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Eltern und Kinder in einer Kita.

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Erziehen ohne Mimik: Einblicke in eine Münchner Kita

Erzieherinnen und Erzieher in Kita oder Kindergarten haben große Probleme bei ihrer Arbeit mit Mundschutz und anderen Corona-Schutzmaßnahmen. Die Kinder können die Mimik nicht interpretieren, Eltern müssen Distanz halten. Ein Beispiel aus München.

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Von
  • Moritz M. Steinbacher
  • Birgit Grundner

Morgenkreis in der Kindertagesstätte Fröbelhaus nahe dem Münchner Hirschgarten. Zuwinken – das war früher eher ein Begrüßungsspiel zwischen den Kindern. Jetzt können auch Eltern und Betreuerinnen oft nicht viel mehr machen. Seit der Corona-Pandemie dürfen Mütter und Väter das Haus nicht mehr betreten – eine schwierige Situation, findet Marina Niermann; denn Normalerweise habe man immer Zeit für ein kurzes Gespräch mit den Eltern zwischen Tür und Angel; Jetzt aber "werden die Kinder reingeschoben, und die Eltern müssen sich wieder verabschieden", so die Erzieherin. Längere Gespräche sind da fast unmöglich, auch wegen der Abstandsregeln. Die gewohnte Zusammenarbeit mit den Eltern fällt momentan ganz aus. Sie können jetzt nicht wie sonst Angebote für die Kinder gestalten.

Mimik für die Kleinsten

Dazu kommt die Maskenpflicht für die Betreuerinnen. Gerade für die Kleinsten ist das problematisch, und für die Erzieherinnen anstrengend, erklärt Clara Handwerker.

"Mimik macht so großen Teil aus, man kann an Augen viel ablesen, aber Kinder lernen erst die Interaktion mit anderen, und wenn das halbe Gesicht fehlt, geht einem die Hälfte der Mimik ab. Das macht es aber auch unter den Kollegen schwieriger." Erzieherin Clara Handwerker

Weniger Bürokratie wagen

Aber auch die Bürokratie wurde durch Corona deutlich aufwändiger. Immer wieder gibt es neue behördliche Anordnungen; die Mitarbeiterinnen erfahren davon auch nicht früher als die Eltern, und: vieles ist unklar formuliert, beklagt Leiterin Romy Grützner:

Papiere, die wir bekommen, sind oft im Konjunktiv formuliert, könnte, sollte, und das macht es natürlich schwierig, Entscheidungen zu treffen. Es gibt sehr wenige Ansprechpartner. Die Behörden spielen sich die Bälle zu. Wer Ansprechpartner ist. Und wir bekommen aber die Informationen nicht. Kita-Leiterin Romy Grützner

Mehr Unterstützung von den Behörden, klarere Anordnungen: das sind die Wünsche, die sie im Fröbelhaus für Kinder haben – damit sich Kinder wie Eltern dort auch in Corona-Zeiten wirklich geborgen fühlen.

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Auf Anordnung der Regierung von Oberbayern musste eine private Kita im Lockdown den Notbetrieb aufrechterhalten. Die Betriebskosten liefenvoll weiter. Geld gab es jedoch nur für die wenigen zu betreuenden Kinder und von der Versicherung gar nichts.

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