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Corona: Langzeitstudie untersucht Ansteckungsgefahr bei Kindern | BR24

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Die sechs bayerischen Universitätsklinika sollen im nächsten halben Jahr stichprobenartig Kinder vom ersten bis zum zehnten Lebensjahr auf Covid 19 testen. Für Teile der bayerischen Opposition kommt das zu spät.

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Corona: Langzeitstudie untersucht Ansteckungsgefahr bei Kindern

Die sechs bayerischen Universitätsklinika sollen im nächsten halben Jahr stichprobenartig Kinder vom ersten bis zum zehnten Lebensjahr auf Covid 19 testen. Für Teile der bayerischen Opposition kommt das zu spät.

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"COVID Kids Bavaria" – so der Titel der neuen Studie. Wie ansteckend sind Kinder? Können Kitas und Schulen zu Hotspots für eine unkontrollierte Verbreitung von SARS-CoV-2 werden? Diese Fragen soll die neue flächendeckende Studie zur Infektiosität von Kindern beantworten. Von Juli bis Januar sollen Kinder aus jeweils 46 Kinderkrippen, Kindergärten und Grundschulen mehrmals getestet werden. Beteiligt an der Studie sind die Uniklinika in Erlangen, München (zwei Klinika) , Regensburg, Würzburg und Augsburg.

Der Freistaat finanziert die Kosten der Studie mit einer Million Euro. "Wir erhoffen uns auch Erkenntnisse hinsichtlich der Handlungsmechanismen bei künftigen Pandemiefällen", sagte Bayerns Ministerpräsident Söder bei der Vorstellung der Studie.

Ergebnisse aus anderer süddeutscher Studie liegen vor

Erkenntnisse zum pandemischen Geschehen bei Kindern gibt es allerdings bereits: Die baden-württembergischen Universitätskliniken Heidelberg, Ulm, Freiburg und Tübingen hatten bereits vor mehreren Wochen vorläufige Ergebnisse einer Studie vorstellt. Danach erkranken Kinder nicht nur seltener an Covid-19, sondern waren auch seltener mit dem Virus infiziert. In der Untersuchung von 2.500 Kindern im Alter zwischen einem und zehn Jahren sowie jeweils einem Elternteil auf Infektionen oder eine überstandene Ansteckung hat sich gezeigt, dass im Vergleich zu den Kindern mehr als doppelt so viele Erwachsene bereits Antikörper hatten.

Landtags-FDP: Zeitpunkt der Studie ist "absurd"

Als "absurd" bezeichnete die sozialpolitische Sprecherin der FDP im Bayerischen Landtag, Julika Sandt, die heute vorgestellte Studie: "Seit April haben CSU und Freie Wähler mit fadenscheinigen Begründungen unsere Anträge abgelehnt, sich der laufenden Studie in Baden-Württemberg anzuschließen oder Kinder in die Münchner Antikörperstudie einzubeziehen."

Die eigene bayerische Studie bezeichnete Sandt als zu teuer, und sie komme viel zu spät. Trotz fehlender Belege seien Kinder monatelang wie "Virenschleudern" behandelt worden.

Auch Grüne kritisieren späten Start

Auch die Landtags-Grünen hatten schon vor Wochen eine Untersuchung bei Kindern gefordert: "Bayern war frühzeitig und stärker als andere Bundesländer von Corona betroffen. Mit dieser Studie startet die Söder-Regierung jetzt ziemlich spät im Vergleich zum grün-regierten Baden-Württemberg, von dessen Erkenntnissen zur Kinder-Infektiosität wir schon heute profitieren", sagte Fraktionschefin Katharina Schulze.

Von den Daten der bayerischen Kinder-Studie kann erst im Frühjahr kommenden Jahres profitiert werden – Ende März 2021 soll die Auswertung abgeschlossen sein.

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