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Corona-Kontaktverbot: Ausflüge erlaubt – aber unerwünscht | BR24

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Darf man trotz der in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen in die Berge reisen? Innenminister Herrmann ruft die Bürger dazu auf, darauf zu verzichten. Auch Landespolizeipräsident Schmidbauer hat sich in "BR extra" dazu geäußert.

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Corona-Kontaktverbot: Ausflüge erlaubt – aber unerwünscht

Sonnenschein, bis zu 19 Grad, Wochenende: Optimale Voraussetzungen für einen Ausflug, wären da nicht das Coronavirus, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote. Darf ich jetzt an Seen und in die Berge? Ja, Ausflüge sind erlaubt, aber nicht erwünscht.

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Darf ich morgen das schöne Frühlingswetter in den Bergen, an Seen und in Parks genießen? Darf ich eine Motorradtour unternehmen? Darf ich zu einer Skitour aufbrechen? Darf ich mich mit meinen Freunden zum Sonnenbad treffen?

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Das sind die Fragen, die vor dem Wochenende in Zeiten von Corona-Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten die Menschen in Bayern interessieren. Laut einer Allgemeinverfügung, die am 21.03.20 in Kraft trat, sind Ausflüge zwar erlaubt, wenn auch nur alleine oder mit Menschen aus demselben Haushalt. Aber Polizei und Politik appellieren dringend an die Vernunft der Menschen, zu verzichten. Und einmütig warnen sie: Wer Kontaktverbote ignoriert, sich also etwa mit Freunden verabredet, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Ausflug in die Berge erlaubt? Ja.

"Ja. Sport, Spazieren gehen und Bewegung an der frischen Luft sind gestattet. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung. Bitte halten Sie Abstand", heißt es auf der FAQ-Seite des bayerischen Innenministeriums dazu.

Darf ich Picknicken oder Sonnenbaden? Nein.

Weil Gaststätten und Biergärten gerade geschlossen sein müssen, fragen sich viele, ob sie ihr Essen selbst in den Park mitnehmen dürfen. Wer sich gemütlich auf Decken oder Parkbänken niederlässt, muss damit rechnen, von Polizeibeamten verscheucht zu werden. Denn Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, aber: "Nicht erfasst hiervon ist der längere Aufenthalt in Parks ohne Bewegung (z.B. gemeinsam auf Picknick-Decken), um hierdurch die Ausgangsbeschränkung zu umgehen. Bitte gehen Sie zügig wieder nach Hause", informiert das Innenministerium.

Darf ich Fahrrad fahren? Ja.

Sport und Bewegung an der frischen Luft sind gestattet. Dazu zählt auch Radfahren.

Darf ich eine Spritztour mit dem Motorrad machen? Nein.

Sport ist erlaubt. Aber: "Das bedeutet nicht, dass es erlaubt ist, mit dem PKW oder dem Motorrad private Spritztouren zu unternehmen", heißt es auf der Seite des Innenministeriums.

Darf ich im Garten grillen? Ja.

Mit den Menschen im eigenen Haushalt darf man sich auch im Garten aufhalten und grillen. Nachbarn dürfen aber nicht dazu geladen werden – sie müssen auf ihrer Seite des Zauns bleiben und eineinhalb Meter Abstand halten.

Corona-Bußgeldkatalog: Abstandsverstöße kosten 150 Euro

Mit welchen Strafen man rechnen muss, wenn man zur Corona-Party, zum Corona-Picknick oder zum Corona-Ausflug lädt, war bisher nicht einheitlich festgelegt. Der Bußgeldrahmen reicht bis 25.000 Euro.

Inzwischen haben das Innenministerium und das Gesundheitsministerium einen Bußgeldkatalog veröffentlicht, damit Städte und Landratsämter eine Richtschnur haben, an der sie sich orientieren könnten.

Die meisten Verstöße, die jemand begeht, wenn er sich in seiner Freizeit nicht an die Ausgangsbeschränkungen hält, werden mit 150 Euro geahndet. Das sind: Nichteinhalten des vorgeschriebenen Mindestabstands sowie Verlassen der eigenen Wohnung ohne Vorliegen triftiger Gründe.

Empfindlicher sind die Strafen, die fällig werden, wenn jemand seine Liebsten im Krankenhaus oder Alten- und Pflegeheimen besucht nämlich 500.- Euro.

Uneinsichtige werden härter bestraft

Wobei in der Veröffentlichung klargestellt wird, dass der Regelsatz bei einem ersten vorsätzlichen Verstoß erhoben wird. Bei Wiederholungstätern verdoppelt sich die Bußgeldhöhe, bei Fahrlässigkeit kann sie halbiert werden.

Posts von der Corona-Party: Die Polizei geht dem nach

Eine ganz schlechte Idee ist es übrigens, den Ausflug oder die Grillparty vom Wochenende auf Facebook und Co. zu posten. Die Polizei geht solchen Verstößen nach, versicherte Landespolizeipräsident Wolfgang Schmidbauer im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

© Verkehrsministerin Schreyer dankt Bahn-Mitarbeitern

Verkehrsministerin Schreyer dankt Bahn-Mitarbeitern für Einsatz in der Corona-Krise.

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