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Corona-Lockerung zum Fest: Wie streng wird kontrolliert? | BR24

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Das Innenministerium hat angekündigt, die Polizei werde die Einhaltung der Corona-Regeln zu Weihnachten streng kontrollieren - vor allem die nächtliche Ausgangssperre.

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Corona-Lockerung zum Fest: Wie streng wird kontrolliert?

Polizei-Kontrolle zum Fest? Zu Weihnachten werden die Kontaktbeschränkungen etwas gelockert, es dürfen sich mehr Menschen treffen. Doch bei Regelverstößen drohen Strafen – und die Polizei kontrolliert. Viele sind verunsichert, wie eine Umfrage zeigt.

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Von
  • Andreas Neukam
  • Anna Klein
  • Joseph Weidl
  • Andreas Herz

Bis zu 500 Euro kann es kosten, wenn der Weihnachtsabend 2020 nicht rechtzeitig endet: Weil ab 21 Uhr die Ausgangssperre gilt, muss jeder, der nach 21 Uhr noch zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs ist, damit rechnen, von der Polizei aufgehalten zu werden. Laut dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) geht es dabei vor allem um Augenmaß:

"Es geht nicht darum, ob einer um drei nach neun noch auf der Straße ist, aber wenn sich da in der Tat zu späterer Stunde noch Leute rumtreiben sollten oder gar versuchen sollten, noch irgendwelche öffentlichen Gelage zu veranstalten, wird die Polizei natürlich einschreiten." Joachim Herrmann (CSU)

Was passiert im privaten Wohnraum?

Schwerer zu kontrollieren könnte sein, was in den Wohnungen passiert. An Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen darf sich ein Haushalt mit vier weiteren Personen treffen. Es soll beim engsten Familienkreis bleiben – was nur schwer zu überprüfen ist. Das Problem sieht auch Peter Pytlik von der Gewerkschaft der Polizei in Bayern. Die Polizei werde nicht von Haus zu Haus gehen, an die Türen klopfen und nachschauen, wer im Wohnzimmer sitzt, so Pytlik. Konkreten Hinweisen würden die Beamtinnen und Beamten nachgehen, aber eine Wohnungsdurchsuchung wäre unverhältnismäßig. Es komme auf das Fingerspitzengefühl der Beamten an, sagt der Gewerkschafts-Chef.

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Wie feiern Sie Weihnachten - Umfrage in Nürnberg.

Bei Verstoß: kein Denunziantentum, aber auch kein Kavaliersdelikt

Allerdings könnte es schon sein, dass die Polizei zum Beispiel von einem Nachbarn gerufen wird, weil der sieht, dass auffällig viele Menschen in einer Wohnung sind. Kein Kavaliersdelikt, sagt Michael Jakob, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord. Die Polizei würde zwar nicht zum Nachbarschafts-Verrat aufrufen, gibt jedoch die aktuelle Pandemie-Situation zu bedenken:

"Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun, sondern die immer noch andauernden hohen Infektionszahlen belegen, dass eine erhebliche Gefahr von solchen Zusammenkünften auch ausgeht." Michael Jakob, Polizeipräsidium Schwaben Nord

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