Auf einem Zettel an einer Scheibe von einem Café wird auf die Anwendung der verschärften "3G+ Regeln" hingewiesen, während sich in der Scheibe die für Mühldorf typischen Häuser im Inn-Salzach-Stil spiegeln.

Auf einem Zettel an einer Scheibe von einem Café wird auf die Anwendung der verschärften "3G+ Regeln" hingewiesen.

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Corona in Bayern: Krankenhausampel

Corona in Bayern: Krankenhausampel

Hospitalisierungen und Intensivbettenbelegung bestimmen die Corona-Maßnahmen in Bayern. Sehen Sie hier, wo die Krankenhausampel steht und welche Regeln in Ihrem Landkreis gelten.

Hinweis: Die hier beschriebenen Regelungen werden offiziell am 24. November von den bundeseinheitlichen Corona-Regeln abgelöst, die am 18. November von Bund und Ländern beschlossen wurden - entsprechend dem neuen Infektionsschutzgesetzt. Maßgeblicher Richtwert ist dabei die Hospitalisierungsinzidenz je Bundesland.

Allerdings hat die bayerische Staatsregierung am 19. November beschlossen, für den Übergangszeitraum, der bis zum 15. Dezember andauert, strengere Maßnahmen zu verhängen - diese sollen ebenfalls ab dem 24. November gelten. Unter anderem soll in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz ab 1000 wieder vieles geschlossen werden: Gastronomie, Hotels, Sport, Kultur, Friseure. Ausführlich dazu hier:

Am 3. November 2021 hat das Bayerische Kabinett eine Verschärfung der Corona-Regelungen beschlossen und die weiterhin bis zum 24. November gültige 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ergänzt.

Bis zum 24. November richten sich die Corona-Maßnahmen in Bayern noch nach den zwei bisherigen Kennzahlen: Der landesweiten Anzahl der Corona-Fälle, die innerhalb von sieben Tagen in Krankenhäuser eingeliefert wurden, sowie nach der Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten. Diese Systematik wird als Krankenhausampel bezeichnet. Dieser Artikel beschreibt alle damit in Verbindung stehenden Regelungen.

Die folgende Grafik zeigt den aktuellen Stand der Kennzahlen und die entsprechende Ampelstufe. In der Verordnung ist für den Zeitpunkt, ab dem neue Regelstufen greifen, kein Automatismus vorgesehen - maßgeblich dafür ist die Bekanntgabe durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege Die Grafiken in diesem Artikel dienen zur Orientierung und zeigen den Stand entsprechend der aktuellsten Daten.

Grafik: Die Krankenhausampel für Bayern

Indikatoren: Neuhospitalisierte und Intensivbettenbelegung

Zeigt die Ampel grün, sind die Corona-Maßnahmen auf einem niedrigen Level. So sind etwa keine Kontaktbeschränkungen vorgesehen und auch keine Kundenbegrenzungen in Geschäften. Zentral ist die sogenannte 3G-Regel: Zugang zu Innenräumen ist in vielen Fällen nur für vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete möglich.

Gelb zeigt die Ampel in zwei Fällen: Sobald in Bayern innerhalb von sieben Tagen 1.200 Menschen oder mehr wegen Covid-19 in ein Krankenhaus aufgenommen worden sind ODER wenn landesweit mehr als 450 Corona-Patienten auf den Intensivstationen liegen. Auf dieser Stufe gelten dann strengere Regeln. So muss zum Beispiel wieder verpflichtend eine FFP2-Maske getragen werden und der Testnachweis muss durch einen PCR-Test erfolgen (3G Plus). Einen ausführlichen Überblick gibt die Tabelle unten.

Die rote Stufe wird erreicht, wenn landesweit 600 Krankenhausbetten der Intensivstationen mit an Covid-19 erkrankten Personen belegt sind.

Ist die rote Stufe erreicht, werden die Maßnahmen noch einmal verschärft, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Zum Beispiel gilt dann in vielen Bereichen das sogenannte 2G - d.h. Zutritt haben nur für vollständig Geimpfte und Genesene.

Wichtig: In der neuen Verordnung ist für das Inkrafttreten der Regeln kein Automatismus vorgesehen. Die Grafiken in diesem Artikel zeigen den Stand entsprechend der aktuellsten Daten.

Wenn anhand der Kennzahlen eine höhere Ampelstufe erreicht ist, soll das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege dies unverzüglich bekannt geben. Gültig sind die neuen Regeln dann am Tag nach dieser Bekanntmachung. Der Wechsel in eine niedrigere Ampelstufe erfolgt, wenn die festgelegten Grenzen an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht mehr überschritten werden. Auch das soll vom bayerischen Gesundheitsministerium bekannt gemacht werden und am Tag darauf gültig sein.

Hotspot-Regelung für Landkreise mit hohem Infektionsgeschehen

Zusätzlich zur landesweiten Krankenhausampel beinhaltet die Verordnung eine Sonderregelung für stark betroffene Landkreise und kreisfreie Städte: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 300 UND sind zugleich im entsprechenden Leitstellenbereich 80 Prozent der verfügbaren Intensivbetten belegt, gelten die Maßnahmen der roten Ampel-Stufe - unabhängig davon, was die landesweite Krankenhausampel anzeigt.

Die folgende Karte gibt einen Überblick, für welche bayerischen Städte und Landkreise diese Hotspot-Regelung nach dem aktuellen Datenstand gilt:

Auch hier ist wieder wichtig: Es gibt keinen Regel-Automatismus. Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde ist verpflichtet, das Eintreten der Hotspot-Regeln unverzüglich bekanntzumachen - gültig sind diese wieder am Tag nach der Bekanntmachung. Ebenso wird verfahren, wenn die Sondermaßnahmen wieder aufgehoben werden. Das kann passieren, sobald einer der beiden Kennwerte an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter der festgelegten Grenze lag und Stand der landesweiten Krankenhausampel eine niedrigere Regelstufe erlaubt.

Die folgende Grafik zeigt einen ersten Überblick über die wichtigsten, allgemeinen Regelungen nach Ampelstufen:

Grafik: Corona-Regeln nach Ampelstufen

Sonderregeln für Kinder unter zwölf und Schüler

Für noch nicht eingeschulte Kinder, Schülerinnen und Schüler und die Kinderbetreuung gelten weiterhin viele Sondermaßnahmen - es soll aber kein Wechsel- oder Distanzunterricht mehr stattfinden.

Da für Kinder unter zwölf Jahren in der Regel noch keine Impfmöglichkeit besteht, erhalten sie auch ohne Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis Zugang zu andernfalls beschränkten Räumen und Veranstaltungen. Schülerinnen und Schülern, die bis zu dreimal pro Woche in der Schule getestet werden, reicht bei 3G die Vorlage des Schülerausweises. Bei 2G gibt es allerdings keine Ausnahme für Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahren: Sie müssen einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen.

Schüler müssen im Unterricht und im Schulgebäude Masken tragen. Ab der fünften Klasse FFP2 oder medizinische OP-Masken, in der Grundschule reichen Stoffmasken aus.

Freiwilliges 2G plus: Beschränkungen können wegfallen

Die Maskenpflicht gilt weiterhin in geschlossenen Räumen, im ÖPNV und im Fernverkehr. Ausgenommen sind zum Beispiel Privaträume und der Sitzplatz in der Gastronomie. Welche Maske getragen werden muss, hängt von der gültigen Ampelstufe ab (siehe Tabelle). Als vorzeigbares Testergebnis gilt im Allgemeinen weiterhin entweder ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter ist als 24 Stunden, oder ein negativer PCR-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden. Aber auch das kann von der gültigen Ampelstufe abhängen.

Veranstalter großer und kleiner Events, Betreiber verschiedener Einrichtungen oder Glaubensgemeinschaften können freiwillig schärfere Zugangsbedingungen wie 2G plus (Geimpft oder Genesen UND Corona-Schnelltest) verhängen. In diesem Fall werden Beschränkungen gelockert: Die Besucher müssen u.a. keine Schutzmaske tragen, es gelten keine Personenobergrenzen, und es entfällt das Verbot, bei Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen Alkohol auszuschenken.

Die lokale Sieben-Tage-Inzidenz eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt spielt noch eine weitere Rolle, wenn es um die 3G-Regel geht: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert 35 überschreitet, tritt sie in Kraft. Nach unten ändern sich die Regeln ebenfalls, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage lang unter dem entsprechenden Grenzwert lag.

Über die Daten

Laut der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind für die Intensivbetten die Zahlen aus dem DIVI-Intensivregister maßgeblich.

Die Zahl der neuen Corona-Hospitalisierungen innerhalb von sieben Tagen stellt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) täglich bereit. Diese scheint auf den ersten Blick eine leicht verständliche Kennzahl zu sein. Allerdings gibt es scharfe Kritik an der Berechnungsmethode, die nicht den Tag der Einweisung, sondern das Meldedatum der Fälle als maßgebliches Datum verwendet. Der oben gezeigte, tagesaktuelle Wert des LGL könnte laut Experten 45 Prozent zu niedrig sein.

Auch der Meldeweg ist mit Unsicherheiten behaftet: Auf Anfrage des BR gibt das LGL an, dass die Neuaufnahmen von Covid-19-Fällen von den Kliniken mittels Meldebogen an das zuständige Gesundheitsamt per Fax geschickt werden. Dass sei in der entsprechenden Verordnung über die Erweiterung der Meldepflicht so vorgesehen.

Für die Sieben-Tage-Inzidenzen der Landkreise, die täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden, ist schon länger bekannt, dass der Meldeverzug zu einer Unterschätzung der tagesaktuellen Werte führt.

Der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis.

Bildrechte: BR

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