BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Wolfram Hanke/BR-Mainfranken
Bildrechte: dpa/Picture-Alliance/Martin Siepmann

Die Corona-Pandemie wirkt sich massiv auf den Tourismus in Mainfranken aus. Das hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt mitgeteilt. Viele Betriebe aus der Region stünden kurz vor dem Ruin.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Corona lässt Tourismus in Mainfranken massiv einbrechen

Die Corona-Pandemie wirkt sich massiv auf den Tourismus in Mainfranken aus. Das hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt mitgeteilt. Viele Betriebe aus der Region stünden kurz vor dem Ruin.

2
Per Mail sharen
Von
  • Wolfram Hanke

Durch die Corona-Beschränkungen sind die touristischen Übernachtungszahlen in Mainfranken massiv eingebrochen. Das belegen jüngste Zahlen der IHK und des Bayerischen Landesamtes für Statistik. In den vergangenen 20 Jahren hat die mainfränkische Tourismusbranche von einem weitgehend stabilen Wachstum der Übernachtungszahlen profitiert. Zwar waren gelegentlich größere Schwankungen bei den Wachstumsraten festzustellen, das jährliche Wachstum lag aber im Durchschnitt bei 1,7 Prozent.

38 Prozent weniger Übernachtungen in Mainfranken

2019 verbrachten rund 6,3 Millionen Übernachtungsgäste aus dem In- und Ausland durchschnittlich 2,5 Tage in der Region. Die Corona-Pandemie hat für das Jahr 2020 nun aber zu einem massiven Einbruch in der Branche gesorgt: Lediglich 3,9 Millionen Übernachtungen in Mainfranken verzeichnete die amtliche Statistik für das Krisenjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 38,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. "Reisebeschränkungen, der Lockdown im Handel und in der Gastronomie, der Ausfall kultureller Angebote sowie von Events und Familienfeiern haben im mainfränkischen Tourismus flächendeckend tiefe Spuren hinterlassen, ebenso wie abgesagte Tagungen, Messen oder Kongresse", erläutert Christian Seynstahl von der IHK.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Dabei ließen sich große regionale Unterschiede feststellen: Während die Übernachtungszahlen in den Städten Würzburg und Schweinfurt gegenüber dem Vorjahr um 54,0 Prozent beziehungsweise 46,8 Prozent gesunken sind, war der Rückgang in den Landkreisen Rhön-Grabfeld mit 29,0 Prozent beziehungsweise Kitzingen mit 25,0 Prozent am geringsten. "Insgesamt spiegeln die Entwicklungen in Mainfranken die Trends in der gesamtdeutschen Reisebranche. Viele Bürger haben ihren Sommerurlaub in Deutschland verbracht, dort insbesondere in eher ländlichen beziehungsweise naturnahen Destinationen. Dies erklärt auch, warum die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Mainfranken auf 2,9 Tage gestiegen ist. In den Städten hingegen dominierten zuletzt vor allem Reisen aus beruflichem Anlass", erklärt Seynstahl.

Tourismusbetriebe hoffen auf Lockerungen

Die meisten Übernachtungen in Mainfranken entfielen 2020 auf den Landkreis Bad Kissingen mit rund 1,4 Millionen, gefolgt von der Stadt Würzburg mit rund 449.000. Die geringsten Übernachtungszahlen verzeichnete der Landkreis Schweinfurt mit rund 63.000. Besonders stark war der Einbruch im internationalen Reiseverkehr. So haben im Jahr 2020 56,4 Prozent weniger Gäste aus dem Ausland in Mainfranken übernachtet. Bei inländischen Gästen lag der Rückgang dagegen "nur" bei 36,8 Prozent.

"Es bleibt zu hoffen, dass das Infektionsgeschehen möglichst rasch eine Lockerung der Reisebeschränkungen erlaubt, um so das Gastgewerbe zu stabilisieren", meint Seynstahl. "Ein Großteil der Tourismusbetriebe steht mit dem Rücken zur Wand. 42 Prozent bezeichnen ihren derzeitigen Liquiditätsstatus als existenzbedrohend und 58 Prozent der Befragten sehen eine zunehmende Insolvenzgefahr für ihren Betrieb", ergänzt Elena Fürst von der IHK.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!