BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Corona: Kulmbach derzeit einziger "gelber" Landkreis in Bayern | BR24

© imageBROKER/Movementway

Der leere Obere Markt in Thurnau im Landkreis Kulmbach. Obwohl die Corona-Ampel hier aktuell auf gelb steht, müssen Auflagen eingehalten werden.

1
Per Mail sharen

    Corona: Kulmbach derzeit einziger "gelber" Landkreis in Bayern

    Eine tiefrote Karte und darin ein gelber Fleck: Als einziger Landkreis hat Kulmbach derzeit in Bayern weniger als 50 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz der meisten Landkreise im Freistaat liegt dagegen im dreistelligen Bereich.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • Tanja Oppelt
    • BR24 Redaktion
    • Doris Bimmer

    Ganz Bayern scheint aktuell - zumindest im Hinblick auf die Corona-Zahlen der Landkreise - eine dunkelrote Einheit zu sein. Ganz Bayern? Nein. Der Landkreis Kulmbach hat aktuell als einziger im Freistaat innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner weniger als 50 Corona-Neuinfektionen. Auf der Corona-Ampel steht Kulmbach daher momentan auf "gelb".

    Mehrzahl der Landkreise von Stufe "gelb" weit entfernt

    Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete am Montag (8.00 Uhr) für die Region einen entsprechenden Warnwert von 48,91. Die Rückkehr zu einem Wert von unter 50 hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Ziel erklärt. Ab diesem Wert gilt ein dann gilt ein Landkreis auch nicht mehr als Risikogebiet.

    Doch die meisten Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern sind davon aktuell weit entfernt. Viele verzeichnen weiterhin Werte im dreistelligen Bereich. Am höchsten liegen die Zahlen derzeit in Freyung-Grafenau (385,39) sowie im Landkreis Traunstein (340,63) und in Augsburg (307,50).

    Alle Informationen zum Corona-Geschehen finden Sie hier.

    Freyung-Grafenau: Schulen sollen offen bleiben

    Der Landkreis Freyung-Grafenau hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) momentan sogar den höchsten Inzidenzwert in ganz Deutschland. Dennoch sollen Schulen und Kitas geöffnet bleiben, wie Landrat Sebastian Gruber (CSU) heute bekannt gegeben hat. Die Schulen seien keine Hotspots, hieß es. Nach Zahlen vom vergangenen Donnerstag sind 0,5 Prozent aller Grund- und Mittelschüler im Landkreis infiziert und 4,3 Prozent der Grund- und Mittelschüler in Quarantäne.

    Es wurden jedoch andere Maßnahmen im Landkreis zur Eindämmung der Pandemie veranlasst: Um Risikogruppen zu schützen, wurde die Besuchszeit in Einrichtungen wie Seniorenheimen beschränkt. Pro Tag darf maximal eine Person für höchstens eine halbe Stunde zu Besuch kommen. Im Gesundheitsamt wird das Personal ab heute von Bundeswehrsoldaten unterstützt. Landrat Gruber appellierte zudem an die Bevölkerung, sich vor allem im privaten Bereich an die Regeln zu halten.

    Ursache für hohe Corona-Zahlen in Traunstein unklar

    Im Landkreis Traunstein hat man sich wegen der hohen Corona-Inzidenzzahl dagegen weitestgehend für eine Rückkehr zum Distanzunterricht entschieden. Die Anordnung gilt vorläufig bis zum 4. Dezember. Für Grundschulen und schulvorbereitende Einrichtungen bleibt es jedoch beim Präsenzunterricht. Ebenso ist vorgesehen, die Eingangs- und Abschlussklassen grundsätzlich weiter in den Schulen zu unterrichten.

    Was die hohen Corona-Zahlen im Landkreis auslöst, ist derzeit noch unklar. Pressesprecher Michael Reithmeier spricht deshalb von einem diffusen und flächendeckenden Infektionsgeschehen. Seniorenheime oder sonstige Einrichtungen seien nicht überdurchschnittlich betroffen, auch gebe es keine Superspreader-Ereignisse.

    Landrat Siegfried Walch erklärt den hohen Wert damit, dass der Landkreis Traunstein von ehemaligen oder aktuellen Corona-Hotspots wie etwa dem Berchtesgadener Land, Rosenheim und Salzburg umgeben ist.

    Seit Sonntag zwölf weitere Todesfälle

    Insgesamt haben sich in Bayern seit dem Vortag nachweislich 1.986 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt, wie das LGL heute mitteilte. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 159.075. In den vergangenen 24 Stunden gab es im Freistaat zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 3.142.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Bayern aktuell bei 183,84. Am Montag ist die Zahl der Neuinfektionen in der Regel niedriger als an anderen Tagen, da am vorangegangenen Wochenende nicht alle Gesundheitsämter die Zahlen ans Landesamt weitergeleitet haben. Diese Zahlen tauchen ab Dienstag in der Statistik auf.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!