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Corona: Lage bei Regiomed "angespannt, aber beherrschbar" | BR24

© BR/Richard Padberg

Die Krankenhäuser des Klinikverbunds Regiomed müssen immer mehr Corona-Patienten behandeln. Sorgen macht dem Klinikverbund, dass im thüringischen Hildburghausen der Inzidenzwert auf 526,9 gestiegen ist.

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Corona: Lage bei Regiomed "angespannt, aber beherrschbar"

Die Krankenhäuser des Klinikverbunds Regiomed müssen immer mehr Corona-Patienten behandeln. Sorgen macht dem Verbund, dass im thüringischen Hildburghausen der Inzidenzwert auf 526,9 gestiegen ist: der höchste Wert in Deutschland.

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Von
  • Richard Padberg

In die Krankenhäuser des oberfränkisch-thüringischen Klinikverbunds Regiomed kommen immer mehr Covid-19-Patienten. Die Situation sei "angespannt, aber beherrschbar". Das sagte Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke in einer telefonischen Pressekonferenz in Coburg.

Klinikverbund beklagt Betten- und Personalmangel

In den Krankenhäusern des Klinikverbundes würden nach aktuellem Stand insgesamt 89 Patienten auf den Corona-Normalstationen behandelt, hinzu kämen neun Intensivfälle, von denen sechs beatmet werden müssten. Man müsse "auf Sicht fahren". Teilweise mussten die Kliniken stundenweise von der Notfallversorgung abgemeldet werden, da die Betten belegt seien oder es wegen Krankheit oder Quarantäne an Personal fehle, so Hauptgeschäftsführer Schmidtke weiter.

Lage in Hildburghausen bereitet dem Klinikverbund Sorge

Die Krankheitsquote sei momentan mit bis zu zehn Prozent doppelt so hoch wie in normalen Zeiten. Die hohen Inzidenzzahlen in der Region betrachte man mit Sorge. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Werte und der Belegungen in den Häusern. Mit Blick auf den südthüringischen Landkreis Hildburghausen, der laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) einen Inzidenzwert von 526,9 aufweist, sagte Schmidkte, die hohen Infektionszahlen würden sich erfahrungsgemäß in ein bis zwei Wochen in den Patientenzahlen niederschlagen.

Schulen und Kitas geschlossen im Nachbarlandkreis Hildburghausen

Im Landkreis Hildburghausen sind seit Mittwoch Schulen und Kitas für fünf Tage geschlossen sind. Deshalb sei eine Notversorgung der Kinder umso wichtiger, da auch Regiomed-Personal von den Schließungen betroffen sei. Generell würde jeder Covid-19-Patient in den Kliniken des Verbunds aufgenommen. Zum Teil verschiebe man planbare Eingriffe, aber nur dann, wenn es medizinisch vertretbar sei, so Regiomed-Hauptgeschäftsführer Schmidkte.

Klinikverbund Regiomed beklagt Bürokratie

Kritik äußerte Schmidtke an der von der Bundesregierung neu aufgelegten Pauschale für freigehaltene Betten. Durch ein komplexes System für die Zahlungen müsse er jeden Tag mit der Rechenmaschine klären, wie man über die Runden komme. Die Pauschale gehe an der Realität vorbei und schaffe zusätzliche Belastung statt Erleichterung.

Beschäftigte der Kliniken bekommen rückwirkend mehr Geld

Als positive Nachricht nannte Schmidtke, dass die Angestellten zukünftig in den Funktionsdiensten in den Häusern in Lichtenfels, Neustadt bei Coburg und Hildburghausen rückwirkend für dieses Jahr nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden. Dies betreffe unter anderem das Personal im Operations-Bereich, der Notfallversorgung und der Pflege.

Die Regiomed-Kliniken GmbH mit Sitz in Sonneberg in Thüringen wurde 2008 gegründet. Ihr gehören Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Coburg, im Landkreis Lichtenfels (alle Bayern), sowie in Hildburghausen, Sonneberg und Schleusingen in Thüringen an.

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