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Corona-Krise: Wie viele Masken braucht Bayern? | BR24

© BR/Katrin Bohlmann

Der Bedarf an Masken scheint in Bayern derzeit gedeckt. Neben professionellen Herstellern haben sich viele Bayerinnen und Bayern mit selbst genähten Masken versorgt. Aber wieviele Masken braucht Bayern eigentlich? Eine Bestandsaufnahme.

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Corona-Krise: Wie viele Masken braucht Bayern?

Der Bedarf an Masken scheint in Bayern derzeit gedeckt. Neben professionellen Herstellern haben sich viele Bayerinnen und Bayern mit selbst genähten Masken versorgt. Aber wie viele Masken braucht Bayern eigentlich? Eine Bestandsaufnahme.

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Zurzeit sind in Bayern offenbar ausreichend Masken verfügbar. Neben dem sogenannten Maskenverbund Bayern, der bald sechsstellige Stückzahlen produzieren will, haben sich inzwischen viele mit selbstgenähten Masken versorgt, und auch immer mehr Discounter verkaufen mittlerweile Nasen-Mund-Schutz.

Das Bayerische Gesundheitsministerium kann derzeit aber nach eigener Aussage nicht aufschlüsseln, wie hoch der Bedarf an Masken in den einzelnen Institutionen ist. Nicht einmal für den Bereich der Pflege und der Medizin kann eine Auskunft über Bedarfszahlen gegeben werden - weder vom Wirtschafts- oder Gesundheitsministerium noch vom Caritasverbund oder dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Bayern ist mit Masken eingedeckt

Die Lage hat sich entspannt, sagt der Chef des Handelsverbands Bayern Wolfgang Puff. Es gibt inzwischen genug Masken in Bayern, und man muss sich auch nicht mehr zu überteuerten Preisen einkaufen. Aber Puff warnt: Die Zukunft ist ungewiss.

Mann könne derzeit nicht sagen,ob die Masken eines Tages in der Öffentlichkeit getragen werden müssen oder ob noch eine zweite Welle mit Coronainfektionen kommt: "Deshalb halte ich es für richtig, wenn wir hier in Bayern und in Deutschland die Fertigungen haben, denn dann können wir schnell auf die Masken zugreifen," so der Chef des Handesverbands Bayern. Ganz abgesehen davon, dass Masken aus hiesiger Produktion bei weltweiten Engpässen günstiger sind.

Keine Abhängigkeit mehr vom Weltmarkt

Das meint auch der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: Es sei ein Trauma gewesen, gnadenlos abhängig gewesen zu sein von Importen und zu Wucherpreisen betteln zu müssen um ein Stück Stoff. Das solle sich nicht wiederholen, so Aiwanger.

Rund 155 Millionen Schutzmasken hat der Freistaat laut Wirtschaftsministerium seit Beginn der Coronakrise vor knapp acht Wochen bestellt - über die Krisenstäbe der Landkreise und Kommunen werden sie verteilt. Jetzt hat die Staatsregierung zusätzlich eine Million OP-Masken beim bayerischen Maskenverbund in Auftrag gegeben. Denn Krankenhäuser, Rettungsdienst, niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten brauchen immer wieder Nachschub.

Weltweit große Nachfrage

Da bleibe die Lage nach wie vor angespannt, nicht nur bei den Masken, sagt Martin Eulitz von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Es gebe weltweit eine große Nachfrage nach der entsprechenden Ausrüstung. Insofern gebe es keine größeren Bestände. "Immerhin ist es uns in Bayern inzwischen gelungen, alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zumindest mit einem Basispaket auszustatten," so Eulitz.

Wer bezahlt die Masken in Altenheimen?

Dagegen sind bayerische Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen inzwischen offenbar gut ausgestattet. Aber die Schutzausrüstung kostet viel Geld. So seien dafür allein bei der Diakonie Hochfranken in den vergangenen Wochen Kosten von rund 100.000 Euro aufgelaufen, um Altenheime auszustatten, sagt Daniel Wagner von der Diakonie Bayern. Unklar sei aber, wer die Kosten übernimmt.

Derzeit würden die Masken refinanziert, wenn ein Infektionsgeschehen in ihrer Einrichtung vorliegt. Allerdings seien die Kosten für notwendige präventive Masken und Schutzausrüstung noch nicht abgedeckt. "Das ist natürlich eine schwer aushaltbare Situation", so Daniel Wagner von der Diakonie Bayern. "Denn uns geht es darum, die Einrichtung, die Bewohner, die Mitarbeiter bereits zu schützen, bevor ein Vorfall aufgetreten ist." Die Verhandlungen dazu laufen noch.

Es werden noch lange Masken gebraucht

Fazit: Wie viele Masken Bayern tatsächlich braucht, weiß also keiner. Unklar bleibt deshalb, wie der Bedarf für eine eventuelle zweite Infektionswelle gedeckt werden kann, wenn es keine Zahlen gibt. Denn Masken werden noch lange gebraucht. Ein Ende der Coronapandemie ist nicht in Sicht.

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