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In der Oberpfalz steigen die Corona-Inzidenzen an und immer öfter wird die Omikron-Variante nachgewiesen. In Regensburg überstieg die Sieben-Tage-Inzidenz heute die Marke 600.

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Inzidenz in Regensburg über 600: Stadt ist besorgt

In der Oberpfalz steigen die Corona-Inzidenzen an und immer öfter wird die Omikron-Variante nachgewiesen. In Regensburg überstieg die Sieben-Tage-Inzidenz nun die Marke von 600. Die Stadt ist besorgt und trifft Vorkehrungen.

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Michael WagnerMichael WagnerMarcel KehrerMarcel KehrerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Die Stadt Regensburg hat bei steigenden Infektionszahlen in der ganzen Oberpfalz laut Robert Koch-Institut (RKI) nun als erste Region die 600er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz wieder überschritten. In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete das RKI über 900 Neuansteckungen – Stand 13. Januar – im Stadtgebiet von Regensburg. Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger, soziale Kontakte auf das Nötigste zu beschränken.

Kliniken stellen sich auf Omikron-Variante ein

Die Kliniken in Regensburg stellen sich auf einen erheblichen Anstieg der Omikron-Variante bei den Patientinnen und Patienten ein, das ergab eine stichprobeartige Umfrage des BR. Am Krankenhaus Barmherzige Brüder überwiegen die Omikron-Fälle bereits "bei Weitem".

Am St. Josef-Krankenhaus sind die Omikron-Fälle aktuell noch in der Minderheit. Dass Omikron bei den Patientinnen und Patienten bald überwiegt, davon wird aber auch dort ausgegangen. Zwar rechnet die Klinik laut einer Sprecherin mit einem zahlenmäßigen Anstieg der Patientinnen und Patienten, jedoch vermehrt auf der normalen Covid-Station und nicht im Intensivbereich. Grund dafür ist der in der Regel milde Krankheitsverlauf bei der Omikron-Variante.

Nur dringende Operationen an Kliniken bis Ende Januar

Wegen der angespannten Pandemie-Lage verpflichtet die Regierung der Oberpfalz nun die Krankenhäuser, die Corona-Patienten aufnehmen, weiterhin keine aufschiebbaren Operationen durchzuführen. Die Vorgabe wäre morgen ausgelaufen. Vorerst gilt sie bis Ende Januar weiter. Aktuell sind laut Regierung rund 85 Prozent der Intensivbetten in der Oberpfalz belegt. Medizinisch dringliche Operationen sind von der Vorgabe ausgenommen.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 600 hat die Stadt Regensburg aktuell die dritthöchste 7-Tage-Inzidenz unter den bayerischen Städten – hinter München mit 645 und Rosenheim mit 632.

Lockdown-Regelung ausgesetzt

Ein Lockdown droht den Städten aber erst mal nicht. Die sogenannte Hotspot-Regelung wird bis zur geplanten Überarbeitung im Kabinett ausgesetzt, kündigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) an. Landkreise und kreisfreie Städte, die in den kommenden Tagen gegebenenfalls eine 7-Tage-Inzidenz von 1.000 übersteigen, müssen also das öffentliche Leben nicht automatisch herunterfahren.

"Ich denke, es ist richtig und angemessen, die momentan in Bayern geltenden Hotspot-Regelungen, die an eine 7-Tage-Inzidenz von 1.000 gebunden sind, an Omikron anzupassen", sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Tag bringe zusätzliches Wissen und zähle für eine möglichst sachgerechte Anpassung der Hotspot-Regelung. "Solange wird die bestehende Hotspot-Regelung nicht angewendet", erklärte der Minister. "Ansonsten käme es wohl bereits in wenigen Tagen in Bayern wieder zu regionalen Lockdowns."

Holetschek: "Inzidenzen werden weiter steigen"

Gesundheitsminister Holetschek könnte sich vorstellen, den Grenzwert 1.000 für einen regionalen Hotspot anzuheben. Dabei sollte die aktuelle Infektionsdynamik einbezogen werden. "Das würde der veränderten Bedrohungslage durch Omikron gerecht werden, die anders ist als bei Delta." Hohe Belastungen des Gesundheitssystems seien künftig erst bei höheren Inzidenzen als bisher zu erwarten, so Holetschek. "Klar ist aber, dass wir auch weiterhin die Belegung der Krankenhäuser sehr engmaschig im Blick behalten werden, um gegebenenfalls kurzfristig wieder reagieren zu können." Er warnte: "Omikron rollt weiter auf Bayern zu". Die Inzidenzen stiegen, und das werde auch weitergehen.

FDP findet Hotspot-Regeln nicht mehr zeitgemäß

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Martin Hagen, forderte bereits zuvor eine Anpassung der Hotspot-Regeln in Bayern. Die Regeln für einen regionalen Hotspot-Lockdown sind für Hagen nicht mehr zeitgemäß. Angesichts der Omikron-Welle werden viele Landkreise bald die Schwelle einer 7-Tages-Inzidenz von 1.000 erreichen. Wenn die Bayerische Staatsregierung die Regeln nicht anpasse, gehe das halbe Land wieder in den Lockdown. Dies müsse unbedingt verhindert werden, so der FDP-Politiker.

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