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Landkreis Rottal-Inn: Inzidenz auf 81,5 gestiegen | BR24

© BR/Laila Heyne

Der RKI-Inzidenzwert im Landkreis Rottal-Inn liegt nun bei 81,5: Das ist einer der höchsten Werte in ganz Bayern. Deshalb treten neue Maßnahmen in Kraft.

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Landkreis Rottal-Inn: Inzidenz auf 81,5 gestiegen

Der RKI-Inzidenzwert im Landkreis Rottal-Inn liegt nun bei 81,5: Das ist einer der höchsten Werte in ganz Bayern. Deshalb treten neue Maßnahmen in Kraft. Weil viele Bürger verunsichert sind, ist die Corona-Hotline des Landkreises wieder erreichbar.

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Im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn gelten seit heute neue Corona-Maßnahmen. Zuvor hatte der Landkreis gestern insgesamt 35 neue Corona-Fälle gemeldet, womit der RKI-Inzidenzwert nun bei 81,5 (Stand: 15.10., 00.00 Uhr) liegt. Das ist einer der höchsten Werte in ganz Bayern. Im Moment sind 122 Menschen im Landkreis Rottal-Inn mit dem Coronavirus infiziert, diese verteilen sich auf den sehr großflächigen Landkreis mit nur knapp 121.500 Einwohnern.

Viele Fälle in Simbacher Altenheim

Viele Fälle gibt es in der Stadt Simbach am Inn: 24 der neuen Positiv-Testungen waren im Maria-Ward-Heim. In dem Alten- und Pflegeheim wohnen Klosterschwestern, die dort ihren Lebensabend verbringen und zur Risikogruppe gehören. Bis jetzt haben sich 13 Bewohnerinnen infiziert und elf Personen, die zum Personal gehören. Außerdem gab es in Simbach am Inn zuvor einen Ausbruch in der Asylbewerberunterkunft am Bahnhof. Dort sind laut Landratsamt Rottal-Inn im Moment noch 27 Menschen infiziert. Eine Zweittestung der Bewohnerinnen und Bewohner stehe demnächst an.

Regionalen Lockdown vermeiden

Der Landkreis hofft nun, dass die neuen Maßnahmen etwas bringen und die Zahlen nicht mehr weiter steigen, um einen regionalen Lockdown zu vermeiden, sagte Pressesprecher Thomas Hofbauer dem Bayerischen Rundfunk. Weil viele Bürgerinnen und -bürger auf Grund der derzeitigen Lage verunsichert seien, sei seit heute außerdem die Corona-Hotline des Landkreises wieder erreichbar, sagte Hofbauer. Es würden erneut immer mehr Fragen aufkommen, Rottal-Inn brauche den Service am Telefon deshalb jetzt unbedingt. Die Telefonnummer des Bürgertelefons lautet 08561/20760 und ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar.

Landkreis hat mehrere Maßnahmen erlassen

Weil der Landkreis seit Tagen den Grenzwert von 50 überschreitet, gelten seit heute Mitternacht in Rottal-Inn unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen aus verschiedenen Hausständen treffen, zuvor waren es noch zehn Personen.
  • In Gaststätten dürfen sich ebenfalls nur noch fünf Personen aus verschiedenen Hausständen treffen. Des Weiteren gilt hier ab 23 Uhr Ausschankstopp, Lieferdienste und Abholungen sind davon nicht betroffen.
  • Auch privat dürfen sich nur noch fünf Personen treffen, außer man ist verwandt oder liiert, dann dürfen es mehr sein. Feierlichkeiten sind auf 25 Personen innen und maximal 50 außen beschränkt. Dafür braucht der Veranstalter ein Hygienekonzept.
  • In Pflegeheimen und Krankenhäusern ändert sich das Besuchsrecht: Bewohnerinnen und Bewohner sowie Patientinnen und Patienten dürfen nur noch maximal eine Person pro Tag empfangen.

Besonderheit: Keine Maskenpflicht an den Schulen

Eine Besonderheit gibt es im Landkreis Rottal-Inn: Derzeit herrscht keine Maskenpflicht an den Schulen. An den Kindertageseinrichtungen kann weiterhin Regelbetrieb herrschen. Das sei von der Regierung von Niederbayern abgesegnet worden, weil der Landkreis Rottal-Inn diese Sonderregelung damit begründen konnte, dass es an den Schulen noch keine Fälle gebe, so Pressesprecher Hofbauer. Die Maskenpflicht an den Schulen wollte der Landkreis unbedingt so lange wie möglich vermeiden. Das Landratsamt überprüfe nun ständig, ob Fälle in den Schulen auftreten und erst dann käme die umständliche Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler.

💡 Was bedeutet die "Sieben-Tage-Inzidenz"?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt.

In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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