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Corona-Krise: Aufnahmestopp am Uniklinikum Augsburg | BR24

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Die Lage am Universitätsklinikum Augsburg spitzt sich weiter zu. Das Klinikum hat einen Aufnahmestopp für alle stationären Patienten verhängt. Auch alle ambulanten Eingriffe werden verschoben, außer sie sind dringend.

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Corona-Krise: Aufnahmestopp am Uniklinikum Augsburg

Die Lage am Universitätsklinikum Augsburg spitzt sich weiter zu. Das Klinikum hat einen Aufnahmestopp für alle stationären Patienten und ambulanten Eingriffe verhängt, die nicht dringend sind. Auch andere Kliniken in Schwaben sind derzeit am Limit.

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Von
  • Werner Bader

Die Situation am Uniklinikum Augsburg (UKA) ist offenbar extrem angespannt. Deshalb hat das Uniklinikum einen Aufnahmestopp für alle stationären Patienten sowie ambulante Eingriffe verhängt, die nicht dringend vom UKA behandelt werden müssen. Nicht betroffen vom Aufnahmestopp ist die Geburtshilfe, so das UKA.

Bettenkapazitäten in den Covid-Stationen nicht überstrapazieren

Nur so könne gewährleistet werden, dass die Intensivkapazitäten und die Bettenkapazitäten in den Covid-Normalstationen nicht überstrapaziert werden, teilte das UKA mit. Die Behandlung von Tumorpatienten ist von dieser Regelung ausgenommen.

Covid-Ausbrüche auch auf Nicht-Covid-Stationen

Seit Mittwochfrüh müssen am UKA insgesamt 159 Covid-19-Patienten inklusive Verdachtsfälle versorgt werden. Davon werden 32 Patienten intensivmedizinisch versorgt, viele müssen beatmet werden. Weiter verschärft wird die Lage durch Covid-Ausbrüche auf verschiedenen Nicht-Covid-Stationen mit unterschiedlichem Ausmaß. Die betroffenen Patienten wurden auf Covid-Stationen verlegt.

Auch junge Patienten kämpfen um ihr Leben

Das UKA berichtet weiter, dass die meisten Krankheitsverläufe bei den intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Patienten schwer sind. Deutlich mehr junge Patienten im Vergleich zur ersten Welle würden aktuell um ihr Leben kämpfen. "Sie sind um die 30, um die 40, haben keinerlei Vorerkrankung und führen diesen Kampf manchmal auch erfolglos", sagte ein Arzt.

Landkreis Günzburg: Lage in den Kliniken "angespannt“

Auch die Lage in den Kreiskliniken im Landkreis Günzburg (Stadt Günzburg und Krumbach) sei "sehr angespannt“. Das sagte Gudrun Egner, kaufmännische Direktorin der Kreiskliniken, dem BR auf Nachfrage. In Günzburg sind laut Egner derzeit (Stand 10.12., 10:00 Uhr) elf Intensivbetten belegt, davon seien fünf Covid-19-Fälle. In Krumbach sind derzeit sieben Intensivbetten belegt, drei davon sind Covid-19-Fälle. Man habe damit fast die Obergrenze erreicht, so Egner. Insgesamt seien nur noch zwei Intensivbetten frei. Ab Montag wolle man die Anzahl aufstocken. Auch personell gebe es Engpässe. In beiden Kliniken seien die OP-Kapazitäten reduziert worden.

Landkreis Neu-Ulm: Nur noch zwei Covid-Intensivbetten frei

Die Intensivbetten-Kapazität in den Neu-Ulmer Kreiskliniken (Weißenhorn und Stadt Neu-Ulm) sei „sehr begrenzt“. Das teilte die Sprecherin der Kreiskliniken, Edeltraud Braunwarth, dem BR auf Nachfrage mit. Derzeit würden in den beiden Kliniken 28 Patienten, die positiv auf das Virus getestet sind, behandelt. Vier Patienten liegen im COVID-Intensivbereich, so Braunwarth. Im Landkreis seien derzeit noch zwei Intensivbetten im COVID-Bereich frei. Generell würde das Geschehen deutlich zunehmen, die Notaufnahmeeinrichtungen seien stark frequentiert. Das medizinische Personal sei insgesamt sehr belastet.

Landkreis Aichach-Friedberg: Verschiebbare Eingriffe stark reduziert

Die Lage in den Kliniken des Landkreises Aichach-Friedberg ist angespannt. Das sagte Hubert Mayer, der Geschäftsführer der Kliniken an der der Paar. "Die Zahl der Corona-Patienten geht nicht nach unten, eher im Gegenteil", so Mayer. Verschiebbare Eingriffe seien schon seit drei Wochen deutlich nach unten gefahren worden.

Landkreis Dillingen: Aufnahme-Stopp am Krankenhaus Dillingen

In den beiden Krankenhäusern im Landkreis Dillingen werden zur Zeit 29 Patienten wegen einer Corona-Infektion behandelt, vier davon liegen auf der Intensivstation. Bei vier Patienten besteht der Verdacht einer Covid-Infektion, das Testergebnis steht laut Auskunft des Landratsamts aber noch aus. Damit sind 90 Prozent der für Covid-Patienten gedachten Intensivbetten im Landkreis belegt.

Das Personal arbeitet am Limit

Für die internistische Station im Dillinger Krankenhaus besteht derzeit ein Aufnahmestopp wegen eines Corona-Ausbruchs. Patienten können sich aber ans Wertinger Krankenhaus wenden, dort gebe es Kapazitäten. Das vorhandene Personal arbeite an beiden Häusern am Limit, vor allem auch deshalb, weil sich Mitarbeiter in Quarantäne befänden, heißt es von Seiten der Krankenhausleitung. Zwölf Mitarbeiter in beiden Kliniken wurden in den vergangenen Tagen positiv auf Covid-19 getestet.

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