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Corona-Krise: Großveranstaltungen in der Oberpfalz abgesagt | BR24

© BR/Guido Fromm

Große Veranstaltungen bleiben bis Ende August verboten. Die Regensburger Herbstdult im September steht aber wohl auch auf der Kippe.

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    Corona-Krise: Großveranstaltungen in der Oberpfalz abgesagt

    Große Veranstaltungen bleiben in ganz Deutschland bis Ende August verboten. Das trifft viele Veranstaltungen in der Oberpfalz. Auch die Regensburger Herbstdult und der Further Drachenstich stehen auf der Kippe.

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    Nachdem die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie alle Großveranstaltungen bis 31. August verboten hat, kommt es auch in der Oberpfalz zu vielen Absagen. Zwar stehen vielerorts die offiziellen Entscheidungen noch aus, doch gerade größere Volksfeste werden diesen Sommer wohl nicht stattfinden können. Beim Jura-Volksfest in Neumarkt geht eine Stadtsprecherin von einer Absage aus. Auch das Schwandorfer Pfingstvolksfest wird kaum stattfinden können. Noch unklar ist, wie es mit den Herbstfesten in der Region aussieht.

    Regensburger Herbstdult steht ebenfalls auf der Kippe

    Die Regensburger Herbstdult steht aber wohl auch auf der Kippe. Zwar wäre von der gestern bekanntgegebenen Entscheidung, Großveranstaltungen bis Ende August auszusetzen, nur das erste Wochenende betroffen, doch noch ist ungewiss, ob das Fest trotzdem stattfinden kann. Auch wenn eine Verkürzung um ein paar Tage oder eine Verlegung aktuell vielleicht denkbar wären, hätte Festwirt Alfred Glöckl auch Verständnis für eine Absage. "Die Herbstdult ist im Moment das kleinste Problem das die Welt hat", sagt Glöckl. Eine Absage würde aber natürlich einen großen Schaden für ihn bedeuten. Die Planungen seien Großteils bereits abgeschlossen. Auch Kündigungen von Personal, könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Gesundheit gehe aber vor.

    Seinem Festwirt-Kollegen Michael Hahn ist die Diskussion um eine mögliche Absage im Moment noch verfrüht. Man könne die Situation Anfang September aktuell noch nicht absehen, sagt Hahn. An einer Absage hingen auch Schicksale. "Die Diskussion kann auch später noch geführt werden", sagt Hahn.

    Dult-Schausteller: "Hier wird eine Berufsgruppe vernichtet."

    Die Schausteller wollen dagegen an der Herbstdult unbedingt festhalten. Durch den Wegfall der Sommersaison sei bereits ein existenzbedrohender Schaden entstanden, sagt ihr Sprecher Walter Metzger. Zur Not müsste die Herbstdult im kleineren Rahmen stattfinden, etwa ohne große Bierzelte, sagt Metzger. An der frischen Luft gebe es die Möglichkeit das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dass die Politik bisher nicht den Dialog mit den Schaustellern gesucht hat, kritisiert er deutlich. "Hier wird eine Berufsgruppe vernichtet", sagt der Schaustellervertreter.

    Auch Vereine vom Veranstaltungsverbot betroffen

    Auch viele Vereine sind vom Veranstaltungsverbot betroffen. Die Feuerwehr Meißenberg im Landkreis Schwandorf hätte beispielsweise dieses Jahr eigentlich das 125-jährige Bestehen gefeiert. Die Feuerwehr hat das Fest aber gleich um zwei Jahre verschoben. 2021 wäre es zu Terminkollisionen gekommen, sagt Michael Deml, Festleiter und Vorstand. Die finanziellen Folgen halten sich für den Verein noch in Grenzen, wenngleich bereits Werbematerial gedruckt worden war und noch unerwartete Regressforderungen kommen könnten, sagt Deml.

    Drachenstich ebenfalls auf der Kippe

    Ebenfalls erst noch entschieden wird über den bekannten Drachenstich in Furth im Wald, eine mehrwöchige Festspielveranstaltung im August. "Wir warten jetzt noch die genaue Definition und die Zahlen ab, was die bayerische Staatsregierung unter einer Großveranstaltung versteht", sagte heute Morgen Organisationsleiter Karl-Heinz Späth. Das sei noch ein Hoffnungsschimmer für das "älteste deutsche Volksschauspiel".

    Das Festspiel selbst hat pro Aufführung rund 1.800 Zuschauerplätze und rund 200 Mitspieler. Nur einen Teil der Plätze zu verkaufen, sei aber wegen der gleichbleibenden Unkosten pro Aufführung schwierig. So gut wie sicher ist, dass der große Drachenstich-Festzug im August abgesagt werden muss, zu dem immer rund 20.000 Zuschauer kommen.

    Ebenfalls entschieden werden muss noch über das begleitende mehrtägige Volksfest in Furth im Wald, das historische Kinderfest und das große Mittelalterlager Cave Gladium, ebenfalls mit Tausenden Besuchern. In Furth im Wald ist die Drachenstich-Zeit im August sonst die "fünfte Jahreszeit". Den traditionellen Leonhardiritt an Ostern hatte die Stadt schon wegen Corona abgesagt.

    Sommerlounge Fichtelgebirge 2020 abgesagt

    Auch die für den 6. August 2020 geplante Sommerlounge fällt dem Coronavirus zum Opfer. Die Veranstaltung findet seit 2014 jährlich an einem anderen Ort statt - in diesem Jahr wäre die Sommerlounge zum ersten Mal im Landkreis Tirschenreuth zu Gast gewesen, in der Gemeinde Brand. Das grenzüberschreitende Begegnungsfest im Fichtelgebirge wird auf 4. August 2022 verschoben, da Brand im Sommer 2021 mit dem traditionellen Schaffest bereits eine Großveranstaltung hat.

    Absage von Trenck-Festspielen Waldmünchen

    In Waldmünchen wird es heuer keine Trenck-Festspiele geben. Das hat der Festspielverein entschieden. Auch das Waldmünchner Heimatfest , das an die Festspiele gekoppelt ist, wird in diesem Jahr ersatzlos ausfallen. Erst 2021 soll beides wieder stattfinden. Die Trenck-Festspiele - Freilufttheater über historische Pandureneinfälle im Grenzland - haben eine über 50-jährige Tradition und werden sonst jedes Jahr an mehreren Sommerwochenenden aufgeführt.

    Zuckerbrot & Peitsche Festival auf nächstes Jahr verlegt

    Auch Festivals, Konzerte und sonstige Open-Airs sind von dem Verbot betroffen. Jetzt hat auch das Zuckerbrot & Peitsche Festival in Regensburg seine Verlegung auf das nächste Jahr bekanntgegeben. Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit für 2021.

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