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Corona: Klinikum Fürth schlägt Alarm und appelliert an Merkel | BR24

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Ärzte bereiten sich auf das Betreten der Covid-Station im Krankenhaus vor

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    Corona: Klinikum Fürth schlägt Alarm und appelliert an Merkel

    Das Klinikum Fürth hat sich mit einem dringenden Appell an Bundeskanzlerin Merkel gewandt. Der Krisenstabsleiter des Klinikums fordert eine sofortigen Lockdown. Man könne nicht länger warten. In Nürnberg gilt ab sofort der Pandemie-Alarmfall.

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    Von
    • Claudia Grimmer

    Die Kliniken im Großraum Nürnberg blicken angesichts der Überbelastung der Intensivstationen durch Covid-19-Patienten mit großer Sorge auf das Wochenende. Nach der heutigen Konferenz der Pandemiebeauftragten aller betroffenen Kliniken fordert der Pandemiebeauftragte des Krankenhauses in Fürth einen sofortigen Lockdown und appelliert dabei auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

    "Verordnen Sie einen harten Lockdown und zwar jetzt! Wir können nicht länger warten! Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir, dass unser gut funktionierendes Gesundheitssystem überlastet sein und zusammenbrechen wird." Dr. Manfred Wagner, Krisenstabsleiter und Pandemiebeauftragter des Klinikum Fürth

    Klinikum Fürth am Limit

    Derzeit werden im Großraum Nürnberg 480 Covid-Patienten stationär versorgt. 107 davon und damit rund 25 Prozent mehr als noch vor einer Woche, lägen auf der Intensivstation. "Die Lage ist dramatisch", beschreibt es der Pandemiebeauftragte des Klinikums in Fürth. Hier werden aktuell 60 Covid-Patienten, davon zwölf auf der Intensivstation, versorgt. "Weil wir zusätzlich auch eine immens hohe Belegung mit dringlichen Nicht-Covid-Patienten im Haus haben, ist die Belastung extrem. Und wie wir alle wissen, schlagen sich die steigenden Inzidenzzahlen in der Bevölkerung erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen in der Belegung der Intensivstationen nieder. Doch diese sind jetzt schon ziemlich voll", so Wagner.

    Da die Zahl der Neuinfektionen mit jetzt knapp 30.000 einen neuen Höchstwert erreicht hat und die bisherigen Maßnahmen zu keinem Rückgang der Fallzahlen gesorgt haben, forderte Wagner die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin auf, umgehend zu handeln.

    Auch Nürnberg ruft Pandemie-Alarmfall aus

    Auch in Nürnberg gilt ab sofort der sogenannten Pandemie-Alarmfall. Damit verbunden ist die vollständige Konzentration auf die Behandlung von dringlichen Fällen, sowohl von Patienten mit Covid-19, aber auch aller anderen Patienten, die akut medizinische Hilfe brauchen. Das Ärzte- und Pflegepersonal werde flexibel dort eingesetzt, wo es am dringendsten gebraucht werde, sagte einer Sprecherin auf BR-Nachfrage.

    Mit derzeit 164 Covid-19-Patienten und weiteren mehr als 50 Verdachtsfällen auf den unterschiedlichen Stationen sei das Klinikum an der Belastungsgrenze angelangt. 37 Patientinnen und Patienten werden intensivmedizinisch versorgt.

    Bayerns Krankenhäuser stehen mit dem Rücken zur Wand

    Die Bayerische Krankenhausgesellschaft hat die Bevölkerung um verantwortliches Handeln aufgefordert und zur Einhaltung der AHA-Regeln. "Unsere Krankenhäuser brauchen dringend sinkende Infektionszahlen", betont Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. "Die Beschäftigten in den bayerischen Krankenhäusern kämpfen um Menschenleben. Für teilweise lebensbedrohlich erkrankte Corona-Patienten wird in der Pflege und bei der Versorgung auf den Intensiv- und Normalstationen weit über das übliche Maß alles getan." Die Beschäftigten im Gesundheitswesen und damit auch die über 210.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den bayerischen Krankenhäusern stehen mit ihrem Einsatz vor und während der Feiertage vor einer körperlichen und emotionalen Überforderung.

    Ein wirkungsvoller Lockdown möglichst ab sofort ist aus Sicht der Versorgungssicherheit dringend geboten. Menschen, die sich in diesen Tagen an Corona infizieren, schlagen bei einem schweren Krankheitsverlauf an Weihnachten in unseren Kliniken auf. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.

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