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Corona-Krise: Höchstädter Hausarzt schon jetzt am Limit | BR24

© BR/Judith Zacher

Die Verunsicherung bei vielen Hausärzten ist groß: Sie haben nicht mehr genügend Schutzkleidung. Der von Bundesgesundheitsminister Spahn und Ministerpräsident Markus Söder gepriesene Nachschub kommt nicht an.

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Corona-Krise: Höchstädter Hausarzt schon jetzt am Limit

Die Verunsicherung bei vielen Hausärzten ist groß: Sie haben nicht mehr genügend Schutzkleidung. Die Politik verspricht, Nachschub sei eingetroffen. Nur wie Kittel und Masken verteilt werden, bleibt vorerst unklar.

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Der Mangel an Masken und sonstiger Schutzausrüstung ist eklatant. Bundesgesundheitsminister Spahn und Ministerpräsident Söder haben zwar erklärt, neues Material sei eingetroffen. Aber noch fehlen konkrete Angaben, wer, wann, was bekommen soll.

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Praxen müssen wegen Corona-Fällen schließen

Im Landkreis Dillingen hat bereits eine hausärztliche Gemeinschaftspraxis vorübergehend schließen müssen, nachdem ein Patient an Corona erkrankt ist. Eine Kinderarztpraxis in Wertingen hat zur Zeit zu. Hier ist eine Mitarbeiterin infiziert.

Schutz von Ärzten und Mitarbeitern zunehmend schwierig

Es fehlt an Schutzausrüstung, auch bei Hausarzt Jürgen Arnhardt. Er hat nichts mehr: "Die Frage ist nicht, ob wir zusperren sondern wann wir zusperren, wenn wir keine Ausrüstung bekommen."

Ob von der versprochenen Schutzausrüstung nun alles in die Kliniken geht, oder ob die Arztpraxen auch versorgt würden, das wisse momentan niemand. Im Internet würden Summen von 100 Euro pro Stück verlangt. Auch das Desinfektionsmittel wird knapp.

Beim Hausarzt ist der Notbehelf schon Alltag

Zum Schutz seiner Mitarbeiterinnen hat Arnhardt Plexiglasscheiben an der Anmeldung installieren lassen, es gibt Warnhinweise an den Türen und Desinfektionsmittel für die Patienten, die noch kommen. Krankmeldungen für den Arbeitgeber gibt es zur Zeit nach telefonischer Anfrage. Und Patienten mit Atemwegserkrankungen werden isoliert behandelt, in einem extra Zimmer.

Schutzmasken sind so rar, dass der Arzt seine Maske nicht mehr wechselt, sondern seit Tagen die gleiche trägt. Blutproben nimmt er selbst. So müssen seine Helferinnen nicht ohne Maske zu nah an die Patienten heran. Kollegen, so erzählt Arnhardt, würden ihre Praxis schon bald schließen, wenn die letzten Schutzmasken verbraucht sind. Das seien Restbestände von der letzten Schweinegrippe.

Gesundheitssystem schon jetzt überlastet?

Allgemeinarzt Arnhardt spricht davon, dass abseits der Corona-Pandemie weitere Schwerkranke schon nicht mehr in den Kliniken aufgenommen werden könnten. Deshalb komme es auf die niedergelassenen Ärzte an, "dass wir Patienten ambulant behandeln. Das geht nur mit entsprechender Schutzausrüstung."

Arnhardt sagt, dass es schon schwierig sei, ein dringend benötigtes Röntenbild zu bekommen. Einer seiner Patienten sei selbst im Krankenhaus abgewiesen worden. Und der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) sei so überlastet, dass ein telefonischer Kontakt nur nach mehrstündiger Wartezeit möglich sei – ein Hausbesuch erst nach Tagen.