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Die Häfte aller PCR-Test positiv, eine Inzidenz über 1.000 - so sieht die Corona-Lage in Lübeck aus. Laborarzt Andreas Bobrowski rechnet damit, dass die Omikron-Welle nun in den Süden rollt.

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Probenflut und Test-Engpass: Laborärzte ächzen unter Omikron

Die Staatsregierung bereitet sich auf eine drastisch steigende Nachfrage nach PCR-Tests vor. Laborärzte befürchten bald Engpässe bei der Auswertung. Sie schlagen vor, Berufe der sogenannten kritischen Infrastruktur bei den Tests vorzuziehen.

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Christoph DickeChristoph DickeDaniel KnoppDaniel Knopp
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"Wie eine Wand, die auf uns zugekommen ist" - so beschreibt der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, die Situation in den PCR-Laboren in Norddeutschland. Hier ist die hochansteckende Omikron-Variante schon weiter verbreitet als in Bayern. Doch es scheint eine Frage der Zeit, bis auch hier die Labore auf Probleme zusteuern. Auch in Bayern gebe es bald Engpässe in den PCR-Laboren, prognostiziert Andreas Bobrowski im Gespräch mit BR24.

Die Bayerische Staatsregierung bereite sich wegen der stark steigenden Infektionszahlen auf einen enormen Anstieg bei der Nachfrage nach PCR-Tests vor, so eine Ministeriumssprecherin zum BR. Doch die allgemeinen Priorisierungsregeln bei PCR-Tests will Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek, CSU, derzeit noch nicht ändern: "Wir haben ja jetzt schon eine Priorisierung, was symptomatische Personen angeht. Jetzt müssen wir eben sehen, wo aufgrund der Laborkapazitäten weiter nachgeschärft werden muss."

Bund will weitere Laborkapazitäten schaffen

Die Hoffnung ruht laut Holetschek auf Berlin: "Der Bund will ja weitere Laborkapazitäten erschließen. Das wäre wichtig und wünschenswert." Doch reicht das?

Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, schlägt eine Priorisierung bei den PCR-Tests vor: "Es ist einfach anzunehmen, (...) dass Feuerwehr, Polizei, Gesundheitswesen zuerst bedient werden. Möglichst 12 bis 24 Stunden - und die restliche Bevölkerung muss dann etwas länger warten."

Positive Pooltests in Schulen erfordern viele Einzeltests

Auch bei den Pooltests in Schulen will Bayern jetzt erstmal abwarten. Bei einer wesentlich ansteckenderen Virusvariante werden jedoch immer mehr Pooltests positiv sein. Das bedeutet, dass PCR-Einzeltests folgen müssen, um die infizierten Schülerinnen und Schüler zu finden. Das könnte dann schnell die Labore an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Momentan funktioniere es aber noch, sagt Gesundheitsminister Holetschek.

PCR-Ergebnis aktuell binnen zwölf Stunden

Im Schnitt liege in Bayern ein PCR-Testergebnis derzeit in rund zwölf Stunden vor, teilt das Gesundheitsministerium mit. Bevorzugt werde aber schon jetzt eine Person mit Corona-typischen Symptomen. "Dies bedeutet, dass sich die Ergebnisübermittlung für alle anderen Proben gegebenenfalls etwas verzögert", so eine Ministeriumssprecherin zum BR.

Priorisierung bei Freitestung aus Quarantäne

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, SPD, sagte, er würde mit Blick auf Freitestungen aus der Quarantäne einen Vorrang bei der PCR-Test-Auswertung für Gesundheitspersonal veranlassen.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, machte deutlich, dass es im Fall einer hundertprozentigen Omikron-Welle nicht mehr so wichtig sei, die genaue Virusvariante zu überprüfen. Hier könne man die Labore dann auch entlasten - vor allem, wenn eine Kapazitätsgrenze bei den allgemeinen PCR-Tests erreicht sei.

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