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Corona-Krise: Straubinger Volksfest abgesagt | BR24

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Auch das Gäubodenfest in Straubing fällt unter die Großveranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie bis Ende August verboten sind. Jetzt ist es also bestätigt: In Straubing gibt es zum ersten Mal seit 59 Jahren kein Volksfest im August.

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Corona-Krise: Straubinger Volksfest abgesagt

Nachdem die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie alle Großveranstaltungen bis 31. August verboten hat, ist auch das zweitgrößte Volksfest Bayerns, das Gäubodenvolksfest in Straubing, abgesagt. Für die Festwirte ein "harter Schlag mit Ansage".

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Am Mittwoch Nachmittag hat die Bundesregierung beschlossen, aufgrund der Corona-Krise alle Großveranstaltungen bis 31. August zu canceln. Damit fällt auch das zweitgrößte Volksfest Bayerns, das Gäubodenvolksfest in Straubing, heuer ins Wasser. Für manche Festwirte bedeute das einen Schaden im fünfstelligen Euro-Bereich.

Festwirtin Lechner: "Die Hoffnung ist heute gestorben."

Wirte-Sprecher Martin Lechner hatte bereits damit gerechnet, sagte er am frühen Mittwochabend im BR-Interview. "Ein harter Schlag mit Ansage", kommentierte Lechner die Absage des elftägigen Fests im August. Seine Frau Edith fügte hinzu: "Natürlich haben wir irgendwie noch gehofft. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber heute ist sie gestorben." Für die Lechners, die ein Zelt mit etwas über 3.000 Sitzplätzen betreiben, bedeute das einen Schaden im fünfstelligen Euro-Bereich. Denn die zwei Hallen, in denen unter anderem die Teile des Festzeltes lagern, sind gemietet und müssen - genau wie die Versicherungen - weiterbezahlt werden, so Martin Lechner.

Bisher wurde weitergearbeitet, als würde das Fest stattfinden

Sein Wirte-Kollege Anton Nothaft reagierte ebenfalls gefasst auf die Absage. Auch er hatte sie bereits erwartet. Trotzdem war zuvor weitergearbeitet worden, als würde das Fest im August stattfinden, sagen beide Wirte. Aber als letzte Woche nur eine Reservierungs-Email und diese Woche gar keine reinkam, da rechnete Nothaft bereits mit dem Schlimmsten, sagte er.

"Es gibt in Straubing zwei Höhepunkte: Weihnachten und Volksfest."

Die Anfang des Jahres gedruckten Bier- und Hendlmarken müssen nun geschreddert werden, den Bands und den knapp 200 Beschäftigten werde abgesagt, so Nothaft. "Das geht nicht spurlos an einem vorbei", sagt der Wirt, der ein Zelt mit 5.000 Plätzen betreibt. Wirtschaftlich sei das für die Nothafts auszuhalten, denn sie haben ein Hotel und eine Metzgerei. "Aber emotional wird es im Juli und August sehr schwer werden", so Nothaft, der schon 33 Mal auf dem Volksfest vertreten war.

"Ein Sommer ohne Volksfest, das wird wie ein großes Loch sein. Im Jahr gibt es in Straubing zwei Höhepunkte: Weihnachten und Volksfest." Anton Nothaft, Wirt auf dem Gäubodenvolksfest

Kleine Schausteller und Budenbetreiber treffe es besonders hart

Genauso sieht es auch Wirtesprecher Lechner. Die sieben Festwirte auf dem Gäubodenvolksfest in Straubing werden es überleben, sagen die Lechners. Besonders hart treffe es vor allem die kleinen Schausteller und Budenbetreiber. "Da hängt so viel dran". Aber: "Wichtig ist die Gesundheit", sagt Nothaft noch. Und schlimmer wäre es gewesen, wenn das Fest aufgebaut worden wäre und keiner wäre aus Angst gekommen. "Das geht wieder vorbei", meint Anton Nothaft.

"Haltets durch bis 2021, da sind wir wieder da und kommts dann fleißig!" Martin Lechner, Wirt auf dem Gäubodenvolksfest

Oberbürgermeister Pannermayr zeigt sich betroffen

Stadt reagiert verständnisvoll

Auf Absage des Gäubodenvolksfests und der Ostbayernschau 2020 hat die Stadt am Donnerstagnachmittag verständnisvoll reagiert: "Zwar teilen wir diese Entscheidung wehmütig mit, selbstverständlich muss aber die Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität haben", heißt es in einer Presseerklärung. Die Stadt Straubing habe Verständnis für die angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, auch wenn wegen des Veranstaltungsverbots eine Vielzahl an Arbeitsplätzen und ganze Existenzen bedroht seien. Die Stadt appelliert deshalb an die Politik, den Schaustellern und Ausstellern der Ostbayernschau zeitnah unbürokratische staatliche Hilfen zu gewähren.

Laut Wirte-Sprecher Martin Lechner werden in allen Festzelten Bierzeichen und Gutscheine aus dem Jahr 2019 wertgleich für das Gäubodenvolksfest 2021 angerechnet.

Gäubodenvolksfest - eins der größten Bayerns

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich am frühen Mittwochabend auf das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August geeinigt. Das Gäubodenvolksfest 2020 hätte dieses Jahr vom 7. bis zum 17. August stattfinden sollen. Ab Juli wäre am Hagen aufgebaut worden. Das Fest mit sieben Bierzelten, einer Größe von 100.000 Quadratmetern und 1,45 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr, ist eins der größten Volkfeste in Bayern.

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