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Corona-Krise: 1.000 Hektoliter Ayinger-Bier weggeschüttet | BR24

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Vor allem wegen der aktuellen Schließung der Gastronomie stapeln sich in der Ayinger Privatbrauerei die Fässer. Nun muss das erste Bier sogar schon entsorgt werden. Es ist schlicht und ergreifen abgelaufen.

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Corona-Krise: 1.000 Hektoliter Ayinger-Bier weggeschüttet

Gasthöfe, Kneipen und Restaurants sind wegen der Corona-Pandemie seit Monaten geschlossen, Feste finden nicht statt - der Lockdown macht immer mehr Brauereien zu schaffen. Die Ayinger Privatbrauerei musste nun 1.000 Hektoliter Bier wegschütten.

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  • BR24 Redaktion

Beim Anblick des im Abfluss versickernden Bierstromes blutet Liebhabern des kostbaren Gerstensafts vermutlich das Herz. Zu diesem schmerzlichen Schritt müssen sich derzeit viele Brauereien entschließen. Eine davon ist die Ayinger Privatbrauerei in Oberbayern.

"Bier ist ein verderbliches Lebensmittel. Dementsprechend haben wir jetzt nach vier Monaten Lockdown langsam die Grenze der sensorischen Haltbarkeit unserer Biere erreicht." Geschäftsführer Franz Inselkammer, Ayinger Privatbrauerei

Fasskeller sind voll

Die Brauerei hatte nicht mit einem so langen Lockdown gerechnet. "Um unsere Kunden zufriedenzustellen, haben wir weiterhin fröhlich Fassbier gebraut und abgefüllt", klagt Inselkammer im Gespräch mit Reuters. "Mit zwei Monaten Vorlauf kommt dann heraus, dass unsere Fasskeller voll sind und wir jetzt langsam dazu kommen, dass wir dieses vernichten müssen."

"Tut in der Seele weh"

1.000 Hektoliter werden in der Ayinger Brauerei weggeschüttet. "Das vernichten zu müssen, ist etwas, was uns in der Seele wehtut", sagt Inselkammer. Allein den Ayingern entsteht dadurch nach eigenen Angaben ein Verlust in sechsstelliger Höhe.

Immer mehr Brauereien in Not

In der gesamten Branche ist es bedeutend mehr. Von Woche zu Woche geraten immer mehr Brauereien, Brauereigaststätten und Fachgroßhändler in existenzielle Not und sind von Insolvenz bedroht, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief, den mehr als 300 Brauereien unterzeichnet haben. Während für die Gastronomie Hilfsmaßnahmen entwickelt wurden, seien die 1.500 deutschen Brauereien bis auf wenige Ausnahmen leer ausgegangen.

Bierkonsum geht zurück

2020 waren vier Monate lang Gaststätten, Restaurants, Kneipen, Bars und Hotels geschlossen. Ein Ende des seit Anfang November 2020 bestehenden, zweiten Lockdowns ist noch nicht in Sicht. Erst vor wenigen Tagen verschenkte die Klosterbrauerei Irsee 2.500 Liter Freibier. Hinzu kommt: Die Deutschen trinken weniger Bier: Im Corona-Jahr 2020 nur 8,7 Milliarden Liter Bier, um die fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Von dem Einbruch betroffen sind vor allem die kleinen Brauereien.

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