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Corona-Krise: Gemeinnützige Vereine verzweifelt auf Spendensuche | BR24

© Zeltschule e.V.

Mitarbeiter verteilen Seife in einem Camp im Libanon.

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    Corona-Krise: Gemeinnützige Vereine verzweifelt auf Spendensuche

    Die Corona-Krise schränkt das öffentliche Leben massiv ein. Zwar wächst die Solidarität, aber die Ausgangsbeschränkungen erschweren die Arbeit von gemeinnützigen Vereinen. Zwei Gründer erzählen, welche Auswirkungen die Krise auf ihre Projekte hat.

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    Zelte dicht an dicht: Es sind die Unterkünfte syrischer Flüchtlinge in einem informellen Camp im Libanon. Diese Aufnahme machte die Münchnerin Jacqueline Flory vor vier Wochen bei ihrem letzten Besuch vor Ort.

    Zurück in München: Verein Zeltschule, den Jacqueline Flory vor vier Jahren gegründet hat, baut genau in diesen Camps Schulen für syrische Kinder. 20.000 Menschen versorgt der Verein mittlerweile nicht nur mit Schulzelten und damit Bildung, sondern auch mit Nahrung und Wasser.

    "Waschbecken und fließendes Wasser gibt es nirgendwo in den Camps. Es ist tatsächlich so, dass jeder Tropfen Wasser, der von den Menschen zum Waschen, Wäsche waschen, Zähneputzen, trinken, Kochen genutzt wird, von uns gekauft und in großen Wassertanks ins Camp geliefert wird. Jacqueline Flory, Gründerin der Zeltschule

    Benefizaktionen wegen Corona abgesagt

    700.000 Liter Wasser kauft der Verein jede Woche. In Zeiten von Corona bräuchten sie die doppelte Menge. Doch die Spenden brechen seit Wochen dramatisch ein. Ihre Benefizaktionen in Kinos, Schulen, Kirchen mussten sie alle absagen.

    Im Libanon desinfizieren sie die Schulzelte, verteilen Seifen und andere Hygieneartikel. Die Menschen haben große Angst vor dem Virus, auch weil sie wissen, dass es keine medizinische Hilfe für sie gibt, so Flory.

    "Wir sprechen hier von tausenden von Erkrankten, die uns vermutlich in den nächsten Monaten bevor stehen, denen wir dann, wenn sie erkrankt sind, nicht helfen können. Deshalb ist das Drama, dass wir jetzt Spenden bräuchten, um Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Denn wenn die Krankheit ausgebrochen ist, werden wir auch leider nicht mehr helfen können." Jacqueline Flory, Gründerin der Zeltschule

    Engagement für sauberes Wasser

    Wasser: In Zeiten der Corona-Krise wird einem bewusst, welch wichtige Ressource das ist. Umweltschützer Pascal Rösler setzt sich mit seinem Verein Pure Water for Generations für sauberes Wasser ein. 2017 paddelte er von München aus bis zum Schwarze Meer. Mit seinem Dokumentarfilm über diese Reise wäre er eigentlich gerade auf Benefiz-Kino-Tour. Doch die ist erst einmal abgesagt. Im Mai sollen seine jährlichen Wasser-Bildungstage für Schüler starten - aber auch die sind ungewiss.

    "Mein Gefühl ist, dass es sich natürlich im Moment verschiebt. Ja, es gibt natürlich viele Spendenaufrufe, auch für Hilfs-Bedürftige zu spenden - und das ist auch richtig so, dass da jetzt auch die Spenden rein fließen. Aber es wird auch eine Zeit nach dem Virus geben, und da ist es wichtig, dass alle Vereine, die gemeinnützig unterwegs sind, die auf Spenden angewiesen sind, dass man sich denen auch wieder zuwendet. Und dass man auch wieder seine Spende tätigt." Pascal Rösler, Gründer Pure Water for Generations e.V.

    Dokumentarfilm auf Homepage

    Wie auf die Krise reagieren? Pascal Rösler stellt seinen Dokumentarfilm jetzt kostenlos auf seine Vereins-Homepage. Und Jacqueline Flory? Sie kämpft weiter um jede Spende. Auch im Libanon sind inzwischen alle Schulen geschlossen. Die Flüchtlingskinder lernen in ihren Wohnzelten. Wenigstens die Schule lässt sie in dieser Krise nicht im Stich.

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