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Corona-Krise: Wie geht's jetzt weiter mit den Kitas? | BR24

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Schulen sollen in Bayern bald wieder schrittweise geöffnet werden. Krippen, Kindergärten und Horte noch nicht, das hat das Kabinett gestern beschlossen. Für Eltern bedeutet das weiterhin: neben Beruf und Alltag - Kinderbetreuung rund um die Uhr.

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Corona-Krise: Wie geht's jetzt weiter mit den Kitas?

Seit fünf Wochen sind die Kitas in Bayern geschlossen – und bleiben es. Das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus sei zu hoch, so die Staatsregierung. Erzieherinnen und Erzieher planen den Neustart, ein Punkt aber sorgt derweil für Kritik.

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Die Erzieherinnen im Kindergarten St. Georg in Pöring betreuen normalerweise 75 Kinder – jetzt, mitten in der Corona-Krise, sind es gerade mal drei in der Notfallbetreuung. Wie lange das so bleibt? Ungewiss.

Erzieherin kritisiert Kontaktverbot für Kinder

Gaby Lindinger leitet die Einrichtung im Münchner Osten. Dass Spielen in der Kita derzeit nicht gehe, sei bedauerlich aber unumgänglich, sagt sie. Was die Pädagogin aber kritisiert ist das Kontaktverbot für Kinder. "Man hätte es vielleicht so machen können, dass ein Kind einen Freund sehen darf. Oder zumindest die Kinder aus der direkten Nachbarschaft. Kinder brauchen soziale Kontakte. Vor allem über so einen langen Zeitraum."

Experten arbeiten an Hygieneplänen für Kitas

Erwachsene dürfen sich nun auch in Bayern wieder einer haushaltsfremden Person nähern. Kinder aber weiterhin nicht, sagt Sozialministerin Carolina Trautner. "Leider ist das verboten. Kinder sollen sich auch weiterhin nicht zum Spielen mit anderen treffen", stellt die Ministerin klar. Sie könnten Hygieneregeln noch nicht einhalten, Freunde sehen bleibe deshalb erstmal noch verboten.

Zunächst müssten Hygienepläne für die Kleinkinder, die Erzieher und Erzieherinnen her, heißt es aus dem bayerischen Sozialministerium. Experten wie Kinderärzte und Psychologen erarbeiten deshalb nun erst einmal Konzepte dazu.

Die Schwächsten der Gesellschaft brauchen Schutz

So auch das Team um Gaby Lindinger. Erzieherin Nicole Oeckl befasst sich dabei mit den Krippengruppen. "Wir haben Kinder, die sind kürzer da, die brauchen vielleicht nochmal eine Eingewöhnung; da muss man schauen, wie schaffen die eine Rückkehr in die Gruppe." Zuerst müsste man die größeren und älteren Kinder reinholen, so Oeckl. "Die sind dann wiederum den Kleinsten eine Stütze."

Generell findet Gaby Lindinger die zögerliche Haltung der Staatsregierung aber gut. Kinder müssten gerade jetzt besonders gut geschützt werden. "Es sind die Schwächsten unserer Gesellschaft, wie die älteren Menschen. Die brauchen unseren Schutz - da haben wir besondere Verantwortung."

Längere Corona-Pause für Kitas "richtig"

Die jüngsten in der Kinderkrippe in St Georg sind gerade einmal ein Jahr alt. Für sie spielen die menschlichen Sinne eine wichtige Rolle in der Entwicklung. Kinder bis drei Jahre nehmen alles in den Mund, sie tasten und wollen selbst berührt werden, so Lindinger. So ein Verhalten mit den Hygiene- und Abstandsregeln in Corona-Zeiten in Einklang zu bringen sei völlig abwegig. "Von daher ist es nicht verkehrt, wenn wir mit den Öffnungen zum Schluss erst drankommen", meint sie Erzieherin.

Notfallbetreuung in Kitas wird ausgeweitet

Zumindest die Notfallbetreuung wird für einige Familien ab übernächster Woche ausgeweitet, so hat es das Bayerische Kabinett beschlossen. Zukünftig kann die Notbetreuung für Kinder in Anspruch genommen werden, wenn ein Elternteil in systemrelevanten Branchen arbeitet. Eine weitere Ausnahme wird es laut Sozialministerium für Alleinerziehende geben, da diese von den Auswirkungen der Betretungsverbote besonders betroffen sind. Bei diesen wird es nicht auf die Tätigkeit in einem Bereich der kritischen Infrastruktur ankommen, sondern nur auf die Berufstätigkeit.

Anfang Mai könnten dann Hygienepläne für Kitas erarbeitet sein und damit verbunden ein Datum feststehen, wann es dann auch in den bayerischen Kitas wieder losgehen kann.

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