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Corona in Oberbayern: Die Ereignisse vom 6. April bis 12. April | BR24

© dpa/Jonas Güttler

In vielen Seniorenheimen steigt die Zahl der Infektionen.

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    Corona in Oberbayern: Die Ereignisse vom 6. April bis 12. April

    In München kommen Schutzmasken aus China an, viele Unternehmen produzieren Desinfektionsmittel. Hier finden Sie die Ereignisse der Coronakrise in Oberbayern im chronologischen Überblick vom 6. April bis zum 12. April.

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    Ostersonntag, 12. April

    15.30 Uhr: Ausgangsbeschränkung an Ostern in München weitgehend beachtet

    Die meisten Münchnerinnen und Münchner halten sich an die Ausgangsbeschränkungen. So lautet das Zwischenfazit des Münchner Polizeipräsidiums an den Osterfeiertagen. Auch wenn Parks und Grünanlagen stark besucht sind, wird der Mindestabstand von einem Meter 50 weitgehend eingehalten. An Karfreitag und Karsamstag führte die Polizei in der Stadt und im Landkreis München rund 13.000 Kontrollen durch, dabei wurden knapp 600 Verstöße angezeigt.

    14.45 Uhr: 21 Tote seit gestern in Oberbayern

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt 21 neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Oberbayern seit gestern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 252 Fälle angestiegen. 14.884 Menschen sind mit dem Virus infiziert, das sind 514 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit 317 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert. Oberbayern liegt weiterhin hinter der Oberpfalz (325) an zweiter Stelle der bayerischen Bezirke. Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner in Oberbayern zählt das LGL weiterhin im Landkreis Rosenheim (594/100.000), gefolgt von den Landkreisen Freising (467) und Miesbach (459).

    12.45 Uhr: Kardinal Marx ruft an Ostern zu weltweiter Solidarität auf

    Kardinal Reinhard Marx hat in seiner Osterbotschaft zu weltweiter Solidarität angesichts der Corona-Krise aufgerufen. So könne schärferen Ungleichgewichten zwischen den Staaten und humanitären Notlagen vorgebeugt werden. Diese Krise dürfe nicht dazu führen, dass die Gräben, Ungerechtigkeiten und Spannungen in unseren Ländern und global größer werden, mahnte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Samstagabend im Münchner Liebfrauendom. Diese wurde im Internet übertragen.

    12.00 Uhr: Zahlreiche Einsätze der Polizei - Lebensmittelgeschäft geräumt

    Corona hält die Polizei auf Trab. Zwischen Samstag 6 Uhr und Sonntag 6 Uhr führte die Polizei in der Stadt und im Landkreis München über 6400 Kontrollen durch um die Einhaltung der Regelungen der aktuellen Verordnungen zu überprüfen. Dabei wurden 303 Verstöße angezeigt, von denen 291 die Ausgangsbeschränkung betrafen.

    Am Samstagmittag musste die Polizei sogar vorübergehend ein Lebensmittelgeschäft in Berg am Laim räumen. Rund 70 Personen warteten vor dem Laden und drängten auch ohne Wahrung des Sicherheitsabstandes in den Laden. In dem Geschäft selbst waren noch einmal rund 110 Personen, so dass sich die Polizei gezwungen sah das Geschäft zu räumen.

    Dann wurde mit dem Geschäftsführer vereinbart, dass sich immer gleichzeitig höchstens 15 Personen im Laden aufhalten dürfen und das dortige Personal für die Einhaltung des Mindestabstandes im Bereich der Warteschlange verantwortlich ist. Der 22-jährige Geschäftsführer wurde nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

    8.10 Uhr: 2500 Pflegekräfte melden sich freiwillig zum Corona-Einsatz

    Rund 2500 Pflegekräfte haben sich in Bayern bereiterklärt, wegen der Corona-Pandemie freiwillig in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu arbeiten. Bei personellen Engpässen könne nun auf Unterstützung durch den neuen, sogenannten bayerischen Pflegepool zurückgegriffen werden, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern, mit der ihr Ministerium über eine Online-Plattform nach Freiwilligen sucht, könne den Katastrophenschutzbehörden auf Nachfrage die für die Region freiwillig gemeldeten Personen vermitteln.

    Samstag, 11. April

    15.00 Uhr: 119 Neuinfektionen in München

    In München wurden am heutigen Samstag, 11. April, 119 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit wurden in der Landeshauptstadt bislang insgesamt 4.352 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 2.043 Personen, die bereits geheilt sind, 438 Münchner COVID-19-Patienten, die insgesamt stationär aufgenommen werden mussten, sowie 44 Todesfälle.

    14.45 Uhr: 13 neue Todesfälle in Oberbayern

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt 13 neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Oberbayern seit gestern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 231 Fälle angestiegen. 14.370 Menschen sind mit dem Virus infiziert, das sind 493 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit 306,65 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert. Oberbayern liegt somit hinter der Oberpfalz an zweiter Stelle der bayerischen Bezirke. Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner in Oberbayern zählt das LGL weiterhin im Landkreis Rosenheim (558/ 100.000), gefolgt von den Landkreisen Miesbach (459) und Freising (458).

    14.00 Uhr: 132.000 Atemschutzmasken für Stadt und Landkreis Rosenheim geliefert

    Am Karfreitag konnten durch die Einsatzkräfte des THW Rosenheim 132.000 Atemschutzmasken für Stadt und Landkreis Rosenheim im Zentrallager in München abgeholt werden. Ebenfalls in größeren Mengen wurden Flächen- und Handesinfektionsmittel und weitere Schutzausstattung geliefert.

    Die Einwegmasken könnten nur für einige Tage reichen, so das Landratsamt

    Die Masken, wie auch die restliche Schutzausstattung werden dringend für die örtlichen Bedarfsträger wie Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Ärzte, Rettungsdienste und Pflegedienste benötigt. Auch wenn sich die Zahl von 132.000 Masken aus der Erstzuteilung hoch anhört, sei dies nur ein Anfang, so das Landratsamt. Es handele sich um Einwegmasken für insgesamt über 350 Bedarfsträger in Stadt und Landkreis Rosenheim und dürfte den Bedarf nur für einige Tage decken.

    9.10 Uhr: Quarantäne für Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Traunreut

    In einer Gemeinschaftsunterkunft in Traunreut im Landkreis Traunstein sind zwei Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie wurden mit ihren Familien ausquartiert und unter häusliche Quarantäne gestellt. Da einer der Erkrankten laut Landratsamt Traunstein eine "eine sehr kontaktfreudige Persönlichkeit besitzt und sehr aktiv in der Unterkunft unterwegs war" wurde die gesamte Einrichtung unter Quarantäne gestellt.

    Um auf alles vorbereitet zu sein, war am Karfreitag nachmittag ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften vor Ort.

    Freitag, 10. April

    14.20 Uhr: LGL meldet 13.877 Infizierte

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt 28 neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus seit gestern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 218 angestiegen. 13.877 Menschen sind mit dem Virus infiziert, das sind 761 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit pro 100.000 Einwohner 296 Menschen infiziert. Oberbayern liegt damit auf Rang zwei aller bayerischen Bezirke hinter der Oberpfalz (312). Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner in Oberbayern zählt das LGL weiterhin im Landkreis Rosenheim (556 / 100.000), gefolgt von den Landkreisen Freising (447), Dachau (360) und Erding (342).

    13.00 Uhr: Landkreis Rosenheim verstärkt Suche nach Covid-19- Kontaktpersonen

    Nach den Osterfeiertagen bekommt das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim wichtige Unterstützung: Die Mitarbeiter aller Rathäuser im Landkreis werden beim sogenannten Kontaktpersonenmanagement mithelfen. Das Gesundheitsamt informiert die Gemeinden über positive Covid19-Fälle, die Mitarbeiter der Gemeinde rufen dann die engen Kontaktpersonen an und versorgen sie mit allen wichtigen Infos rund um die 14-tägige Quarantäne.

    Gemeindemitarbeiter als Ansprechpartner für Bürger in Quarantäne

    Die Mitarbeiter der Gemeinde sollen dann auch für die in Quarantäne befindlichen Bürger als erster Ansprechpartner zur Verfügung stehen, so das Landratsamt Rosenheim. Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Wolfgang Hierl, bezeichnete die Unterstützung der Kommunen als enorme Entlastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rosenheimer Gesundheitsamt.

    Rosenheim ist in Oberbayern der am meisten von der Coronapandemie betroffene Landkreis. Am Gründonnerstag zählte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL hier 501 Fälle pro 100.000 Einwohner.

    12.15 Uhr: „Zeichen der Hoffnung“: Kreuz aus Laserlicht leuchtet nachts am Wallberg

    In den kommenden drei Nächten wird ein großes Kreuz auf dem Wallberg im Tegernseer Tal zu sehen sein. Es wird mittels Laser auf den Berg gestrahlt. Initiator der Aktion ist Monsignore Pfarrer Walter Waldschütz, Pfarrverbandsleiter am Tegernsee. "Es soll ein Zeichen der Hoffnung sein, und für uns Christen ist das Kreuz doch ein Zeichen der Hoffnung", so Pfarrer Waldschütz zum BR.

    An Gründonnerstag leuchtete das rund 10 Meter große Kreuz zum ersten Mal, probehalber, so Pfarrer Waldschütz. Am heutigen Karfreitag, am Samstag und auch am Ostersonntag soll das Kreuz jeweils von 20.45 Uhr bis 22.15 Uhr weit über das Tegernseer Tal zu sehen sein.

    10.50 Uhr: Darsteller der Passionsspiele lesen Leidensgeschichte Christi

    Darsteller der Passionsspiele Oberammergau tragen am Nachmittag Texte aus dem Johannes-Evangelium vor. Mitzuerleben ist die Lesung ab 15 Uhr im Rahmen eines Internet-Gottesdienstes aus der evangelischen Kirche Oberammergau.

    Jesus-Darsteller Frederik Mayet, Carsten Lück (Pilatus), Christian Bierling (Josef von Arimathäa) und Helga Stuckenberger (Weinende Frauen) lesen die Passionstexte vor.

    Pfarrer Peter Sachi hat die Vorbereitungen der wegen der Corona-Krise verschobenen Passionsspiele als Sänger im Chor miterlebt. An Karfreitag überträgt er nun den Gottesdienst mit den Passionsdarstellern via Internet von der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde.

    Vom Kirchturm der katholischen Kirche wird um 17 Uhr aus der Passionsmusik von Rochus Dedler der Gesang von der Grablegung per Lautsprecher erklingen. Bereits vergangene Woche hat diese Form der Musikübertragung viele der über 2000 Mitwirkenden im Ort tief berührt. Für die Gemeinde Oberammergau ist die Absage der für dieses Jahr geplanten Passionsspiele ein besonders schmerzlicher Einschnitt. Die Passionsspiele wurden wegen der Corona-Krise in diesem Jahr abgesagt und auf das Jahr 2022 verschoben.

    10.15 Uhr: München Klinik will gewonnenes Wissen mit anderen Kliniken teilen

    Die München Klinik hat eine Covid-19 Internetplattform eingerichtet um Mitarbeiter aber auch andere behandelnde Kliniken über neue Erkenntnisse zu informieren. Wie die Klinik am Karfreitag mitteilt, sollen auf dem öffentlich zugänglichen Info-Portal intern erarbeitete Dokumente und klinische Standards zur Verfügung gestellt werden. „In der aktuellen Pandemie ist Zeit essenziell", heißt es. Die München Klinik wolle ihren Teil dazu beitragen, andere Kliniken mit bereits erarbeitetem Wissen zu unterstützen und dem Gesundheitssystem eine „Doppelarbeit“ zu ersparen. Themen sind unter anderem: Klinische Standards zur Behandlung von Covid-19, Schulungsvideos zur Behandlung von Patienten sowie Informationen zur aktuelle Forschung der München Klinik im Bereich Covid-19.

    Klinik sucht personelle Unterstützung

    Die München Klinik sucht weiterhin personelle Unterstützung in Medizin und Pflege. „Wer eine medizinische oder pflegerische Ausbildung hat und lieber selbst mit anpackt, ist jederzeit willkommen“, heißt es in der Mitteilung. Auch wenn die Ausbildung schon länger her ist, sei ein Wiedereinstieg mit Schulungen problemlos möglich.

    In der München Klinik wurden Ende Januar die ersten bestätigten Coid-19-Fälle Deutschlands bestätigt und seitdem laut Klinik mehrere hundert Covid-19-Patienten versorgt.

    Donnerstag, 9. April

    19.00 Uhr: Zehn von 24 Corona-Toten im Landkreis Freising waren im Pflegeheim Au

    Im Landkreis Freising sind bislang 24 Menschen mit oder an Covid-19 verstorben. Zehn der Verstorbenen waren Bewohner des Pflegeheims in Au, das besonders stark betroffen ist, das gab das Landratsamt Freising soeben bekannt. Alle Verstorbenen waren laut Pressemitteilung über 65 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Im Pflegeheim in Au habe sich die Situation verschärft, mittlerweile sei auch ein bisher geschützter Bereich betroffen. In dem Heim sind aktuell 35 Bewohner positiv getestet, acht weitere positiv Getestete befinden sich in verschiedenen Kliniken, so Christine Setzepfandt vom Gesundheitsamt Freising.

    Auch Asylunterkünfte betroffen

    Aktuell sind 774 Fälle von COVID-19 im Landkreis Freising registriert, 383 Menschen sind von der Erkrankung wieder genesen. In Asylunterkünften gebe es bisher in zwei kleinen dezentralen Einrichtungen bestätigte Coronavirus-Fälle: vier in einer Unterkunft in Attenkirchen und einen in einer Unterkunft in Fahrenzhausen. In den Unterkünften werde man bei Verdachtsfällen mit Testungen aktiv, sagte die neue Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Kathrin Mariß-Heinrich.

    17.20 Uhr: 120 neue Infizierte heute in München

    In München wurden am heutigen Donnerstag (Stand 13.30 Uhr) 120 neue Corona-Fälle bestätigt. Damit wurden in der Landeshauptstadt bislang insgesamt 4.123 Infektionen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 1.739 Personen, die bereits geheilt sind, sowie 32 Todesfälle. Am Donnerstag vergangener Woche (2.4.) waren es 173 neue bestätigte Corona-Infektionen (gesamt 3.099).

    16.55 Uhr: A95 - Grenzpolizei stoppt Infektionswege am Autobahn-Ende

    Am Ende der Autobahn 95 von München nach Garmisch-Partenkirchen versucht die Polizei, mittels Kontrollen die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. «Es geht uns darum, die Infektionswege zu stoppen», sagte ein Sprecher der Grenzpolizei, die am Donnerstag jeden Wagen am Ende der sonst vielbefahrenen Autobahn bei Eschenlohe überprüfte. Es sei spürbar weniger los und die meisten Menschen hätten einen Grund für ihren Weg - kämen von der Arbeit oder wollten Eltern Essen bringen. Einige seien aber auch ohne triftigen Anlass unterwegs und würden dann über die derzeit in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie aufgeklärt.

    Die meisten seien einsichtig, meint die Polizei

    Die meisten Überprüften zeigten sich dann einsichtig, sagte der Sprecher weiter. In der Regel bleibe es bei Ermahnungen. Vom Aufkommen der Verstöße sei abhängig, ob die Beamten das ganze Osterwochenende Fahrer kontrollieren. Der Sprecher betonte auch angesichts des angekündigten guten Wetters: «Wandern in den Bergen ist erlaubt. Aber eben nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts.»

    15.15 Uhr: Aus München gehen 100.000 Liter Desinfektionsmittel am Tag ins Land

    Vom Münchner Messegelände aus gehen jeden Tag 100.000 Liter Handdesinfektionsmittel in alle bayerischen Landkreise. Dies sei das Ergebnis der in Bayern angeschobenen Produktion, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Donnerstag bei einer Besichtigung des Lagers und Umschlagplatzes. Die in 5, 10 und 20 Liter fassende Kanister abgepackte Flüssigkeit werde gratis an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Altenheime verteilt. Supermärkte müssten sich auf dem freien Markt eindecken.

    Alkohol kommt aus Sachsen-Anhalt

    Das Desinfektionsmittel wird laut Aiwanger in Bayern mit Hilfe von Alkohol aus der Biosprit-Produktion erzeugt, der aus Sachsen-Anhalt kommt. Vor dem Abtransport wird das brennbare Produkt auf Paletten in klimatisierten Zelten gelagert, die mit Sicherheitsabstand auf einer Kiesfläche stehen. Den Transport übernimmt das Technische Hilfswerk mit 15 bis 20 Lkw-Touren am Tag.

    Eigenproduktion soll vor überhöhten Preisen schützen

    Theoretisch könne sich mit der jetzt verfügbaren Menge jeder Bayer ein Mal am Tag die Hände desinfizieren, sagte Aiwanger. Durch die eigene Produktion wolle man verhindern, dass Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen Preise von 30 Euro pro Liter bezahlen müssten. Dafür gebe Bayern jetzt einige Millionen Euro aus.

    Vor Überfällen geschützt

    Das Lager wird zudem von der Polizei bewacht. «Früher wurden Banken überfallen, neuerdings werden Maskenlager überfallen und Desinfektionsmittellager», sagte Aiwanger.

    14.40 Uhr: Oberbayern meldet 13.116 Infizierte

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt seit gestern 16 neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Oberbayern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 190 angestiegen. 13.116 Menschen sind im Regierungsbezirk mit dem Virus infiziert, das sind 381 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit pro 100.000 Einwohner gut 280 Menschen infiziert. Oberbayern liegt damit erstmals nicht mehr an der Spitze aller bayerischen Bezirke - die Oberpfalz meldet erstmals mehr Infizierte pro Einwohner.

    In Oberbayern zählt das LGL die meisten Fälle pro 100.000 im Landkreis Rosenheim (501), gefolgt von den Landkreisen Miesbach (440), Freising (422), Dachau (347) und Erding (337).

    Die meisten Infizierten zählt die Landeshauptstadt München mit aktuell 3.699 Fällen (rund 260 Infizierte pro 100.000 Einwohner) und elf Todesfällen.

    14.20 Uhr: Bad Reichenhall musiziert am Ostermontag für die Helfer

    Die Philharmoniker der Stadt laden alle Menschen in Bad Reichenhall zum gemeinsamen Singen und Musizieren ein. Unter dem Motto „Klingendes Bad Reichenhall“ soll am Ostermontag um genau 10:15 Uhr der Choral „Lobe den Herren“ gesungen oder auf einem Instrument gespielt werden. „Alle sind herzlich eingeladen, Laien und Profis, Chöre, Kapellen, Vereine, Schulen, Groß und Klein. Wir wollen an den Fenstern, Balkonen oder durch offene Türen den Choral anstimmen. Selbstverständlich nicht nur in Bad Reichenhall, sondern auch in den benachbarten Gemeinden“, sagt Fred Ulrich, Geiger bei den Bad Reichenhaller Philharmonikern.Die Aktion soll ein gemeinsames Zeichen des Dankes für all diejenigen sein, die sich um die Kranken kümmern und die Versorgung der Stadt aufrechterhalten.

    14.10 Uhr: Stadt München will keine "Wiesn für Einheimische"

    Die Idee eines modifizierten Oktoberfests nur für Einheimische wegen der Corona-Krise stößt bei den Verantwortlichen der Stadt München auf keine Resonanz. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ließ mitteilten, er sehe derzeit keine Grundlage für eine Entscheidung und an Spekulationen werde er sich nicht beteiligen. Reiter hatte bereits angekündigt, dass eine Entscheidung voraussichtlich Ende Mai, spätestens Anfang Juni fallen müsse - bevor konkrete Vorbereitungen anlaufen.Ähnlich äußerte sich der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). «Eine Entscheidung ist notwendig, wenn unumkehrbare Dispositionen anstehen und damit die Beschicker und die Stadt in finanzielle Verpflichtungen kommen.» Derzeit sei das noch nicht der Fall. «Es hängen so viele wirtschaftliche Schicksale am Oktoberfest, dass man eine Absage auf gar keinen Fall leichtfertig machen darf. Und auf der anderen Seite hängt die Gesundheit und möglicherweise das Leben von Menschen daran, ob die Wiesn sicher ist. Auch darüber ist nicht leichtfertig zu entscheiden.»Vertreter von Schaustellern und Wirten hatten hatten eine «Münchner Wiesn» nur für regionale Gäste vorgeschlagen.

    13.40 Uhr Sibler: Bayern gut vorbereitet - "kleines Zeichen der Hoffnung"

    Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) sieht Bayern gut gerüstet für die Corona-Pandemie. Das Gesundheitssystem sei sehr gut vorbereitet, sagte Sibler am Donnerstag in München. Bilder wie in Italien oder Spanien blieben den Menschen hierzulande bisher erspart. Am LMU Klinikum München seien alle 36 Patienten, die vom 4. März bis 6. April intensivmedizinisch behandelt wurden, gerettet worden. Das könne "zu Ostern ein kleines Zeichen der Hoffnung" setzen.

    Die Ansteckungszahlen hätten deutlich reduziert werden können, sagte der Ärztliche Direktor am LMU-Klinikum München und Vorsitzende der Universitätsmedizin Bayern, Karl-Walter Jauch. Habe ein Erkrankter zuvor fünf oder sechs andere Menschen angesteckt, so liege die Zahl nun bei eins oder für München leicht darunter.

    11.47 Uhr: Passions-Schauspieler lesen aus Evangelium

    Die Passionsspiele in Oberammergau sind wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben. Einige Darsteller haben aber trotzdem einen Auftritt: In der evangelischen Kirche Oberammergau werden Darsteller der Passionsspiele am Karfreitag Texte aus dem Johannes-Evangelium lesen. Jesus-Darsteller Frederik Mayet, Carsten Lück (Pilatus), Christian Bierling (Josef von Arimathäa) und Helga Stuckenberger (weinende Frauen) lesen die Leidensgeschichte Christi. Pfarrer Peter Sachi hat die Vorbereitungen der wegen der Corona-Krise verschobenen Passionsspiele als Sänger im Chor miterlebt. Er überträgt einen Gottesdienst mit den Passionsdarstellern via Internet von der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde ab 15 Uhr.

    11.30 Uhr: Wissenschaftsminister zufrieden mit Unikliniken

    Viel Lob gab es heute für die Mitarbeiter der sechs bayerischen Universitätskliniken: bei einem Besuch am Vormittag an der LMU in München-Großhadern würdigte Wissenschaftsminister Bernd Sibler Ärztinnen, Pfleger und Putzpersonal für ihr Engagement in der Coronakrise. Insgesamt wurde die Zahl der Intensivbetten an allen Unikliniken von 600 auf 1000 aufgestockt , 200 könnten kurzfristig dazukommen, so Wissenschaftsminister Sibler heute in München.

    9.40 Uhr: TU Weihenstephan liefert Material für Klinikum Freising

    Für die Überbrückung von Materialengpässen bekommt das Klinikum Freising auch Unterstützung aus dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan: Die Mitarbeiter der Lehrstühle haben in den Biologie- und Chemielaboren die Bestände geprüft und alles, was entbehrlich ist, nun dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt: fast 84.000 Nitril-Handschuhe, 300 Staubmasken und 43 FFP1-Masken, rund 80 Schutzmäntel und 400 Kopfbedeckungen.

    7.20 Uhr: Gratisurlaub für "Corona-Helden" in Inzell

    Sie sind von der Corona-Krise selber stark betroffen und bangen teilweise sogar um die Existenz. Dennoch wollen Vermieter im Urlaubsort Inzell im Landkreis Traunstein helfen. Sie laden "Corona-Helden" zu einem kostenlosen siebentägigen Urlaub nach Inzell ein. Wenn die Krise vorbei ist sollen Menschen, die anderen uneigennützig geholfen haben, eine Verschnaufpause in Inzell bekommen.

    In einem ersten Aufruf im Ort haben sich spontan über 20 Gastgeber bereit erklärt, eine kostenlose Urlaubswoche zu spendieren. Laut Gerhard Steinbacher, dem Geschäftsführer der Inzeller Touristik GmbH, kommen ständig weitere Vermieter dazu, die diese Aktion unterstützen wollen. Es gebe zahllose "Helden", sie arbeiten im Krankenhaus oder Seniorenheim, kümmern sich um Pflegebedürftige, setzen sich im Rettungsdienst ein oder auf einer Intensivstation. Dabei riskieren sie oft die eigene Gesundheit für die Allgemeinheit, heißt es in Inzell.

    Mit der Aktion wolle man sich bei einigen dieser Menschen und deren Familien nach der Krise bedanken, so Tourismuschef Steinbacher. Der Bewerbungsbogen dafür kann bis 30. April per Mail unter dem Motto „Urlaub für Corona Helden“ beim Touristikbüro Inzell unter "info@inzell.de" angefordert werden

    Mittwoch, 8. April

    19.00 Uhr: Maßnahmenpaket für Bedürftige in München

    Die Stadt hat im Jugend-Hostel "Haus International" in Schwabing 165 Bettplätze angemietet. Wohnunglose aus der Sofortunterbringung, die schon älter sind oder Vorerkrankungen haben, sollen dorthin verlegt werden, um sie vor Ansteckung zu schützen.

    17.40 Uhr: Dachauer Klinik im Vollbetrieb - alle Testergebnisse jetzt da

    Das Helios Amper Klinikum in Dachau läuft jetzt ambulant wie stationär und wieder im Vollbetrieb, und mittlerweile liegen auch alle Testergebnisse für die Mitarbeiter sowie die Angestellten der Tochtergesellschaften und externen Dienstleister vor: Von den 1170 Beschäftigten sind 19 Covid-19-positiv. Am vergangenen Freitag war das Krankenhaus für Nicht-Covid-19-Patienten vorübergehend geschlossen worden – wegen einer Häufung von Fällen, aber auch wegen eines Herzpatienten, bei dem die Infektion erst nach der Einlieferung erkannt worden war.

    Nur Mitarbeiter mit direktem Kontakt mit positiv Getesteten haben sich angesteckt

    Es wurde befürchtet, dass er da bereits viele Klinik-Mitarbeiter angesteckt hatte. Das Ergebnis der Reihentests wird nun aber als Beleg dafür gesehen, dass sich das Virus nicht auf das ganze Klinikum ausgebreitet, sondern nur auf Mitarbeiter übertragen hatte, die einen direkten Kontakt zu positiv getesteten Corona-Patienten hatten.

    17.05 Uhr: Flughafen München im Minimalbetrieb

    Heute gab es 52 Flugbewegungen am Flughafen München - normalerweise wären es um die 1000 gewesen. 14 mal sind reine Frachtflugzeuge im Erdinger Moos gestartet oder gelandet, 38 mal waren es Passagiermaschinen.

    16.30 Uhr: Samerberg sperrt öffentliche Wanderparkplätze ab Karfreitag

    Am Samerberg werden die öffentlichen Parkplätze für Wanderer gesperrt. Bürgermeister Georg Huber kündigte in einer e-mail an, dass die Parkplätze ab Karfreitag den 10.04. bis vorerst 19.04. gesperrt werden um damit die erlassene Ausgangsbeschränkung zu untermauern. "Auch wenn sich viele Ausflügler an die strengen Bestimmungen gehalten haben, so die Erfahrung der letzten Tage, gebe es doch eine Reihe von Uneinsichtigen, die zum Teil von weit auswärts kommen", hieß es aus dem Samerberger Rathaus weiter. Mit diesem Schritt sollen auch die Bergwacht und andere Rettungsorganisationen von zusätzlichen Einsätzen entlastet werden.

    16.20 Uhr: Über 12.700 Corona-Infizierte in Oberbayern

    Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldet in Oberbayern im Vergleich zum Vortrag 34 neue Todesfälle durch den Coronavirus. Mitgezählt werden auch Todesfälle von Personen, die infiziert, aber wegen anderer Ursachen gestorben sind. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen Tagen. Ein Grund für die gestiegene Sterberate ist sicher, dass verstärkt Alten-und Pflegeheime betroffen sind. Das hat auch der Ferienausschuss des Münchner Stadtrates thematisiert. Allein in München sind 17 Alten – und Pflegeheime betroffen.

    Rosenheim hinter Tirschenreuth und Wunsiedel am stärksten betroffen

    Damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Oberbayern mit dem SARS-CoV-2 Verstorbenen auf 174. Die Zahl der Erkrankten stieg um 529 im Vergleich zum Vortag. Damit sind in Oberbayern nach Angaben des LGL 12.735 Menschen erkrankt. Die am stärksten betroffene Region in Oberbayern ist laut LGL nach wie vor der Landkreis Rosenheim mit aktuell mit 501,95 Fällen pro 100.000 Einwohner. In diesem Landkreis sind neben Tirschenreuth und Wunsiedel die meisten Erkrankungen in Bayern registriert.

    15.50 Uhr: Aufruf: Klinikum Fürstenfeldbruck braucht dringend Schutzkittel

    Das Klinikum Fürstenfeldbruck bittet alle Mitbürger um ihre Unterstützung. So werden Schutzkittel dringend benötigt. Diese sollten zu 100% aus Baumwolle oder flüssigkeitsabweisendem Material bestehen, einen Langarm (mit Armbündchen) besitzen sowie als Kochwäsche waschbar sein.

    Das Klinikum Fürstenfeldbruck freut sich über jeden einzelnen Kittel, den die Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Landkreis zur Verfügung stellen bzw. nähen können.

    Bei Fragen, auch zur Anlieferung der Kittel, wenden Sie sich bitte an Karin Hohmann (Abteilung Einkauf) aus dem Klinikum Fürstenfeldbruck unter Telefon 08141 99 2307.

    15.40 Uhr: Helios Klinikum München West nimmt Versorgung wieder auf

    Seit gestern Abend, Dienstag, 9. April, ist das Helios Klinikum München West in Pasing ohne Einschränkungen wieder für alle Patienten geöffnet. Dies betrifft sowohl die ambulante als auch die stationäre Notfallversorgung sowie die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Grundlage für diese Entscheidung ist ein entsprechender Bescheid des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU).

    Testergebnisse liegen vor

    Inzwischen liegen auch laut Helios Klinikum auch die Ergebnisse der Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 vor. Von rund 1.200 Personen – Patienten und Mitarbeitern – wurden in den vergangenen Tagen Abstriche genommen. Bei den 215 Patienten auf der Normalstation, die nicht bereits wegen Covid-19 isoliert waren, hatten 28 ein positives Testergebnis. Von den rund 1.000 Beschäftigten wurden 54 positiv getestet. Die häusliche Quarantäne für alle Mitarbeiter bleibt zunächst bestehen.

    14.20 Uhr: Spargelernte unter Schwierigkeiten

    Die Spargelernte in Bayern hat unter neuen Herausforderungen begonnen. Bereits seit März wird das edle Gemüse gestochen. In Hinblick auf die Corona-Krise geht es in diesem Jahr vor allem um die Frage, ob es genügend Erntehelfer gibt. Am Vormittag hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) Spargelbauern bei Gachenbach im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen besucht.

    Kaniber hatte die Entscheidung aus Berlin begrüßt, in Hinblick auf drohende Engpässe in der Landwirtschaft 80 000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland einzufliegen. Diese Regelung verschaffe den Bauern wieder etwas Luft, so die Ministerin vor wenigen Tagen. Die Ernte und die Versorgung der Bevölkerung müsse gesichert werden. Spargel, Feldsalate, Gemüse, Gurken, Hopfen und viele andere Kulturen müssten nun angebaut oder teils auch schon geerntet werden.

    11:20 Uhr: Reptilienauffangstation in München darf wieder arbeiten

    Die Auffangstation für Reptilien in München darf laut ihre Arbeit wieder aufnehmen. Mehr als zwei Wochen lang waren wegen der Corona-Beschränkungen nur Notfallaufnahmen von Tieren möglich. Das kam nach Angaben der Pressesprecherin während der Schließung aber nur ganz vereinzelt vor. Jetzt hat das Kreisverwaltungsreferat in Rücksprache mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bestätigt, dass sowohl die Vermittlung als auch die Abholung eines Tieres aus einem Tierheim einen triftigen Grund zum Verlassen des Hauses darstellt. Weiter ist es laut der Auffangstation in Einzelfällen auch wieder möglich, Tiere aufzunehmen. Das gelte vor allem für Tiere von erkrankten Personen.

    Wegen des Verbots der Vermittlung an neue Plätze oder der Rückgabe von entlaufenen Tieren an ihre bisherigen Besitzer hatte das Tierheim mit Platzmangel zu kämpfen. Außerdem sind die Einschränkungen durch COVID-19 auch finanziell zu spüren. In der Pressemitteilung ist von einem merklichen Rückgang von Spenden und anderen Zuwendungen die Rede.

    10:08 Uhr: 17 Altenheime in München betroffen - Kapazität der Intensivbetten wird weiter ausgebaut

    In München sind mittlerweile 17 Altenheime vom Corona-Virus betroffen. Das berichtete Münchens Gesundheitsreferntin Stephanie Jacobs soeben im sogenannten Feriensenat - ein personell reduziertes Stadtratsgremium mit größeren Abständen zwischen den Mandatsträgern.

    Berichtet wurde im Feriensenat außerdem, dass bisher 3922 Münchner positiv getestet wurden. Seit gestern Nachmittag seien aber "nur" 38 Fälle dazugekommen. "Das ist ein großer Erfolg", betonte Jacobs, "die Ausgangsbeschränkungen wirken". Die Verdoppelungsrate liege mittlerweile bei zehn Tagen. Zum Vergleich: Mitte März lag sie bei drei Tagen. 20 Bürger mit Corona-Infektion sind gestorben, 1431 Infizierte gelten mittlerweile als geheilt.

    Für Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigt sich jetzt auch, dass es "nur begrenzt sinnvoll" sei, das "Gesundheitssystem insgesamt zu ökonomisieren". Er sei froh, dass der Stadtrat sich nicht dem Trend angeschlossen hat, Krankenhäuser zu privatisieren und man von der Leitung immer "wahrheitsgemäße Informationen" bekomme. Unterdessen wird die Kapazität an Intensivbetten laut Jacobs auch kontinuierlich ausgebaut: "Wir schaffen für zwei belegte Intensivbetten ein neues."

    Der Münchner Krisenstab hat mittlerweile 32 mal und laut OB Reiter "gefühlte 100 Stunden" getagt. Regelmäßig tauscht sich der OB auch mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus. Nächste Woche werde man sehen, "ob wir uns dem österreichischen Modell nähern", so Reiter. An die Münchner appellierte er: "Bleiben Sie so gelassen, wie Sie sind", und mit einem Augenzwinkern merkte der Oberbürgermeister an: "Auch das Thema Klopapier-Notkäufe hat sich einigermaßen normalisiert."

    7.02 Uhr: Rechte Organisationen nutzen Nachbarschaftshilfe für Propaganda

    Rechte Parteien und Organisationen in Bayern nutzen die Corona-Krise, um mit vermeintlicher Nachbarschaftshilfe neue Anhänger zu gewinnen. Das zeigt eine Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Cemal Bozoğlu (Grüne). Besonders aktiv ist die rechtsextreme Partei "Der Dritte Weg" etwa im Großraum München. Dort bietet sie Hilfe im Alltag oder beim Einkaufen an - unter der Überschrift "Solidarität für Deutsche".

    «Aktivisten sehen die Krise als Chance, durch Selbstdarstellung als soziale Organisation, die sich um die Probleme der "kleinen" Leute kümmert, Anhänger zu gewinnen», heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Bozoğlu forderte das Innenministerium auf, die rechte Szene intensiv zu beobachten und die Bevölkerung über solche «vergifteten Hilfsangebote» zu informieren.

    Dienstag, 7. April

    21.02 Uhr: Kurzarbeit auch bei Süddeutscher Zeitung

    Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu der auch die «Süddeutsche Zeitung» gehört, trifft in der Coronavirus-Krise wirtschaftliche Schutzvorkehrungen und führt auch Kurzarbeit ein. Das kündigte der Geschäftsführer für den Bereich Nationale Medien, Stefan Hilscher, in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter an. Die Kurzarbeit solle in vielen Unternehmensteilen der gesamten SWMH und damit auch im Bereich "Süddeutsche Zeitung" gelten. Man müsse jetzt handeln, "um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten". Konkrete Bereiche oder die Zahl der betroffenen Mitarbeiter nannte er nicht.

    Ein Konzernsprecher sagte der dpa, dass speziell bezogen auf die "Süddeutsche Zeitung" in München und zwei weitere Titel in Stuttgart noch Gespräche liefen, ob auch Redaktionen von Kurzarbeit betroffen sein werden. "Wir haben einen Einstellungsstopp verfügt", sagte Hilscher. Zudem gebe es keine außertariflichen Gehaltserhöhungen. Er betonte in dem Video: "Die Lage ist ernst, sehr ernst." Durch den eingebrochenen Werbemarkt könnten die Umsätze schlimmstenfalls um bis zu 70 Prozent im April und Mai zurückgehen.

    20.40 Uhr: Hallertauer Bierfestival im Juni fällt aus

    Auch das angeblich "größte nicht-kommerzielle Bier-Verkostungsfestival in Süddeutschland" fällt jetzt der Corona-Pandemie zum Opfer: Das Hallertauer Bierfestival in Attenkirchen wird heuer nicht stattfinden. Den entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat einstimmig gefasst. "Die Entscheidung war alternativlos", erklärt Bürgermeister Martin Bormann, "aber es schmerzt natürlich, weil schon so viel Aufwand in der Vorbereitung betrieben worden war". Die Veranstaltung, die immer Tausende von Besuchern anlockt, war von 19. bis 21. Juni geplant.

    Nachdem abzusehen sei, dass in den nächsten Wochen und Monaten keine Großveranstaltungen abgehalten werden könnten, mache auch eine Verschiebung in den Spätsommer keinen Sinn und stelle nur ein unkalkulierbares finanzielles Risiko für die Gemeinde dar, so Bormann. Jetzt wird ein neuer Termin für 2022 gesucht. Denn der Gemeinderat möchte den zweijährigen Austragungsmodus beibehalten.

    20.10 Uhr: Landkreis Ebersberg meldet weniger Infizierte

    Die Zahl der Corona-Infizierten ist im Landkreis Ebersberg jetzt erstmals gesunken. Das teilte das Landratsamt am Abend mit. Seit Ausbruch der Pandemie wurden insgesamt 292 Menschen positiv getestet: 149 sind wieder gesund, 143 noch infiziert - gestern waren es noch 152 gewesen. Damit ist die Zahl der Infizierten um neun Fälle zurückgegangen. "Das ist noch kein Trend, aber ein kleiner positiver Lichtblick". stellt die Kreisbehörde fest: "Die Ausgangsbeschränkungen scheinen Wirkung zu zeigen."

    18.00 Uhr: Acht Millionen Masken in München angekommen

    Ein Frachtflugzeug hat acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung nach Bayern gebracht. Der Jet war am Dienstagmorgen im chinesischen Shanghai gestartet und landete nach einem Zwischenstopp in Seoul (Südkorea) in München. Bayern Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr nahmen die Ladung in Empfang.

    Jetzt sollen die OP- und FFP2-Masken vor allem an Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen verteilt werden. Ministerpräsident Söder sprach von einer Teillieferung. Auf Dauer werde man in Deutschland einen Bedarf von Milliarden Masken haben, sagte er, denn „wir müssen lernen mit Corona eine Zeitlang zu leben“. Zu den Kosten für die Masken wollte sich der Ministerpräsident nicht äußeren. „Sie waren schon billiger“, deutete er aber an. Ziel sei es deshalb, sie selbst zu produzieren. Der Bund, so kritisierte Söder, hätte eine entsprechende Notfallproduktion schon vor Wochen anleiern müssen.

    16.45 Uhr: Kirchliche Kita-Verbände kritisieren Beitragszahlungen für Eltern - Bürgermeister fordern bayernweiten Gebührenerlass

    Müssen Eltern derzeit weiterhin Kita-Beiträge zahlen, obwohl ihre Kinder nicht betreut werden? Da diese Frage in Bayern weiterhin offen ist, haben mittlerweile sowohl der in München ansässige Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern als auch der evangelische Kita-Verband Bayern (evKITA) vom bayerischen Familienministerium eine landesweite politische Lösung gefordert. „Es kann nicht sein, dass der Freistaat die Mehrzahl der Träger und der Eltern so hängen lässt“, sagte Dirk Rumpff, Vorstand für Recht und Finanzen beim evKITA, in einer Mitteilung.

    Bisher verweist das bayerische Familienministerium lediglich auf die jeweils geltenden Betreuungsverträge und Gebührensatzungen der Einrichtungen. Die Rechtslage sei allerdings unklar, betonte Rumpff, da die Einrichtung derzeit ja nicht geschlossen seien, sondern es ein Betreuungsverbot gebe - eine solche Situation sei in den Verträgen nicht geregelt.

    Tags zuvor hatte der Verband katholischer Kitas in einer Mitteilung betont: „Die bestehenden Rechtsunsicherheiten, ob und wie lange Elternbeiträge in diesem Zeitraum zu zahlen sind, lassen sich nur durch eine politische Lösung entschärfen.“ Andere Bundesländer seien hier schon weiter und hätten bereits entsprechende Lösungen in Kraft gesetzt.

    Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises Fürstenfeldbruck fordern wegen der Corona-Krise einen bayernweit einheitlichen Gebührenerlass für Kindertagesstätten.

    14.35 Uhr: Oberbayern meldet über 12.200 Infizierte

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt seit gestern sieben neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus in Oberbayern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 140 angestiegen. 12.206 Menschen sind im Regierungsbezirk mit dem Virus infiziert, das sind 493 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit pro 100.000 Einwohner gut 260 Menschen infiziert. Oberbayern liegt damit gleichauf mit der Oberpfalz an der Spitze aller bayerischen Bezirke.

    Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner in Oberbayern zählt das LGL weiterhin im Landkreis Rosenheim (456), gefolgt von den Landkreisen Freising (400), Dachau (309) und Erding (306). Die meisten Infizierten zählt die Landeshauptstadt München mit aktuell 3.699 Fällen (rund 260 Infizierte pro 100.000 Einwohner) und elf Todesfällen.

    14.15 Uhr: Sorgentelefon für Flüchtlingskinder in München

    Die Fachstelle Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe der Inneren Mission München hat für Kinder, die in Gemeinschaftsunterkünften und Aufnahmeeinrichtungen leben, eine Sorgen-Hotline eingerichtet. Die momentane Situation während der Corona-Epidemie sei für diese Kinder besonders schwierig, heißt es in einer Mitteilung der Inneren Mission. Ehrenamtliche, die sonst die Kinder beschäftigten oder ihnen bei den Hausaufgaben helfen würden, dürften derzeit die Einrichtungen wegen der aktuellen Infektionslage nicht betreten. Über die Hotline können sich die Kinder mit Ehrenamtlichen austauschen und ihre Sorgen besprechen, so die Innere Mission.

    Um die Kinder aufzumuntern, verschickten die Ehrenamtlichen außerdem per Post Frühlingsgrüße wie ein Spiel oder ein Buch. Die Leiterin der Fachstelle, Martina Kreis, erlebe derzeit eine große Hilfsbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern. "Die Menschen wollen sich unbedingt engagieren. Mich erinnert das ein wenig an das Jahr 2015, als Tausende geflüchtete Menschen am Hauptbahnhof ankamen. Auch damals wollten viele Münchnerinnen und Münchner einfach nur helfen“, so Kreis.

    14.00 Uhr: Zenit im Hotspot Rosenheim bald überschritten?

    Im Landkreis Rosenheim, der in Oberbayern die höchste Infektionsrate pro Einwohner hat, sind bislang 40 Menschen an COVID 19 gestorben. Das teilte das Landratsamt mit. Von den Verstorbenen waren 6 Personen unter 60, mehr als die Hälfte war über 81 Jahre alt, so das Landratsamt. Aktuell werden 234 Menschen stationär behandelt, davon befinden sich 39 Patienten auf einer Intensivstation. Die Zahl an Betten sei bereits aufgestockt worden. Insgesamt sind in Stadt und Landkreis 1.535 COVID-19 Fälle registriert.

    Aber es gibt vage Hoffnung: Die Verdoppelungszeit wird laut Gesundheitsamt seit dem 26. März stetig länger. "Dies ist ein positives Zeichen, dass der Zenit der Pandemie in Stadt und Landkreis Rosenheim bald überschritten sein könnte. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt", sagte Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, dem BR.

    13.30 Uhr: Gefängnis bei wiederholten Ausgangsverstößen

    Wer absichtlich gegen die Ausgangsbeschränkung verstößt und sich uneinsichtig zeigt, kann für mehrere Stunden oder sogar Tage hinter Gittern landen. Die Polizei hat in den vergangenen Tagen über mehrere Fälle berichtet. So wollte am Montagnachmittag ein Mann ein Picknick auf einer Parkbank in München nicht beenden und wurde auf die Wache mitgenommen. Dort erhielt er eine erste Anzeige und wurde entlassen.

    Zwei Stunden später habe sich der Mann auf einer öffentlichen Grünanlage gesonnt und ein Buch gelesen. Weil er sich laut Polizei trotz Aufforderung nach einer halben Stunde immer noch nicht entfernt hatte, wurde er abermals mitgenommen. Eine Richterin ordnete gegen den 53-Jährigen einen Gewahrsam bis 22 Uhr an. Ähnliche Fälle gibt es bereits in anderen Regierungsbezirken - vor allem bei wiederholten Verstößen gegen das vorübergehende Versammlungsverbot mit Personen aus anderen Haushalten.

    13.15 Uhr: Münchner Sportfestival am 12. Juli abgesagt

    Das Münchner Sportfestival am 12. Juli fällt aus. Wie die Stadt mitteilt, hat das Referat für Bildung und Sport wegen der Corona-Pandemie entschieden, das Fest heuer abzusagen. Eine verbindliche Planung des Festivals sei für die Landeshauptstadt München aktuell nicht mehr möglich, so die Begründung. Zuvor war bereits das für den 10. Mai geplante Inklusionssportfestival abgesagt worden. Im vergangen Jahr hatten beim Münchner Sportfestival rund 40.000 Besucherinnen und Besucher am Königsplatz mehr als 90 Sportarten ausprobiert und sich über Münchner Sportangebote informiert.

    12.58 Uhr: Acht Millionen Schutzmasken per Flieger aus Shanghai

    Am Flughafen München wird am frühen Abend ein Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken landen. Die Lufthansa-Maschine ist in der Früh in Shanghai gestartet und kommt nun über Seoul nach Bayern. In Empfang nehmen werden sie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr und Flughafen-Chef Jost Lammers. Der reguläre Betrieb am Airport ist unterdessen auch heute infolge der Corona-Pandemie überschaubar: Es sind 51 Starts und Landungen und damit nur etwa fünf Prozent des üblichen Flugaufkommens.

    10.30 Uhr: Siegsdorfer Brückner-Gruppe holt Schutzmasken aus China

    Die Brückner-Gruppe mit Sitz in Siegsdorf hat mehr als 20.000 Schutzmasken an den Landkreis Traunstein gespendet. Der weltweit tätige Maschinen- und Anlagenbauer konnte das Material mit Hilfe seiner chinesischen Niederlassung erwerben und unterstützt damit den Krisenstab im Landkreis. Die Masken gehen an Pflegeheime, Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Die Firma hat auch schon Desinfektionsmittel und hunderte Einmalhandschuhe gespendet. Über eine Tochterfirma in Freilassing profitiert auch der Landkreis Berchtesgadener Land.

    Die Firma will in Zukunft jeweils 20.000 Schutzmasken pro Woche dem Landkreis zur Verfügung stellen. Nach Firmenangaben wurden auch bereits 100.000 Schutzkittel in verschiedenen Größen geordert, sie sollen an die Kliniken im Landkreis übergeben werden. Der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU) dankte der Firma für die Spende und verwies darauf, dass es "nach wie vor von allem zu wenig" gebe. Deshalb sei diese Unterstützung unglaublich wertvoll, so Walch.

    8.25 Uhr: Sommer-WM der Biathleten in Ruhpolding weiter geplant

    Der Biathlon-Weltverband IBU und der Deutsche Skiverband gehen derzeit weiter davon aus, dass die geplante Sommer-WM der Skijäger in Ruhpolding stattfinden wird. Allerdings sei es wegen der Corona-Krise zu früh für eine finale Entscheidung für die Weltmeisterschaft, die vom 19. bis 23. August mit möglichst vielen Top-Athleten auf Skirollern durchgeführt werden soll. Ein Update dazu sei Anfang Mai geplant, hieß es von der IBU.

    7.05 Uhr: Museum Erding sammelt "Objekte zur Corona-Krise"

    Irgendwann wird auch die Corona-Pandemie Geschichte sein – und diese will das Museum Erding dann für den Landkreis dokumentieren können. Ab sofort werden deshalb Fotos, Dokumente und Gegenstände dazu gesammelt. Die ersten Ausstellungsstücke sind schon da: Eine Spaziergängerin hat zum Beispiel Fotos von Steinen geschickt, die unbekannte Künstler an der Isen mit guten Wünschen beschriftet hatten – etwa mit "Bleiben Sie gesund!". Eine Mutter hat ihre Tochter fotografiert, als die Großeltern ihr per Handy eine Geschichte vorgelesen haben.

    Im Museum wünscht man sich möglichst viele anschaulichen Belege dafür, was das Coronavirus für die Leute persönlich bedeutet, wie sich ihr Alltag und ihre Umgebung verändert haben. Auch Original-Aushänge oder Postwurfsendungen mit Hilfsangeboten werden gesammelt – natürlich erst, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die Zeitzeugnisse aus dem Krisenalltag sollen dann für kommende Generationen bewahrt werden. Fotos kann man bereits jetzt per Mail schicken, alles andere dagegen erst später vorbeibringen. Momentan ist das Museum für Besucher geschlossen.

    6.03 Uhr: Kliniken kehren schrittweise zu Normalbetrieb zurück

    Weil sich die Corona-Infektionen bei den Patienten gehäuft hatten, hatte das Amper-Klinikum in Dachau zwischenzeitlich alle anderen Fälle abgewiesen. Inzwischen sind Notaufnahme, Bereitschaftspraxis und die Geburtshilfe wieder offen. Auch in der Helios-Klinik in München-Pasing sind wieder Geburten möglich. Das Haus war dort wegen der Corona-Infektionen kurzzeitig komplett geschlossen, inzwischen werden immer mehr Patienten wieder entlassen.

    Montag, 6. April

    19 Uhr: Olympiahalle adé: BMW lässt Aktionäre online wählen

    Der Münchner Autokonzern BMW verlegt seine 100. Hauptversammlung ins Internet. Vorstand und Aufsichtsrat treffen sich am 14. Mai lediglich in der BMW-Welt am Münchner Olympiapark. Doch Aktionäre und ihre Stimmrechtsvertreter können die Veranstaltung - statt wie sonst in der Olympiahalle - wegen Corona nur übers Internet verfolgen und ihre Stimmen lediglich elektronisch oder per Brief abgeben.

    Wie der Konzern am Montag weiter mitteilte, wollen Vorstand und Aufsichtsrat trotz Corona-Krise 1,65 Milliarden Euro oder 2,50 Euro je Stammaktie als Dividende ausschütten. Außerdem stellt sich Aufsichtsratschef Norbert Reithofer zur Wiederwahl. Neu soll die frühere RTL-Chefin und Bertelsmann-Vorstandsfrau Anke Schäferkordt an Stelle von Renate Köcher in den Aufsichtsrat einziehen.

    18.20 Uhr: Rosenheimer stellen 10.000 Atemmasken her

    Das Vlies für Gesichtsmasken, das Wirtschaftsminister Aiwanger (FW) organsiert hatte, ist im Landkreis Rosenheim bereits vernäht. Aus den vier Rollen konnten rund 10.000 Masken hergestellt werden, teilte das Landratsamt Rosenheim auf BR-Anfrage mit. Genäht haben sechs Firmen sowie rund 50 Privatpersonen, so das Landratsamt, das sich um die Verteilung der Masken kümmerte. Insgesamt gebe es nach einem Aufruf in der Presse einen Pool von rund 350 Privatpersonen, die sich angeboten hätten, Masken zu nähen. Aktuell warte man auf eine angekündigte neue Stofflieferung, um erneut in Produktion gehen zu können.

    17.10 Uhr: "Corona-Freiwilligen-Datenbank" im Kreis Starnberg

    Mit einer "Corona-Freiwilligen-Datenbank" will man im Landkreis Starnberg Bürger, die ehrenamtliche Unterstützung anbieten, mit denen zusammenbringen, die solche Hilfe brauchen. Unter http://kobe-sta.de angeboten werden zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen, Begleitung zu Terminen, Apotheken- und Botengänge, telefonische Besuchsdienste oder auch Gassigehen mit dem Hund.

    17 Uhr: Wirte halten sich aus Oktoberfest-Diskussion heraus

    Die Münchner Wiesn-Wirte wollen sich aus der Diskussion, ob das Oktoberfest heuer stattfinden kann, zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal heraushalten. "An der Sachlage, dass sich die Verantwortlichen der Stadt München Ende Mai/Anfang Juni entscheiden wollen, unter welchen Bedingungen die Wiesn heuer stattfinden kann oder ob es andere Lösungen gibt, (...) hat sich nichts geändert", schreiben sie in einer Stellungnahme: "Es gibt auch keinen zwingenden Grund schon jetzt darüber zu diskutieren." München, Bayern, Deutschland "und die ganze Welt" hätten gerade "ganz andere Probleme zu bewältigen". Aber natürlich würden sich alle freuen, "wenn die Umstände es erlauben würden, ein fröhliches Oktoberfest zu feiern", so die Wirte.

    16.20 Uhr: LMU Klinikum München will Corona-Patienten mit Blutplasma helfen

    Zur Behandlung schwer erkrankter Corona-Patienten setzen Ärzte an mehreren Unikliniken in Bayern auch auf Blutplasma bereits genesener Menschen. Nun veröffentlichte auch das LMU Klinikum München einen Aufruf an mögliche Spender.

    Nach einer Infektion bilde der Körper Abwehrstoffe gegen den Erreger, heißt es auf der Internetseite des Klinikums. Diese Antikörper könnten lebensbedrohlich erkrankten Patienten helfen. Bei anderen Infektionskrankheiten habe man hiermit gute Erfahrungen gemacht, sagte ein Sprecher des Klinikums am Montag. Auch in der Corona-Pandemie gebe es Anzeichen, dass ein solcher Therapieansatz erfolgversprechend sein könnte.

    15.30 Uhr: Helios Klinik München-West: Weitere Patienten können Klinik verlassen

    Das kurzzeitig wegen der Corona-Pandemie geschlossene Helios Klinikum München-West hat heute weitere Patienten entlassen. Das gibt das Klinikum in einer Pressemitteilung bekannt. Bereits am Samstag konnten Mütter mit ihren Neugeborenen und gynäkologische Krebspatientinnen das Klinikum verlassen. Nun könnten schrittweise auch weitere Patienten entlassen werden, sofern dies medizinisch vertretbar sei. Insgesamt, so das Klinikum, konnten bis heute, Montag um 12 Uhr, 72 Patienten entlassen werden. Sie wechseln zunächst in die häusliche Quarantäne. Die Entlassung erfolge in enger Abstimmung und Absprache mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt.

    Seit Sonntag ist auch der Kreißsaal des Helios Klinikums München West wieder offen. Geburten seien ab sofort wieder möglich, heißt es in der Mitteilung.

    15 Uhr: Flughafen München soll "auf jeden Fall" offen bleiben

    Auch wenn der Luftverkehr weitgehend eingebrochen ist, will die Flughafen München GmbH "den Airport auf jeden Fall offenhalten, um unseren Teil zu Bewältigung der Krise beizutragen". Das hat der neue Flughafenchef Jost Lammers jetzt bei einem Besuch von Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) noch einmal bekräftigt. Die Politikerin betonte, dass die Mitarbeiter "einen unglaublich wichtigen Job" leisten: "Sie sorgen dafür, dass bayerische Mitbürger, die sich noch im Ausland befinden, heimkommen können und unterstützen unsere Versorgung mit wichtigen Produkten und medizinischen Hilfsgütern, darunter auch Schutzmasken für medizinisches Fachpersonal."

    Für die Rückholflüge wurde bereits Mitte März die Nachtflugregelung gelockert. Schreyer versichert den Anwohnern aber, dass davon wirklich "nur in einzelnen Fällen" Gebrauch gemacht werde. Heute finden am Flughafen insgesamt nur 48 Flugbewegungen statt: Über die beiden Terminals werden jeweils 24 Starts und Landungen abgewickelt. Im regulären Betrieb waren es immer um die 1000 Flugbewegungen jeden Tag.

    14.30 Uhr: Insgesamt 133 Todesfälle in Oberbayern

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zählt 10 neue Todesfälle aufgrund des Coronavirus seit gestern. Damit ist die Zahl der Gestorbenen auf 133 angestiegen. 11.713 Menschen sind mit dem Virus infiziert, das sind 338 mehr als gestern. In Oberbayern sind damit pro 100.000 Einwohner knapp 250 Menschen infiziert. Oberbayern liegt somit vor allen anderen bayerischen Bezirken, knapp vor der Oberpfalz. Die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner in Oberbayern zählt das LGL weiterhin im Landkreis Rosenheim (455,59 / 100.000), gefolgt von Landkreisen Freising (332), Dachau (309) und Erding (303).

    13.50 Uhr: Filmfest München wird wegen Corona-Pandemie abgesagt

    Das Filmfest München fällt dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Es sei derzeit nicht möglich, ein Festival zu planen, das essenziell auf die Begegnung von Filmschaffenden aus aller Welt angewiesen sei, teilten die Organisatoren am Montag in München mit. Filmfestleiterin Diana Iljine sprach von einer schweren Entscheidung. «Mein Team und ich haben schon mit viel Liebe und Herzblut an der Edition 2020 gearbeitet und zahlreiche Teilprojekte schon weit vorangetrieben.» Aber man wolle verantwortungsvoll handeln. Die Sicherheit der Gäste, Besucher und der Beschäftigten habe oberste Priorität.

    12.30 Uhr: Kaufhaus des Guten spendet an Arche

    Online Bücher bestellen und dabei Gutes tun: Das Kaufhaus des Guten, kurz kadegu, reagiert aktuell in der Coronakrise. Die Zuwendungen des kadegu gehen nun an die Arche, ein christliches Kinder- und Jugendwerk. Dabei werde ein neues Projekt unterstützt, dass bedürftige Kinder mit Lebensmittelpaketen versorgt, so der kadegu-Gründer Valentin Weimer aus Tegernsee. Das Hauptprojekt des kadegu, die Unterstützung eines Kinderdorfes in Argentinien, werde wieder unterstützt, sobald man die außergewöhnliche Corona-Lage besser im Griff hat, heißt es auf der Internetseite des kadegu. Das Kaufhaus des Guten spendet für jeden verkauften Artikel 10 Cent. Zu bestellen gibt es auf der Internetplattform Bücher, eBooks, Hörbücher und Filme. Seit der Ankündigung, aktuell in der Coronakrise zu helfen, habe man bereits einen steigenden Kundenzuwachs und mehr Bestellungen registriert, so Weimer.

    11.30 Uhr: Masken für alle im Landkreis Altötting

    Der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU) will an alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Atemschutzmasken verteilen. Das bestätigt Schneider dem Bayerischen Rundfunk. Dieses „Mundschutz-Konzept“ würde auf zwei strategischen Überlegungen beruhen: Einerseits zum Schutz vor Ansteckungen und andererseits, um eine gelungene „Exit-Strategie“ zu ermöglichen. „Der Exit von den Beschränkungen gelingt wohl kaum ohne Masken“, sagt Schneider dem BR. „Mit den Masken ist es möglich, Schritt für Schritt zurück zur Normalität zu gelangen.“ Zum Übergang sollen die Masken vor allem im öffentlichen Raum, wie beispielsweise beim Einkaufen oder im Unterricht getragen werden. Man wolle derzeit natürlich nicht denen zuvor kommen, die die Masken dringend brauchen – wie Schutzbedürftigen oder medizinischem Personal. Der Markt sei noch sehr angespannt, weshalb die Masken erst verteilt würden, sobald der medizinische Bedarf gedeckt sei, so Schneider. Voraussichtlich werde dies nicht vor Ende der Osterferien geschehen. Erst dann sollen gemeinsam mit Städten und Gemeinden die Masken verteilt werden. Aktuell gibt es laut Schneider bereits 30.000 dieser schwarzen Masken, weitere 80.000 werden noch gebraucht.

    11.20 Uhr: Verdoppelungsrate im Landkreis Erding bei mehr als zehn Tagen

    Die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle steigt im Landkreis Erding immer langsamer. Zuletzt ist sie von 401 auf 420 Fälle angewachsen. Die Verdoppelungsrate liegt inzwischen bei "mehr als zehn Tagen", wie das Landratsamt mitteilt. 98 Menschen gelten als geheilt.

    9.55 Uhr: Mindestens 55 Infizierte in Münchner Pflegeheim

    In einem Pflegeheim des Trägers "Hilfe im Alter" im Münchner Westend sind 36 von 128 getesteten Bewohnern mit dem Coronavirus infiziert. Außerdem sind 19 Mitarbeiter betroffen, bei 42 weiteren war das Ergebnis negativ. 45 Testergebnisse stehen noch aus, bei den Bewohnern sind es vier. Geschäftsführer Gerhard Prölß mahnt ein schnelleres Vorgehen an: "Ich weiß, dass die Labore derzeit sehr viel zu tun haben, aber dass wir als Betreiber eines Pflegeheims da offenbar in der normalen Warteschlange stehen müssen, das geht überhaupt nicht an." Der Träger hatte sich zu einer Reihentestung entschlossen, nachdem Ende März die ersten Fälle aufgetreten waren. Die positiv getesteten Bewohner sind nach wie vor in dem Pflegeheim untergebracht. Nach Mitteilung der Heimleitung sind sie derzeit alle fieberfrei und weisen lediglich leichte Erkältungssymptome auf. Ähnliche Symptome hätten auch Mitarbeiter. Grundsätzlich bleiben derzeit alle positiv getesteten Mitarbeiter daheim, wie betont wird.

    9.40 Uhr: Ingolstädter Seniorenheim unter Quarantäne

    In einem Ingolstädter Seniorenheim sind sechs Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Weitere Bewohner und Mitarbeiter wurden getestet, die Ergebnisse werden einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt zufolge am heutigen Montag erwartet. Am vergangenen Freitag war eine 94-jährige Heimbewohnerin mit Vorerkrankungen positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie war mit Symptomen in ein Krankenhaus im Landkreis Eichstätt geliefert worden. Dort verstarb sie am Sonntag. Das Gesundheitsamt Ingolstadt hat das Heim unter Quarantäne gestellt. Personal und Bewohner werden mit zusätzlicher Schutzausrüstung ausgestattet.

    9.10 Uhr: Hotline für Trauernde im Landkreis Ebersberg

    Das Landratsamt Ebersberg bietet ab heute ein Hotline für Menschen an, "die in der Corona-Krise von Trauer und Verlust betroffen sind." Dabei denkt man insbesondere auch an diejenigen, die ihre Angehörigen in den Alten- und Seniorenheimen schon seit Wochen nicht mehr besuchen können. Die Hotline unter der Rufnummer 08092 / 823 684 ist zu folgenden Zeiten geschaltet: montags von 9 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Nach aktuellem Stand wurden im Landkreis Ebersberg bisher 265 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet - 101 von ihnen sind wieder gesund. In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 354 Menschen.

    6.15 Uhr: Oberbayern halten sich an Ausgangsbeschränkungen

    Rund 20.000 Kontrollen gab es am Wochenende in Oberbayern. Die Polizei stellte rund 2.100 Verstöße fest, rund 1.300 wurden angezeigt. Beispielsweise muss ein Gleitschirmpilot mit einem Bußgeld rechnen, weil er im Bereich Bad Reichenhall unerlaubt mit seinem Gleitschirm gestartet war. Auch befreundete Familien im Raum Erding, die sich mit ihren Kindern zum Spieleabend verabredet hatten, müssen zahlen. Die Sprecher der oberbayerischen Polizeipräsidien lobten aber durchweg die Disziplin der Bürger und sprachen von meist verantwortungsbewusstem Verhalten: Die meisten hätten begriffen, dass es um mehr geht als um ein paar schöne Stunden Freizeit.

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