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Corona: Lage in Bayerns Intensivstationen verschärft sich

"Es ist 5 nach 12": Mit diesen Worten hat der Direktor der Uniklinik Köln gestern die Situation auf den Intensivstationen beschrieben. Auch die bayerischen Krankenhäuser kommen an ihre Grenzen. Im Klinikum Nürnberg gibt es kaum noch freie Betten.

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Von
  • Regina Wallner
  • B5 aktuell
  • Katharina Pfadenhauer

Die Lage auf den Intensivstationen ist ernst. Am Klinikum Nürnberg beispielsweise sind die Zahlen der Covid-19-Patienten in den letzten zwei Wochen dramatisch gestiegen. Im Gespräch mit B5-aktuell-Moderatorin Stephanie Mannhardt, zeigte sich der Leiter der Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg, Prof. Stephan John, sehr besorgt. Er schließt sich den Hilferufen von anderen Intensivmedizinern an, die vor einer Überlastung der Intensivstationen warnen.

Kliniken haben Versorgungsauftrag

Die allgemeine Versorgung auf den Intensivstationen müsse - neben der Versorgung der Covid-19-Patienten - auch weitergehen. Die Krankenhäuser und Kliniken hätten einen Versorgungsauftrag, erklärt John. Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere schwere Krankheiten müssten ebenfalls ständig behandelt werden. Auch das müsse in Pandemie-Zeiten gewährleistet sein, genauso wie Operationen, um schwer kranken Menschen zu helfen, so der Leiter der Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg.

Lage auf Intensivstationen verschärft sich

Die angespannte Lage auf den Intensivstationen verschärfe sich weiter, weil auch die Inzidenzzahlen immer weiter steigen. Die aktuell Infizierten hätten sehr schwere Verläufe und müssten dadurch recht schnell auf die Intensivstationen verlegt werden, sagt John.

Jüngere und adipöse Patienten haben schwere Verläufe

In den letzten Wochen sei zu beobachten, dass viel mehr jüngere Patienten und auch viele adipöse Menschen einen schweren Verlauf bei dieser Krankheit haben. Weiteres Merkmal bei den Infizierten seien oft auch die schlechteren sozio-ökonomischen Verhältnisse. In diesem Zusammenhang sei es sinnvoll, noch mal die Impfreihenfolge zu überdenken. Nach Meinung von Prof. John ist Aufklärung wichtig, um auch die nicht deutsch-sprechende Community über die Wichtigkeit der Impfung zu informieren.

John: Bundesweite Notbremse wird Lage verbessern

Ob ein kompletter Lockdown oder eine nächtliche Ausgangssperre sinnvoll sind, liege nicht im Ermessen der Intensivmediziner, sondern müsse die Bundesregierung entscheiden, findet John. Wichtig sei weiterhin, sich an die bestehenden Regeln zu halten und unbedingt weiterhin mit Abstand, Hygiene und Maske zu versuchen, die Ansteckungsrate einzudämmen. Auch mit dem Verständnis dafür, dass die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen schon sehr lange Zeit dauern.

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