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BR24Live: Wie sicher sind Kitas vor Corona?

Im Herbst 2020 wurde in Würzburg eine groß angelegte Studie in Kitas gestartet. Knapp 600 Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher haben teilgenommen, ein Großteil von ihnen wurde über drei Monate hinweg getestet. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

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Von
  • Pirmin Breninek

7.30 Uhr vor dem Kinderhaus "Schatzinsel" in Würzburg: Torsten Schönfeld begleitet seine beiden Kinder vom Auto zum Eingang der Einrichtung. Seit Oktober nimmt die städtische Kita an einer Corona-Studie der Uni Würzburg teil. Bei allen Kindern, die wollten, hat ein Team der Uni in regelmäßigen Abständen Nasenabstriche genommen. "Der Große war nach dem zweiten, dritten Mal schon ein richtiger Profi," erzählt Schönfeld. Auch die Rückmeldungen vieler anderer Eltern fallen an diesem Morgen überwiegend positiv aus.

Uni plant Fortsetzung der Studie

Nun will die Uni Würzburg erste Zwischenergebnisse ihrer Corona-Kita-Studie präsentieren. Neun städtische Kindertageseinrichtungen haben mitgemacht. Die Wissenschaftler wollten mehr darüber herausfinden, wie sich das Virus in Betreuungseinrichtungen ausbreitet und mit welchen Testmethoden Kinder und Personal am besten geschützt werden können. Schon jetzt steht fest, dass ein zweiter Studien-Teil demnächst starten soll.

600 Kinder nehmen an Untersuchung teil

Etwa zwei Drittel der Eltern in den beteiligten Kitas hatten im September 2020 zugestimmt, dass ihre Kinder bei den Tests der Corona-Kita-Studie mitmachen dürfen. Das entspricht etwa 600 Kindern. Die Teilnahme war freiwillig und ihr gingen mehrere Infoveranstaltungen voraus. Organisiert wird die Studie von der Stadt, der Universität und dem Universitätsklinikum Würzburg. Beteiligt sind Virologen, Allgemeinmediziner sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik.

Forscher wenden verschiedene Testmöglichkeiten an

Für die Studie wurden die neun beteiligten Kitas in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. In zwei Kitas haben die Forscher Nasenabstriche genommen, so auch im Kinderhaus Schatzinsel. In drei Einrichtungen wurden den Kindern aus dem Mundraum Speichelproben entnommen, über sogenanntes "Mundspülwasser".

In drei weiteren Kindergärten haben die Forschenden die Kinder nur beim Auftreten von Symptomen getestet. Allen Kindern, deren Eltern zugestimmt hatten, wurde zu Beginn der Studie mit einem Fingerpiks Blut entnommen, um zu sehen, ob sie bereits Antikörper hatten.

Studie ist Teil des Forschungsnetzwerks "InfectControl"

Bei einer Pressekonferenz am Montag wollen die Wissenschaftler auch über eine Anschlussstudie informieren, die voraussichtlich in den kommenden Wochen starten soll. "In dieser sollen die neuen Testkonzepte praxisnah umgesetzt und weiter erprobt werden", heißt es in einer Mitteilung der Uni.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Studie mit mehr als einer Million Euro. Die Studie ist Teil der Corona-Projekte des nationalen Forschungsnetzwerks InfectControl.

© BR/Pirmin Breninek
Bildrechte: dpa

Im Oktober hat die Uni Würzburg damit begonnen, in Kitas Corona-Tests vorzunehmen. Die Forscher erhoffen sich dadurch Erkenntnisse darüber, wie ein sicherer Kitabetrieb gewährleistet werden kann. Nun wollen sie erste Zwischenergebnisse vorstellen.

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