BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Johanna Schlüter
Bildrechte: BR/Johanna Schlüter

Die Krankenhaus-Ampel gibt anhand von Neuhospitalisierten und Intensivbettenbelegung vor, welche Corona-Maßnahmen in Bayern ergriffen werden.

9
Per Mail sharen

    Corona in Bayern: Wo steht die Krankenhaus-Ampel?

    In Bayern bestimmen künftig die 7-Tage-Fallzahl der Hospitalisierungen und die Intensivbettenbelegung die Corona-Maßnahmen. Sehen Sie hier, wo die sogenannten Krankenhaus-Ampel aktuell steht und welche Regeln gelten.

    9
    Per Mail sharen
    Von
    • Claudia Kohler

    Ab dem 2. September 2021 regelt in Bayern die 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, welche Corona-Auflagen gelten. Mit dieser Verordnung wird ein neues Systeme eingeführt: Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro Landkreis ist nicht mehr der entscheidende Indikator. Stattdessen richten sich die Maßnahmen nach der landesweiten Anzahl der Corona-Fälle, die innerhalb von sieben Tagen in Krankenhäuser eingeliefert wurden, und nach der Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten. Diese Systematik wird als Krankenhaus-Ampel bezeichnet.

    Grafik: Krankenhaus-Ampel für Bayern

    Indikatoren: Neuhospitalisierte und Intensivbettenbelegung

    Zeigt die Ampel grün, gibt es im Vergleich zu den vergangenen Monaten einige Lockerungen. So sind etwa keine Kontaktbeschränkungen vorgesehen und auch keine Kundenbegrenzungen in Geschäften mehr. Zentral ist dagegen die sogenannte 3G-Regel: Zugang zu Innenräumen ist in vielen Fällen nur für vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete möglich.

    Gelb zeigt die Ampel, sobald in Bayern innerhalb von sieben Tagen 1.200 Menschen oder mehr wegen Covid-19 in ein Krankenhaus aufgenommen worden sind. Dann will die Staatsregierung strengere Regeln beschließen - zum Beispiel eine FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Personenobergrenzen für Veranstaltungen.

    Die rote Stufe wird erreicht, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf den bayerischen Intensivstationen liegen. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung dieser Kennzahl über den gesamten Zeitraum der Pandemie:

    Ist der Grenzwert erreicht, sollen die Maßnahmen noch einmal verschärft werden, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern. Wie die jeweiligen Schritte konkret aussehen werden, ist aktuell noch nicht bekannt. Wichtig ist: In der neuen Verordnung ist bei der Änderung der Regeln kein Automatismus vorgesehen. Ändert sich die gültige Ampelstufe, soll die Bayerische Staatsregierung aber unverzüglich und anhand einer Risikobewertung weitere Schutzmaßnahmen ergreifen.

    Die folgende Grafik zeigt einen ersten Überblick über die wichtigsten Regelungen nach Ampelstufen, soweit diese bereits bekannt sind:

    Grafik: Wichtigste Corona-Richtlinien nach Ampelstufen

    Sonderregeln für Kinder und in Schulen

    Für noch nicht eingeschulte Kinder, Schülerinnen und Schüler und die Kinderbetreuung gelten weiterhin einige Sondermaßnahmen - es soll aber kein Wechsel- oder Distanzunterricht mehr stattfinden:

    Die Maskenpflicht gilt weiterhin in geschlossenen Räumen, im ÖPNV und im Fernverkehr. Ausgenommen sind zum Beispiel Privaträume und der Sitzplatz in der Gastronomie. Auch unter freiem Himmel fällt die Maskenpflicht weitgehend weg. Welche Maske getragen werden muss, hängt von der gültigen Ampelstufe ab (siehe Tabelle).

    Als vorzeigbares Testergebnis gilt im Allgemeinen weiterhin entweder ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter ist als 24 Stunden oder ein negativer PCR-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden. Aber auch das kann von der gültigen Ampelstufe abhängen. Bisher noch kostenlose Tests werden außerdem ab dem 11. Oktober kostenpflichtig, wenn keine Impfbefreiung vorliegt.

    7-Tage-Inzidenz spielt nur noch geringe Rolle

    Die lokale 7-Tage-Inzidenz eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt ist für die Corona-Maßnahmen kaum noch von Bedeutung. Lediglich der Grenzwert 35 spielt noch eine Rolle, denn für die 3G-Regel gilt: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert überschreitet, tritt sie in Kraft. Nach unten ändern sich die Regeln ebenfalls, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage lang unter dem entsprechenden Grenzwert lag.

    Die Landkreise sind dazu verpflichtet, Lockerungen oder Verschärfungen so schnell wie möglich bekannt zu geben. Laut Verordnung gelten die geänderten Regelungen ab dem zweiten Tag, nachdem die Voraussetzung für die Änderung eingetreten ist, aber frühestens einen Tag nach der amtlichen Bekanntmachung, welche das Datum auch klar benennen muss.

    Grafik: Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in den bayerischen Städten und Landkreisen

    Über die Daten

    Laut der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind für die Intensivbetten die Zahlen aus dem DIVI-Intensivregister maßgeblich.

    Die Zahl der neuen Corona-Hospitalisierungen innerhalb von sieben Tagen stellt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) täglich bereit. Diese scheint auf den ersten Blick eine leicht verständliche Kennzahl zu sein. Allerdings gibt es scharfe Kritik an der Berechnungsmethode, die nicht den Tag der Einweisung, sondern das Meldedatum der Fälle als maßgebliches Datum verwendet. Der oben gezeigte, tagesaktuelle Wert des LGL könnte laut Experten um 80 Prozent unterschätzt werden.

    Auch der Meldeweg ist mit Unsicherheiten behaftet: Auf Anfrage des BR gibt das LGL an, dass die Neuaufnahmen von Covid-19-Fällen von den Kliniken mittels Meldebogen an das zuständige Gesundheitsamt per Fax geschickt werden. Dass sei in der entsprechenden Verordnung über die Erweiterung der Meldepflicht so vorgesehen. Für die 7-Tage-Inzidenzen der Landkreise, die täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden, ist schon länge bekannt, dass der Meldeverzug zu einer Unterschätzung der tagesaktuellen Werte führt.

    Newsletter

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!