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Corona in Garmisch: Kein Beleg für "Superspreader"-Vorwurf | BR24

© dpa/pa/Lino Mirgeler

Corona in Garmisch: Kein Beleg für "Superspreader"-Vorwurf

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    Corona in Garmisch: Kein Beleg für "Superspreader"-Vorwurf

    Nach einem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen stand rasch eine infizierte 26-jährige Frau im Fokus. Die Amerikanerin galt als "Superspreaderin" - doch Infektionen können ihr nicht nachgewiesen werden, wie eine Untersuchung ergab.

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    Rehabilitation in Garmisch-Partenkirchen: Nach einem Corona-Ausbruch in der oberbayerischen Gemeinde war Mitte September einer US-Bürgerin das Etikett "Superspreaderin" angeheftet worden. Doch nun steht fest: Der 26 Jahre alten Frau, die von den Behörden verdächtigt wurde, Dutzende Menschen mit dem Virus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden.

    Es seien jedenfalls keine Kontaktpersonen ermittelt worden, die durch die positiv getestete Frau infiziert wurden, sagte ein Sprecher des Landratsamts in Garmisch-Partenkirchen nach einer Untersuchung des Gesundheitsamts.

    Kneipentour trotz Corona-Symptomen

    Der Fall hatte auch überregional für großen Wirbel gesorgt: Die 26-Jährige hatte eine Kneipentour in der oberbayerischen Stadt unternommen, obwohl sie Krankheitssymptome hatte und unter Quarantäne stand. Später wurde sie positiv auf das Coronavirus getestet.

    Die Frau wurde daraufhin Mitte September überregional als mögliche "Superspreaderin" (deutsch: Superverbreiterin) bekannt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nannte ihr Verhalten "besonders rücksichtslos", Ministerpräsident Markus Söder (ebenfalls CSU) sprach von einem "Musterfall für Unvernunft".

    Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

    Nach dem Bekanntwerden des Falls wurde ein Corona-Massentest durchgeführt. Bei mehr als 1.000 Tests konnten aber nur vier Infizierte festgestellt werden. Ein direkter Zusammenhang zu der Frau ergab sich nicht, wie der Sprecher des Landratsamts, Stephan Scharf, sagte. Die Frau habe aber natürlich trotzdem einen Fehler gemacht - obwohl sie hätte zu Hause bleiben müssen, sei sie feiern gegangen.

    Die US-Amerikanerin arbeitet in einem Hotel der amerikanischen Streitkräfte für Soldaten und deren Familien, in dem sich damals mehr als 20 Menschen mit dem Virus infiziert hatten.

    Die Zusammenhänge dieser Infektionen konnten von den deutschen Behörden nicht genau geklärt werden. Gegen die 26-Jährige läuft nun noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Bei der Staatsanwaltschaft München II waren entsprechende Strafanzeigen eingegangen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

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