Gäste erlaubt, die zu normalen Zeiten hinein dürfen. Weil die Parks jedoch sehr große Areale aufweisen, dürften alle Besucher ein Ticket erhalten, die kommen.

Online-Ticket-Reservierung:

Während beim Churpfalzpark keine Online-Reservierung vor dem Besuch nötig ist, müssen beispielsweise im Legoland im schwäbischen Günzburg oder im Playmobil Funpark in Zirndorf Tickets vorab online gekauft werden. Besucher können sich vor einem Besuch im Freizeitpark auf den jeweiligen Homepages darüber informieren.

Maskenpflicht in Innenräumen:

Eine FFP2-Maskenpflicht im Freizeitpark gilt nur in Regionen, die eine Inzidenz von über 50 aufweisen. Bei einer Inzidenz unter 50 dürfen die Attraktionen ohne Maske gefahren werden. Jedoch gilt überall eine Maskenpflicht in Innenräumen.

Verband Deutscher Freizeitparks: Regeln vertretbar

Vom Verband heißt es auf Anfrage, dass man mit den Regeln für die Freizeitparks zufrieden sei: "So lange die Inzidenzen niedrig sind." Sobald getestet werden müsste, wäre das ein Problem. "Mehrere Tausend Besucher testen, das ist eine unglaubliche logistische Herausforderung. Gerade im ländlichen Raum sind nicht alle Testzentren am Wochenende geöffnet." Das wäre aber die Zeit, in der die Menschen die Freizeitparks besuchen.

Freizeitparks: Fehlende Saisonmitarbeiter

Dennoch blicke man als Verband optimistisch in die Zukunft: Bisher musste noch kein einziger Freizeitpark in Deutschland für immer wegen Corona aufgeben. "Das sind alteingesessene Unternehmen auf eigenem Grund, das sind keine Start-ups."

Herausforderungen wird es trotzdem geben: Zum einen herrsche schon jetzt eine Mitarbeiterknappheit in Freizeitparks. Weil es vor allem in Bayern keine Öffnungsperspektiven für die Parks gab, wechselten Saisonarbeiter die Branche. "Die arbeiten jetzt bei Amazon im Logistikzentrum. Vor der Krise war es schon eine Herausforderung, das wird sich jetzt noch verschlimmern", so ein Verbandssprecher. Auch Joachim Muth vom Churpfalzpark sucht händeringend Personal.

Eine weitere Herausforderung sieht der Verband für Achterbahn-Hersteller, die es vor allem auch in Bayern gibt. Die Freizeitparks werden die nächsten Jahre weniger investieren können nach der Krise, das werde auch die Hersteller treffen, so der Sprecher.

Freizeitparks: "Ein Gefühl von Freiheit"

Trotz der Hürden für die Parks: Die Besucher im Churpfalzpark in der Oberpfalz sind glücklich über die Lockerungen und darüber, endlich wieder mit den Kindern Achterbahn fahren zu können. "Es ist ein Gefühl von Freiheit", meint eine Mutter. Eine andere ist froh, dass die Maskenpflicht nicht auf dem Gelände gilt: "Das war unsere Bedingung für den Besuch. Endlich wieder was Normales, draußen im Freien, ohne Maske!" Besonders für die Kinder sei es wichtig, wieder rauszukommen, meint ein Vater. "Endlich können sich meine Jungs wieder auspowern – daheim kannst du ihnen das alles gar nicht so bieten, was sie brauchen." Freizeitpark-Chef Joachim Muth ist sich sicher: "Die Menschen brauchen Freizeitparks und Abwechslung!" Er blickt zuversichtlich in die Zukunft.

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