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Corona-Krise: Kleine Geschäfte im Krisenmodus | BR24

© BR/Martin Gruber

Seit einer Woche steht das öffentliche Leben in Bayern mehr oder weniger still. Die meisten Geschäfte haben geschlossen. Vor allem kleinere Läden sind im Krisenmodus. Beispiele aus der Passauer Altstadt.

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Corona-Krise: Kleine Geschäfte im Krisenmodus

Seit einer Woche steht das öffentliche Leben in Bayern mehr oder weniger still. Die meisten Geschäfte haben geschlossen. Vor allem kleinere Läden sind im Krisenmodus. Beispiele aus der Passauer Altstadt.

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Die Ausbreitung des Corona-Virus und die Ausgangsbeschränkungen treffen viele Unternehmen, Firmen und Geschäfte in Bayern hart. Gerade kleinere Läden kämpfen schon ums Überleben. In Passau schreibt die Krise viele Geschichten.

Bioladen noch einigermaßen gut dran

Carola Böhm darf ihren Bioladen jeden Tag öffnen. Das Geschäft läuft ganz ordentlich - trotz Krise. "Es ist ein bisschen ruhiger, aber es kommen konstant Leute", beschreibt Carola die Lage. Klar habe sie Einbußen, aber es sei nicht existenzbedrohend. Die Leute kochen wieder mehr zuhause, also bräuchten sie Lebensmittel. Auch aus dem Bioladen. Das Wichtigste in ihrem Laden ist der Schutz vor Ansteckung, sagt sie: Händewaschen, Distanz zur Kundschaft. Vor der Kasse stehen Holzkisten – als Abstandshalter. Mehr als zwei Einkaufende dürfen nicht in den Laden.

Carola Böhm hofft, dass mit der Krise ein Umdenken einsetzt. Das System werde gerade komplett auf den Kopf gestellt

Von der Bar zum Lieferdienst

Simon Hennings musste sein kleines Esslokal "Umami Bar" zumachen und hat deshalb auf Lieferservice umgestellt. Ein Radfahrer fährt jetzt die asiatischen Spezialitäten aus. Es kann nur online bestellt und bezahlt werden. Der Anfang war schleppend, mittlerweile läuft es aber. Simon: "Wir haben mit täglich 20 Essen angefangen, jetzt sind wir schon bei 60. Es geht nach oben. Man wird es nicht komplett ausgleichen können, aber mit dem Lieferservice können wir erstmal überleben und die Miete und die verbliebenen Mitarbeiter bezahlen." Die laufenden Kosten liegen bei über 20.000 Euro. Vor allem die steuerlichen Belastungen liegen dem Jungunternehmer im Magen.

Nur den Humor nicht verlieren

Stephan Bauer musste auch dichtmachen: Sein Café und sein Kaffeemaschinen-Laden sind geschlossen - der Umsatz null. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit beziehungsweise jetzt ohne Beschäftigung.

"Es ist brutal hart. Wir haben schon mehr Krisen überstanden, aber hier weiß keiner, wie es weitergeht.“ Stephan Bauer, Café-Besitzer

Sechs Wochen könne er im Krisenmodus durchhalten. Länger nicht, so Bauer.

In zwei Dingen sind sich die Ladenbesitzer einig: Dass die staatlich verordneten Beschränkungen richtig sind. Und dass die Hoffnung besteht, dass es bald wieder weitergeht.

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Bioladen – eines der wenigen Geschäfte, das offen hat. Abstand ist wichtig – Kisten vor der Theke sorgen dafür.

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Simon Henning (r.) und sein Mitarbeiter haben auf Lieferservice umgestellt.

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Stephan Bauer kocht Kaffee nur für sich allein: Sein Café und Kaffeemaschinenladen sind zu.