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Bildrechte: dpa / Armin Weigel

Ingolstadt: Schild im Klenzepark

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    In Oberbayern wird der Corona-Frühwarnwert nicht überschritten

    Die Stadt Ingolstadt hat den Frühwarnwert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen am Freitag nicht überschritten, so das Gesundheitsamt. Am Freitagvormittag hatte das der Gesundheitsreferent der Donaustadt noch für möglich gehalten.

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    Von
    • David Herting
    • Eva Heime
    • Georg Wolf

    In Oberbayern wird die Corona-Lage allmählich dramatischer. Doch die 7-Tages-Inzidenz der Corona-Infektionen in Ingolstadt ist am Freitag doch nicht überschritten worden. Laut Gesundheitsamt der Stadt liegt der Wert bei 28,89 neuen Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Damit wurde der Frühwarnwert von 35, anders als von der Stadt am Vormittag befürchtet, nicht überschritten. Auch in Rosenheim ist die Lage unverändert schlecht.

    Gesundheitsreferent: Ingolstadt wird Frühwarnwert reißen

    Der Gesundheitsreferent von Ingolstadt, Rupert Ebner, hatte am Freditagvormittag im Interview mit dem BR mit einem solchen Wert gerechnet. Seit geraumer Zeit trifft sich die Corona- Koordinierungsgruppe der Stadt und berät über mögliche Maßnahmen bei höheren Fallzahlen, zum Beispiel einer Ausweitung von Kontrollen und mehr Personal, um die Quarantänemaßnahmen zu überwachen und Infektionsketten verfolgen zu können.

    Ebner hatte zum BR gesagt, er gehe davon aus, dass die gestiegenen Infektionszahlen der letzten Tage vor allem auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind. Der wichtigste Corona-Gradmesser ist derzeit der Anteil der Neuinfektionen an der Bevölkerung eines Landkreises. Das hat die Bundesregierung zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder am 6. Mai beschlossen. Der obere Grenzwert liegt bundesweit bei 50, in Bayern gibt es noch den Frühwarnwert von 35 bei der 7-Tage- Inzidenz.

    In Ingolstadt ist bereits seit längerer Zeit eine Koordinierungsgruppe zusammentreten. Teilnehmer sind unter anderem der Oberbürgermeister, das Gesundheitsreferat und das Referat für Recht, Sicherheit und Ordnung. Außerdem wird die Regierung von Oberbayern über die Infektionszahlen offiziell informiert.

    Als mögliche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nannte Ebner eine stärkere Überwachung von Quarantänemaßnahmen und die intensivere Untersuchung von Infektionswegen. Dafür werde mehr Personal benötigt und bereitgestellt.

    Ingolstadt: Intensivere Kontrollen geplant

    Außerdem sollten im Falle, dass der Grenzwert gerissen wird, die Kontrollen von Gaststätten und Veranstaltungen intensiviert werden. Weitere Maßnahmen werde man mit der Regierung von Oberbayern absprechen. Die Ursache für gestiegene Fallzahlen sieht der Gesundheitsreferent in der hohen Zahl von Reiserückkehrern, von denen viele vom Balkan heim kämen.

    Ingolstadt habe während des Jugoslawien-Krieges viele Menschen aufgenommen, von denen einige geblieben seien und in den Sommermonaten den Balkan besuchten, wo derzeit höhere Corona-Infektionszahlen festgestellt werden. Außerdem, so Ebner, werde nun auch mehr getestet. Menschen, die keine Symptome hätten, könnten schließlich dennoch infiziert sein und flössen damit in die Statistik ein.

    Landkreis Ebersberg noch haarscharf unter dem Frühwarnwert

    Der Landkreis Ebersberg war am Freitag noch knapp unter der Marke von 35 bei der Corona-7-Tage-Inzidenz. Er lag bei 34,47 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Eine Pressesprecherin des Landratsamts sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass bereits seit Tagen in einer Koordinierungsgruppe über Entwicklungen und Maßnahmen gesprochen werde. Derzeit sei es wichtig herauszufinden, wo die Neuinfektionen im Landkreis zu finden sind, da es keinen zentralen Hotspot gebe.

    Laut der Pressesprecherin sind auch im Landkreis Eberberg die meisten Infizierten Urlaubsrückkehrer. Der größte Teil von ihnen lasse sich vorbildlich testen. Diese häufigeren Testungen seien aber auch ein Grund für den Anstieg der Infektionszahlen. Außerdem könne auch die Testpanne ein Grund sein. Da seien, so die Sprecherin, als die Ergebnisse endlich da waren auf "einen Schlag 15 neue Fälle danach dazu gekommen". Man werde sich nun noch einmal genauer anschauen, welche Maßnahmen gegebenenfalls intensiviert werden könnten.

    München: Kroatien-Rückkehrer infiziert

    Für München zeigen die Zahlen ebenfalls in eine beunruhigende Richtung. In der größten deutschen Kommune gab es in der vergangenen Woche knapp 300 Neuninfektionen, von denen 250 zurückermittelt werden konnten. Die meisten Neuinfizierten waren laut städtischem Gesundheitsreferat Reiserückkehrer.

    Insgesamt ist fast die Hälfte der Neuinfizierten auf Rückreisende vom Balkan zurückzuführen, 66 Infizierte kamen aus Kroatien zurück. Urlauber aus anderen, beliebten europäischen Reiseländern wie Spanien, Frankreich und Italien spielen mit insgesamt 20 Fällen nur eine untergeordnete Rolle.

    Zahl der Neuinfektionen in Rosenheim weiter hoch

    Auch die Stadt Rosenheim scheint erneut zu einem Corona-Hotspot zu werden. Dort betrug der Wert am Freitag 31 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Die Dynamik des Anstiegs der 7-Tage-Inzidenz besorgt Oberbürgermeister Andreas März. Er sagte bereits am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk zum seit einigen Wochen kontinuierlichen Anstieg bei den Infektionszahlen: "Das hängt sicherlich mit der Ausweitung der Corona-Tests zusammen. Wir registrieren aber auch ein deutlich zunehmendes Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen, vor allem bei Rückkehrern aus südosteuropäischen Ländern."

    Bundesweiter Grenzwert liegt bei 50 Neuinfektionen

    Der wichtigste Corona-Gradmesser ist derzeit der Anteil der Neuinfektionen an der Bevölkerung eines Landkreises. Das hat die Bundesregierung zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder am 6. Mai beschlossen. Der obere Grenzwert liegt bundesweit bei 50 pro 100.000 Einwohnern, in Bayern gibt es noch den Frühwarnwert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz.

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