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Corona-Krise, Lehrermangel – was bringt das neue Schuljahr? | BR24

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Es wird kein normales Schuljahr - aber wenn am Dienstag der Regelunterricht wieder beginnt, dann sollen die Kinder auch mit Freude in die Schule gehen. Dazu hat Kultusminister Piazolo aufgerufen.

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Corona-Krise, Lehrermangel – was bringt das neue Schuljahr?

Es wird kein normales Schuljahr - aber wenn am Dienstag der Regelunterricht wieder beginnt, dann sollen die Kinder auch mit Freude in die Schule gehen. Dazu hat Kultusminister Piazolo aufgerufen.

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Von
  • Gerhard Brack

Es wird kein normales Schuljahr - aber wenn am Dienstag der Regelunterrricht wieder beginnt, dann sollen die Kinder auch mit Freude in die Schule gehen. Dazu hat Kultusminister Piazolo aufgerufen.

"Schule kann nur funktionieren, wenn man auch optimistisch in die Schule geht, wenn man sich auf Schule freut." Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister

Maske wird Pflicht

Die mehr als 1,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern starten unter besonderen Hygieneauflagen. Diese wurden schon auf einem gemeinsamen Schulgipfel zu Beginn der Woche festgelegt. Wichtigstes Merkmal: Die Maskenpflicht. Sie gilt für Schüler, Lehrer, Besucher, für alle, die sich auf dem Schulgelände aufhalten. Sie gilt an weiterführenden Schulen, nicht aber an Grundschulen.

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Wahrscheinlich ist noch nie ein Schuljahr mit so viel Spannung erwartet worden wie dieses. Funktioniert das Hygienekonzept? Müssen doch wieder Klassen nach Hause geschickt werden?

Und für alle ab der 5. Klasse gilt zwei Wochen lang: Die Maske bleibt auch im Unterricht auf. Das soll verhindern, dass sich das Coronavirus durch Reiserückkehrer nach den Ferien unerkannt in den Schulen verbreitet. Die andere Hauptmaßnahme gegen das Virus lautet: Lüften, lüften, lüften, so der bayerische Kultusminister

Falls wegen steigender Infektionszahlen doch wieder Online-Unterricht nötig wird, hat das Kultusministerium auch Regeln für digitalen Unterricht festgelegt, etwa Rückmeldungen und feste Sprechzeiten – das soll mehr Struktur in den Alltag der Kinder bringen.

Rechnung mit vielen Unbekannten

Doch manches für das neue Schuljahr ist schwer planbar. Wie viele Lehrer beispielsweise werden ausfallen, weil sie feststellen, dass sie eben doch nicht mehrere Stunden mit Maske unterrichten können? Wie viele werden zuhause bleiben, aus Angst vor dem Coronavirus oder weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder schwanger sind?

Das Kultusministerium stellt zum neuen Schuljahr 4.600 Lehrkräfte neu ein, die weitaus meisten davon ersetzen aber Kollegen, die in Pension gegangen sind. Außerdem will das Kultusministerium 800 Teamlehrer anstellen, also Quereinsteiger, die die regulären Lehrkräfte unterstützen. Ein abgeschlossenes Lehramtsstudium müssen sie nicht mitbringen.

Vorwurf: Löcher werden mit Laien gestopft

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW kritisiert die geplanten neuen Kräfte als völlig unzureichend. Piazolo versuche, die Lücken mit Zweitqualifiziererten und Pensionisten sowie Drittkräften zu füllen, doch an einen geregelten Unterricht sei oft kaum zu denken.

Und auch der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband glaubt nicht, dass sich die Probleme so lösen lassen. Die chronische Unterversorgung lasse sich durch solche Notmaßnahmen nicht kaschieren. Verbandspräsidentin Simone Fleischmann wirft den politisch Verantwortlichen vor, den Lehrermangel schönzureden:

"Wir brauchen endlich mal mehr Lehrer, aber bitte Lehrer! Wir können nicht Löcher stopfen in der schwierigsten Phase der Pädagogik mit Nicht-Pädagogen." Simone Fleischmann, Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband

Trotzdem: Die Freude steht im Vordergrund

Trotzdem plädiert auch sie dafür, in der schweren Coronakrise Schuldzuweisungen zu unterlassen und gemeinsam nach den bestmöglichen Lösungen zu suchen. Dazu ruft auch Joshua Grasmüller vom Landesschülerrat auf. Für ihn – und wohl für die meisten Schüler in Bayern steht zum Schulbeginn ganz klar die Freude im Vordergrund:

"Schule besteht ja auch aus sozialen Interaktionen, aus Kontakten, aus dem Reden mit den Freundinnen und Freunden." Joshua Grasmüller, Landesschülerrat in Bayern

Freunde wieder treffen und den Familien ein Stück Normalität zurückbringen – trotz Angst vor Corona: Das soll der Schulbeginn am kommenden Dienstag.

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Die sechs Wochen Sommerferien wollte die Staatsregierung auch nutzen, um den Digital-Turbo an den Schulen zu zünden. Computer, schnelles Netz, Lernprogramme - alles, was fürs Lernen daheim nötig ist, sollte verbessert werden. Ist das geglückt?