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Zwei Kinder zuhause am Esstisch

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    Das Leid der Kinder im Lockdown: Eltern berichten

    Wie geht es Ihren Kindern im Corona-Lockdown? Das haben wir BR24-User gefragt. Die Reaktionen zeigen ein gemischtes Bild. Vielen Familien geht es schlecht, besonders häufig klagen Eltern über Bewegungsmangel und soziale Isolation ihrer Kinder.

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    Von
    • Ferdinand Meyen

    Distanzunterricht, Kontaktbeschränkungen, kein Sportverein - seit mehr als einem Jahr müssen Kinder mit den Folgen der Corona-Pandemie zurechtkommen. Viele leiden unter den fehlenden Kontakten oder mangelnder Bewegung. Einige kommen aber auch ganz gut damit zurecht berichten BR24-User.

    Kinder leiden vor allem an sozialer Isolation

    Leben wir in einem Kinderlockdown? Diese These vertritt BR24-Facebook-Nutzerin Jeanette Trautwein. Sie glaubt, dass vor allem junge Menschen an den Corona-Maßnahmen leiden. "Es wird gerade eine perspektivlose, unmotivierte Generation herangezogen", kommentiert sie. Deshalb solle sich in ein paar Jahren niemand darüber beschweren, dass keiner mehr in die Rentenkasse einzahlen könne.

    Diese Verzweiflung teilen viele BR24-User. Einer der Punkte, der am häufigsten kritisiert wird, ist die soziale Isolation. "Ich finde es katastrophal", schreibt zum Beispiel Sandra Wutja darüber, dass ihre Kinder seit Monaten fast keine sozialen Kontakte außerhalb der Familie haben. Außerdem weist sie darauf hin, dass die Situation selbst für Erwachsene mittlerweile untragbar sei. Wie solle es da erst den Kindern gehen? Ihr Fazit: "Keine Freunde treffen, keine Geburtstage oder andere Feiern. Kein Schwimmbad, keine Disco, Kino und Co. Die Auswirkungen bekommen wir wahrscheinlich dann später richtig zu spüren."

    "Kinder und Jugendliche - Verlierer der Krise?" Darüber diskutiert die Münchner Runde, die politische Talksendung im BR-Fernsehen und auf BR24 am Mittwochabend um 20:15 Uhr live mit Politik und Betroffenen.

    Eltern kritisieren Bewegungsmangel

    Ein weiteres Problem: Vielen Kindern fehlen Sport und Bewegung. Nina Morgenstern klagt beispielsweise: "Hauptsache bei der EM gibt’s viele Zuschauer. Es ist einfach nur noch ätzend." Auch Annegret Müller-Mundt kommentiert, dass ihrem Sohn vor allem das wöchentliche Fußballtraining fehle. Er habe sich riesig gefreut, als es hieß, dass Fußball in Kleingruppen wieder möglich sei. Umso größer die Enttäuschung, dass das nur anderswo gilt, aber nicht in Bayern. Andere User fürchten zudem die Folgen, die der Mangel an Bewegung und an sozialen Kontakten für die Kinder haben könnte. "Das macht unsere Kinder auf Dauer krank, depressiv und schlecht gelaunt", warnt Sandra Reinmüller. Denn alles, was Kindern Spaß mache und entspannt sei, sei gerade verboten.

    Digitalisierung und Handysucht

    Ebenfalls beklagen viele Eltern, dass ihre Kinder zu viel mit ihren Handys oder der Spielekonsole beschäftigt seien. "Unseren Kindern geht’s super. Fünf Stunden Playstation, kein Bock, Schule egal", kommentiert BR24-Facebook Nutzer Mar lo mit sarkastischem Unterton. Sein Fazit: "Richtig geil dieser Lockdown. Ich hoffe, das RKI macht das bis 2025." Auch der Distanzunterricht, beziehungsweise das Homeschooling, bereitet vielen Eltern Sorgen. Werner Philip schreibt zum Beispiel, dass seine Kinder in diesem Schuljahr den Übertritt in eine neue Schule hatten, ihre Mitschüler und Lehrer aber bisher nur vom Homeschooling kennen. Auch hätten sie Angst vor den Schnelltests und der Demütigung in der Klasse, die mit einem positiven Testergebnis einhergehen würde.

    Nicht alle Familien haben Schwierigkeiten

    Doch nicht jeder leidet gleich. Viele Eltern erzählen auch, dass ihre Kinder verhältnismäßig gut mit der Pandemie umgingen. "Meinem Sohn geht es gut. Er macht jetzt Abi und nimmt es wie es kommt. Kein Gejammer wegen Masken, Tests oder täglich wechselnden Schulplänen", kommentiert eine Nutzerin mit einem anonymen Profil. Sie sei sehr stolz darauf, wie ihr Sohn mit der Pandemie umgehe, und dass er sich nicht über die schwierigen Umstände beklage, schreibt sie weiter.

    Auch BR24-Nutzerin Stefanie Frank berichtet, dass es ihren Kindern der Situation entsprechend gut gehe. Natürlich würden sie gerne wieder Freunde treffen und zur Schule gehen – aber auf dem Land könne man trotzdem noch radeln, laufen oder spielen. Ihr Fazit: "Ich versuche, meinen Kindern positives Denken zu vermitteln. Wenn ich die Situation nicht ändern kann, muss ich eben das Beste daraus machen." Ähnlich sieht es auch Sandra Krämer. Sie lobt ihren 13-Jährigen Sohn dafür, wie gut er mit dem Distanzunterricht klarkomme. Außerdem vertritt Krämer die Meinung, dass auch die Eltern viel Verantwortung tragen. Denn von alleine komme kein Kind darauf, die Gesamtsituation zu verteufeln. "Unser Motto: Wenn die Eltern nicht meckern, meckern auch die Kinder nicht."

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