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Corona-Lockerungen: Fränkische Städte mit gemischten Gefühlen | BR24

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Der Einzelhandel in Erlangen, der Stadt und in dem Landkreis Ansbach könnte bald wieder öffnen, denn die 7-Tage-Inzidenz liegt dort zurzeit unter 50. Man fürchtet jedoch eine Shopping-Tourismus und das Entstehen eines Corona-Hotspots.

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Corona-Lockerungen: Fränkische Städte mit gemischten Gefühlen

In Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz unter 50 dürfen ab Montag die Geschäfte wieder öffnen. Das könnte u.a. in Erlangen sowie Stadt und Landkreis Ansbach der Fall sein. Die Oberbürgermeister reagieren darauf allerdings sehr unterschiedlich.

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Von
  • Andreas Schuster

Ab kommender Woche stehen die nächsten Corona-Lockerungen an. Wir dürfen wieder mehr Leute treffen. Statt einer Person sind dann bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet). Ab einem Corona-Inzidenzwert von weniger als 50 darf auch der Einzelhandel wieder öffnen.

Fünf Städte und Landkreise in Mittelfranken dürfen auf Öffnung des Einzelhandels hoffen

In Mittelfranken könnte das nach aktuellem Stand (05.03.2021) in Erlangen, in Stadt und im Landkreis Ansbach sowie in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen der Fall sein. Hier lag der Inzidenzwert laut Robert Koch-Institut am Freitag unter der Marke von 50. Für Oberfranken gibt es zunächst wenig Hoffnung auf eine schnelle Öffnung des Einzelhandels. Hier lagen die Inzidenzwerte der Städte und Landkreise zuletzt allesamt über dem Wert von 50.

Erlanger OB Janik warnt vor Shopping-Tourismus

Trotz der Freude der Einzelhändler über die neue Perspektive warnt der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik vor den möglichen Folgen einer Öffnung. Er befürchtet eine Art Shopping-Tourismus. Grund ist, dass die Geschäfte in den Nachbar-Landkreisen wegen dort zuletzt höherer Inzidenzwerte über der 50er-Marke wohl in der kommenden Woche noch geschlossen bleiben. "Wir haben alle noch die Bilder im Kopf von den Ausflüglern, die manche Orte geflutet haben und dann überhaupt keine Abstandsregeln mehr eingehalten haben", so Janik. "Wir wollen nicht der neue Hotspot werden. Das soll kein Superspreader-Event werden", so der Erlanger Oberbürgermeister.

Janik kritisiert Regelung der Staatsregierung

Mit Blick auf die an den Inzidenzwert gekoppelten Öffnungen des Einzelhandels übte Janik auch Kritik an der Regelung der bayerischen Staatsregierung. "Ich hätte mir mehr klarer durchdachte Regelungen erwartet". Zu einer Eröffnung gehöre auch eine Teststrategie. Und die sei noch nicht vorhanden, so Janik. Die aktuelle Regelung werde seiner Meinung nach nicht funktionieren. So bestehe die Gefahr, dass die Inzidenzen wieder steigen. "Nicht nur in Erlangen, sondern auch im kompletten Umland", so Janik.

Dinkelsbühler OB Hammer wünscht sich mehr Eigenverantwortung

Christoph Hammer, der Oberbürgermeister von Dinkelsbühl (Lkr. Ansbach) begrüßt die in Aussicht stehende Öffnung des Einzelhandels. Man müsse den Mut haben das soziale Leben wieder nach oben zu fahren, sagte er im BR-Interview. Das soziale und wirtschaftliche Leben müsse jetzt in einem vertretbaren Rahmen wieder hochgefahren werden, beispielsweise durch Außengastronomie und Konzepte mit Abständen in den Geschäften, so Hammer. Der Dinkelsbühler Oberbürgermeister sprach sich zudem dafür aus, von der Einzelbetrachtung des Inzidenzwertes wegzukommen. Vielmehr müssten die Belastungszahlen in Krankenhäusern und bei den Intensivbetten beobachtet werden. Auch die Anzahl von geimpften Personen sei ein weiterer Maßstab, so Hammer.

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